06.02.2019, 12:26
Katze in Farbeimer ausgesetzt

STADE. Einsatzkräfte der Stader Polizeiinspektion haben am Dienstagabend eine ausgesetzte Katze gerettet. Jetzt suchen sie den Besitzer des verschmusten Tieres.

Passanten hatten die Polizei informiert, weil sie vor einer Tierarztpraxis am Harschenflether Weg am Rand der Stader Innenstadt eine jaulende, abgemagerte Katze entdeckt hatten. Das Tier mit braun-geschecktem Fell befand sich in einen türkisen Farbeimer. Den Behälter hatten die Unbekannten zugeklebt, damit die Katze nicht fliehen konnte. Offenbar hatten der oder die Täter darauf spekuliert, dass Mitarbeiter der Praxis das Tier am Mittwochmorgen finden und sich um die Pflege kümmern – ein riskantes Unterfangen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Gegen 21.20 Uhr trafen Beamte des Einsatz- und Streifendienstes der Stader Polizeiinspektion vor der Praxis ein und befreiten die Katze aus dem Eimer. Sie nahmen das Tier mit zur Wache. Weil es offensichtlich abgemagert ist, besorgten sie unterwegs Katzenfutter. In einer Zelle richteten sie eine provisorische Unterkunft her – mit Decke und Verpflegung. Die verhältnismäßig kleine Katze, die ihre beiden Augen verloren hat, reagiert sehr verschmust und genießt die Nähe der Beamten. Sie weist augenscheinlich keine akuten äußeren Verletzungen auf.

Keine artgerechte Art des Tiertransports: In diesem türkisen Farbeimer – mit Klebeband verschlossen – war die kleine abgemagerte Katze eingesperrt.

Das Aussetzen einer Katze in einem verschlossenen Eimer ist eine Straftat. Die Polizisten haben deshalb ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Sie hoffen nun auf Zeugen, die Angaben dazu machen können, wer die Katze am Dienstagabend vor der Tierarztpraxis am Harschenflether Weg ausgesetzt hat oder wem sie gehört. Hinweise können jederzeit unter der Rufnummer 0 41 41 / 102 215 bei der Stader Wache abgegeben werden. Das Tier hat die Nacht bei der Polizei wohlbehalten überstanden.

Am Mittwoch haben die Polizisten die Katze einem Tierarzt vorgestellt. Jetzt wird über ihren weiteren Verbleib entschieden. Voraussichtlich wird sie vorerst im Tierheim untergebracht.

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