UPDATE
27.09.2020, 14:49
Treckerunfall in Groß Hove: Erntehelfer verstirbt in Klinik

JORK. Ein Erntehelfer ist in der Nacht zu Sonntag im Asklepios Klinikum Harburg (AKH) verstorben. Der Rumäne war am Sonnabend in Groß Hove bei Jork mit einem Trecker in die Moorender Hauptwettern gekippt. Er habe längere Zeit mit seinem ganzen Körper im Wasser gelegen.

(Letztes Update am 27. September um 16.50 Uhr: Weitere Informationen zum Unfall und zur Person des Verstorbenen hinzugefügt.)

Die Identität des Verstorbenen sei noch nicht abschließend geklärt, erklärte die Polizei am Sonntag. Offenbar handelt es sich um einen 49 Jahre alten Erntehelfer aus Rumänien. Bei der Apfelernte war der Mann – einer von rund 4000 Saisonarbeitskräften aus Polen, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine – am Sonnabend kurz vor 13 Uhr zu nahe an die steile Böschungskante geraten.

Zur Förderung der Biodiversität war die Kante nicht abgemäht worden. Er kam vom Weg ab. Der Schlepper kippte um und begrub den Rumänen in der Moorender Hauptwettern  unter sich. Dieser habe längere Zeit unter Wasser gelegen, erklärte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jochen Minners. Feuerwehrleuten gelang es, den Trecker mit der Hilfe der Winde eines Einsatzfahrzeugs an Stahlseilen zu stabilisieren – und zu sichern.

Fahrer lag längere Zeit unter Wasser

Nach dem Anheben konnten sie den bewusstlosen Erntehelfer schließlich aus dem Wasser ziehen. Sofort hätten die Einsatzkräfte in der Obstplantage nördlich des Obstmarschenwegs (L 140) die Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet. Nahezu zeitgleich hatte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FRL) in Stade-Wiepenkathen einen Rettungshubschrauber angefordert.

Die Unfallstelle lag im Grenzbereich zu Hamburg-Neuenfelde. Später übernahmen Notfallsanitäter aus Hamburg und aus Niedersachsen sowie der Notarzt des ADAC-Rettungshubschraubers „Christoph Hansa“. Gemeinsam holten sie den Mann zurück ins Leben. Ein Rettungswagen transportierte den Mann kurz vor 14 Uhr in das Krankenhaus nach Harburg.

Erntehelfer stirbt in der Klinik

Im Asklepios Klinikum Harburg sei der Mann in der Nacht verstorben, bestätigte die Polizei am Sonntag dem TAGEBLATT.

Im Einsatz waren am Sonnabend die Ortsfeuerwehren aus Hove, Jork und Borstel sowie die Freiwillige Feuerwehr Neuenfelde Süd, die DLRG aus Buxtehude und die Besatzungen von drei Rettungswagen von DRK und Feuerwehr. Taucher der Stader Feuerwehr und der DLRG-Ortsgruppe aus Stade und die Wasserretter der DLRG-Ortsgruppe Horneburg/Altes Land kamen nicht mehr zum Einsatz. Vor Ort waren auch Mitglieder der örtlichen AED-Gruppen der Feuerwehr.

Es handelt sich nicht um den ersten Treckerunfall im Alten Land in diesem Jahr, die Arbeit auf den Obstplantagen in der gewässerreichen Marsch entlang der Gräben und Wettern (auch wegen der Bodenverhältnisse) erfordert größte Aufmerksamkeit von den Fahrern der Pflückzug-Schlepper. Vor gut zwei Wochen war ein rumänischer Erntehelfer in Mittelnkirchen am Höhenweg mit einem Trecker umgekippt und in einem Graben unterm Hinterreifen eingeklemmt worden. Ein Hubschrauber flog den Schwerverletzten ins Bundeswehrkrankenhaus nach Hamburg.

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