29.10.2017, 07:44
Das große Aufräumen nach dem Sturm

LANDKREIS. Es kam, wie es kommen musste: Sturmtief „Herwart“ hat Dutzende Bäume umkippen lassen und dafür gesorgt, dass der Bahnverkehr zwischen Stade und Neugraben am Sonntag komplett zum Erliegen kam.

 

 

Und Besserung am Montag ist kaum in Sicht. Zunächst lief der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven, anders als bei vorangegangenen Stürmen, am frühen Sonntag noch ohne größere Probleme. Weil aber unter anderem in Höhe des Stader Elbe Klinikums ein Metronom-Zug mit einem Baum kollidierte, stellte die Privatbahn ihren Betrieb am späten Sonntagmorgen aus Sicherheitsgründen auf allen Strecken ein. Verletzt wurde bei dem Unfall am Schwarzen Berg niemand, nur der Lokführer war zum Zeitpunkt der Kollision an Bord. Der Zug fuhr Zeugenaussagen zufolge lediglich mit rund 15 Stundenkilometern gegen den Baumstamm und konnte später kaum beschädigt in den Stader Bahnhof zurückfahren.

Pendler müssen sich weiterhin gedulden

Seit Sonntagabend ist der Metronom zumindest wieder eingeschränkt unterwegs, fährt stündlich zwischen Cadenberge und Stade und zweistündlich zwischen Hamburg und Stade.

Auch die S-Bahn verkehrte am Sonntag zwischen Neugraben und Stade wegen umgestürzter Bäume nicht. Mindestens noch am Montag soll laut Hamburger Verkehrsverbund der Abschnitt zwischen Stade und Buxtehude gesperrt bleiben. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet, Pendler müssen also auf Busse umsteigen, um nach Neugraben zu gelangen, was zum Teil deutlich längere Fahrtzeiten bedeutet. Bis Redaktionsschluss wollten die Betriebe keine Prognose abgeben, wann der Bahnbetrieb im Kreis Stade wieder normal läuft.

Die Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) haben die Sperrung ihrer Strecke zwischen Stade und Bremerhaven dagegen bereits am Sonntagnachmittag aufgehoben. Die Züge fahren dort planmäßig.

Zum Glück nur Sachschäden in der Bilanz

Seit den frühen Morgenstunden war das Sturmtief „Herwart“ am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als 100 Kilometern pro Stunde über die Region hinweg gefegt. Verletzte gab es nach Angaben von Feuerwehren und Polizei nicht.

In vielen Orten stürzten entwurzelte Bäume oder abgeknickte Äste auf Straßen, in Gärten und auf Häuser. Die Bundesstraße 73 zwischen Haddorf und Grefenmoor und die Bundesstraße 74 zwischen Wiepenkathen und Schwinge waren zeitweise gesperrt, weil die Einsatzkräfte die Fahrbahnen von Bäumen befreien mussten. Auch auf Land-, Kreis- und Gemeindestraßen kam es zu Behinderungen.

In Hüll fiel ein Baum auf einen Ponystall. In Apensen, Drochtersermoor und Oederquart zerrissen umgestürzte Bäume die Frei- und Telefonleitungen. Auch einige Autos erlitten Schäden, Ampelanlagen knickten um. In Wiepenkathen, Dornbusch und Himmelpforten flogen Dächer davon. Sturmböen rissen das provisorische Dach des Museumsschiffs Emmi im Asseler Hafen ab, es musste von Feuerwehrleuten gesichert werden. Schäden an Dächern traten auch an der Sporthalle an der Grundschule Bockhorster Weg und beim Einrichtungshaus E-Werk in Stade auf.

400 Notrufe bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle

Die Aufräumarbeiten dauerten den gesamten Sonntag bis in die Abendstunden an, die Freiwilligen Feuerwehren arbeiteten rund 300 Einsätze ab. Allein zwischen 2.35 und 11 Uhr nahm die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises in Wiepenkathen über 400 Notrufe entgegen. Von Sonnabendabend bis Sonntagnachmittag war die Zahl der Disponenten deshalb von regulär zwei auf zeitweise sechs erhöht worden. Polizeibeamte rückten zu 55 Einsätzen zwischen Balje und Buxtehude aus, um Straßen zu sperren und Unfälle aufzunehmen.

Wegen des Hochwassers der Elbe, das drei Meter höher als üblich ausfiel, hat die Freiwillige Feuerwehr Stade am Sonntagmorgen aus Sicherheitsgründen die Flutschutztore an der Zufahrt zum Anleger Stadersand geschlossen. Mit dem Auto kann der Bereich vorerst nicht mehr angefahren werden. Bei der Sturmflut waren auf einem Parkplatz an der Elbe in Hollern-Twielenfleth zwei Wohnmobile von den Wassermassen eingeschlossen und mussten durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr geborgen werden. Bei Stadersand beseitigte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft im Wasser treibende Holzpfähle und Baumstämme. Auch am Lühe-Anleger trat die Elbe über die Ufer: Der Parkplatz war überschwemmt, das Wasser stand bis zum Deich.

Über Veränderungen im Zugbetrieb informieren S-Bahn und Metronom auf ihren Twitter-Kanälen.

 

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