Wahrsagerin Esmeralda Blume zu Gast im Kunsthaus
Die Hamburger Wahrsagerin Esmeralda Blume stellt ihren Wagen am Wochenende vor dem Kunsthaus auf.
Eine ungewöhnliche Chance, Hintergründe über das Wahrsagen zu erfahren, gibt es am 8. Oktober im Kunsthaus Stade. Das Podiumsgespräch mit Wahrsagerin Esmeralda Blume soll auch verdeutlichen, was das Thema mit der aktuellen Ausstellung zu tun hat.
Für die neue Ausstellung im Kunsthaus haben die Museen Stade ein vielfältiges Rahmenprogramm gestaltet. Dazu gehört auch die Einladung von Wahrsagerin Esmeralda Blume, mit der das Kunsthaus eine Brücke in die Zeit von Jacoba van Heemskerck schlagen möchte.
Die Künstlerin lebte vor 100 Jahren zu einer Zeit, in der das alte Weltbild des Wilhelminischen Kaiserreichs und das der Kirche erschüttert wird. Die Anthroposophie Rudolf Steiners, die Theosophie und auch okkulte Verbünde wie die der Geheimlogen suchen nach einem neuen Zugang zur Wirklichkeit.
Van Heemskerck befasst sich intensiv mit ihren Theorien und ist selbst in diesen Bewegungen aktiv. Wie heute unter anderen Vorzeichen, ging es darum, die weltlichen Zusammenhänge und das Menschsein neu zu definieren. „Damals war ganz viel in Bewegung. Mit einer veränderten Haltung wurde dem Unsichtbaren nachgegangen und die vermeintliche Realität infrage gestellt. Passend zu dieser Suche nach alternativen Zugängen zur Wirklichkeit und deren Wahrnehmung ist der Besuch von Esmeralda Blume für uns ein echter Glücksfall, um so die nach wie vor aktuellen Themen Wahrheit, Zukunft und Vision in den Fokus zu rücken“, erklärt Kuratorin Luisa Fink.
Berühmte Mutter gibt Wahrsagekunst weiter
Esmeralda Blume ist auf ihrem Gebiet eine Koryphäe. Bereits in fünfter Generation ist sie Wahrsagerin und legt Karten oder liest aus der Hand, um Menschen etwas über ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sagen. Von Berlin bis Dubai ist sie mit ihren Fähigkeiten und ihrem mobilen Wagen gefragt und nun zu Gast in Stade.
Am häufigsten ist sie jedoch auf dem Hamburger Dom anzutreffen, ein Ort, an dem auch ihre Mutter („Mama Blume“) über viele Jahre tätig war, die mittlerweile legendär ist – ein Film, Buch und mehrere Zeitungsartikel erzählen ihre Biografie: Als 1928 in Lodz geborene Sinti überlebte sie das KZ Bergen-Belsen nur, weil sie den Nazis eine positive Zukunft vorhersagte. Als Grande Dame der Wahrsagerei gilt die 2019 Verstorbene noch heute als Vorbild ihrer Zunft. Tochter Esmeralda Blume hat die Wahrsagekunst aus erster Hand von ihr gelernt.
Hintergründe einer bewegten Familiengeschichte
Das Gespräch bietet die Gelegenheit, Hintergründe einer bewegten Familiengeschichte und über das Wahrsagen zu erfahren. „Was ist Wahrheit aus der Perspektive einer Wahrsagerin? Wie ist ihr Blick auf die Welt? Was sind ihre Methoden? Über diese und andere Fragen wollen wir ins Gespräch kommen“, erzählt Luisa Fink, die die Veranstaltung moderieren wird. Für das Podiumsgespräch wird um eine Anmeldung gebeten unter buchung@museen-stade.de oder unter Telefon 0 41 41/ 7 97 73 50. Der Eintritt kostet 12 Euro, inklusive Ausstellungsticket. Darüber hinaus wird Esmeralda Blume ihren Wagen an zwei Wochenenden vor dem Museum platzieren: Am 9. und 10. Oktober und vom 7. bis 9. Januar kann jeder unabhängig von einem Museumsbesuch zwischen 12 und 19 Uhr für eine Session unter vier Augen in ihren Wagen kommen. Der Wagen steht vor dem Museum, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Coupon einer Session reduziert den Eintritt zur Ausstellung über Jacoba van Heemskerck um die Hälfte.
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