04.08.2017, 10:58
Landkreis Stade warnt vor unbehandelter Milch
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LANDKREIS. Das Gesundheitsamt des Landkreises Stade warnt vor dem Verzehr von Rohmilch, ohne sie vorher abzukochen. Die unbehandelte Milch könnte zu Infektionen mit EHEC-Bakterien führen.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Landkreis Stade, Dr. Gerhard Pallasch, warnt davor, Rohmilch zu trinken oder zu verarbeiten, ohne sie vorher abzukochen. Gerade bei Ausflugstouren im Sommer sei die Verlockung groß, zum Beispiel an sogenannten Milchtankstellen Rohmilch zu kaufen und sofort unbehandelt zu verzehren, so der Stader Amtsarzt. Dies könne beispielsweise zu Infektionen mit EHEC-Bakterien führen.

EHEC-Infektionen sind gefürchtet, weil sie im Alltag durch Nichtbeachtung einfacher Hygieneregeln leicht übertragen werden und im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Sie könnten das „HUS-Syndrom“ mit Darmblutungen und anderen Komplikationen auslösen. So war der Verzehr unbehandelter, mit EHEC-Bakterien kontaminierter Rohmilch in einem österreichischen Hotel die Ursache dafür, dass sich im Februar Teilnehmer eines Schulausflugs der Stader Berufsbildenden Schulen (BBS) II mit gleich mehreren Stämmen des gefährlichen Krankheitserregers infiziert hatten. Das haben Ermittlungen des Gesundheitsamtes Landkreis Stade, des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes und österreichischer Behörden ergeben.

Hygieneplan soll Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern

Lebensmittelkontrolleure hatten in Österreich Milchproben genommen und Lieferwege überprüft. Die Reisenden hatten nach ihrer Rückkehr ebenfalls Proben für Laboruntersuchungen abgegeben. Analysen wiesen in den Patientenproben und den Proben bei den Milch liefernden Kühen einen identischen EHEC-Bakterienstamm nach. Die österreichischen Stellen haben die Quelle der Infektionen identifiziert und geschlossen, so die Gesundheitsbehörden. Dem Gesundheitsamt des Landkreises sei es gelungen, eine Ausbreitung in anderen Bundesländern zu verhindern. Bewährt habe sich auch, dass die Schule, wie grundsätzlich alle hiesigen sozialen Einrichtungen, über einen Hygieneplan verfügen, dessen Umsetzung der Ausbreitung von Krankheitserregern vorbeugen soll. Auf Initiative des Landkreises war eine Epidemiologin des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes in Stade, um eine sogenannte Fall/Kontrollstudie durchzuführen.

Pallasch: „Bei den meisten Betroffenen war es glücklicherweise nicht zu Symptomen gekommen oder der Verlauf der Krankheit war mit Erbrechen und Durchfall verbunden, jedoch als milde einzustufen gewesen.“ Wer die Hinweise an den Rohmilchtankstellen beachtet, könne eine Erkrankung verhindern und durch Befolgen von Hygieneregeln seien Infektionen vermeidbar.

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