Zähl Pixel
Wallstraße

Bald wird das Stader Heimatmuseum ausgeräumt

Für das Heimatmuseum ist ein neues Nutzungskonzept geplant. Foto: Museen Stade

Für das Heimatmuseum ist ein neues Nutzungskonzept geplant. Foto: Museen Stade

In das seit Jahren geschlossene Heimatmuseum in Stade soll wieder Leben einziehen – mit neuem Nutzungskonzept. Voraussetzung sind umfassende Sanierungs- und Baumaßnahmen.

Von Fenna Weselmann Freitag, 11.03.2022, 08:00 Uhr

Noch bewahrt das dreigeschossige Haus an der Wallstraße eine umfangreiche Sammlung volkskundlicher und historischer Ausstellungsstücke. Die soll nun ins Magazin der Museen Stade in Ottenbeck wandern – ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Denn für diesen nächsten Meilenstein des Sanierungsprojekts sind alle Objekte restauratorisch und konservatorisch vorzubereiten.

Aufwendige Reinigung in der Thermokammer 

Das Team der Museen Stade hatte während der Lockdown-Zeiten bereits mit der Sichtung und Reinigung zahlreicher Ausstellungsgegenstände begonnen. In einem nächsten Schritt sollen die vielen weiteren Objekte jetzt – begleitet durch einen Restaurator – von möglichen Schädlingen und Schimmelbefall befreit werden. Dazu zählen beispielsweise der historische Hamburger Schapp, die seltene Landschaftstapete mit Schweizer Motiven von 1825 oder die bedeutende Trachtensammlung. „Nur so schützen wir die vielen anderen Objekte im Magazin“, erklärt Dr. Hans-Eckhard Dannenberg vom Stader Geschichts- und Heimatverein, dem das Gebäude gehört.

Im April soll es losgehen. Über eine Kooperation mit dem Museum am Kiekeberg werden Sammlungsstücke in der dortigen Thermokammer wärmebehandelt. Vor Ort in Stade kommen außerdem eine mobile Thermokammer sowie Stickstoffzelte zum Einsatz. „Papier, Stoff, Holz, Metall – jedes Material benötigt eine individuelle Behandlung“, macht Dannenberg den Aufwand des Projekts deutlich. Im Frühjahr 2023 soll die Sammlung mit ihren vielen und großen Exponaten dann komplett im Magazin eingelagert sein. Erst im Anschluss wird die Baustelle eingerichtet.

Ideen für eine neue Nutzung

Wieder einziehen wird am Ende nur noch ein kleiner Teil der einstigen Sammlung als sogenanntes „Museums-Echo“. Der Rest verbleibt im Magazin, um einzelne Stücke für Ausstellungen im Schwedenspeicher zu nutzen.

Stattdessen soll der ehrwürdige Bau dann mit Büros im Obergeschoss künftig auch Heimat für gemeinnützige kulturelle Einrichtungen wie den Landschaftsverband, die Orgelakademie oder den Museumsverein sein. Auch eine Co-Nutzung als Tagungsstätte für Vorträge, Fortbildungen und museumspädagogisches Programm ist angedacht.

Projekt soll drei Millionen Euro kosten

Das 1904 erbaute Provinzialmuseum gehört zu den ältesten Museumsbauten Deutschlands. Geplant wurde es, um die Sammlungen des „Vereins für Geschichte und Altertümer der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden und des Landes Hadeln“ für Bürger und Schulen zugänglich zu machen.

Drei Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. Zur Verfügung stehen bereits 1,5 Millionen Euro über die Städtebauförderung der Stadt Stade, 100 000 Euro Zuschuss vom Kreis und 400 000 Euro Fördermittel vom Bund. Damit stehen zwei Drittel der Finanzierung. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Projekt 2024 abgeschlossen sein.

Die weitere Stader Museumslandschaft

Schwedenspeicher: Er gehört der Stadt und präsentiert die ständige, sehr moderne Ausstellung zu „Vor- und Frühgeschichte“. Es ist das zentrale Heimatmuseum, zeigt aber auch Sonderausstellungen und besondere Aktionen.

Freilichtmuseum auf der Insel: Es gehört ebenfalls dem Geschichts- und Heimatverein. Dort wird die bäuerliche Kultur aus dem 18. und 19. Jahrhundert in Marsch und Geest gezeigt.

Kunsthaus am Wasser West: Es gehört dem Landkreis und ist reserviert für Ausstellungen zur klassischen Moderne und Gegenwartskunst.

Mit dem kostenlosen TAGEBLATT-Web-Push-Service immer auf dem Laufenden bleiben

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel