Zähl Pixel
Kunsthaus

Rocko Schamoni liest in Stade - Rahmenprogramm zu Heino-Jaeger-Ausstellung

So wie seine kultigen Satiresendungen sind auch Heino Jaegers Bildwerke von Skurrilität und Groteske geprägt. Foto: Museen Stade

So wie seine kultigen Satiresendungen sind auch Heino Jaegers Bildwerke von Skurrilität und Groteske geprägt. Foto: Museen Stade

Heino Jaeger besitzt bis heute Kultstatus. Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Stade gibt Einblick in Werk und Leben des Hamburger Künstlers. Dazu gehört ein Rahmenprogramm samt Filmpremiere, Lesung mit Rocko Schamoni und Punk-Debüt.

Von Fenna Weselmann Mittwoch, 20.04.2022, 11:00 Uhr

Den Auftakt machen Heino Jaegers Super-8-Welten, die am Freitag, 22. April, von 19 bis 21 Uhr im Meese-Richter-Saal im Museum Schwedenspeicher zu sehen sind. Der Freundeskreis um den Hamburger Maler, Grafiker und Satiriker unternahm regelmäßig Reisen und Exkursionen und dokumentierte diese filmisch. Der zwischenzeitliche Plan einen Spielfilm zu drehen, wurde nicht verwirklicht. Jaegers Freund Joska Pintschovius hat jedoch einen Großteil der gemeinsamen Filmstudien bewahrt. Anlässlich der Ausstellung zeigt Pintschovius nun erstmals eine 1,5-stündige Fassung, die zum Teil mit O-Tönen des 1997 verstorbenen Heino Jaegers unterlegt ist. Die Filmsequenzen sind auch ein Spiegel der Stimmungen in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren.

Auf dem Programm steht auch ein Talk mit Privatdozent Dr. Thomas Röske unter dem Titel „Diagnose Kunst“. Seit Heino Jaeger ab Mitte der 1960er Jahre mehrfach in psychiatrischer Behandlung war, sind seine Werke durch eine Verknüpfung von Kunst und Krankheit geprägt. Das Gespräch am Sonnabend 30. April, um 19 Uhr geht diesen Verbindungen nach.

Rocko Schamoni hat Heino Jaeger zum Protagonisten seines aktuellen Romans „Der Jaeger und sein Meister“ gemacht. Mit dem wird Schamoni am Donnerstag, 5. Mai, um 20 Uhr im Alten Schlachthof für eine Lesung in Stade zu Gast sein. Nach „Große Freiheit“ taucht der Autor erneut in die brodelnde Szene der 1960er und 1970er Jahre in Hamburg ein, wo jenseits der bürgerlichen moralischen Vorstellungen ein freies, ungezügeltes Leben gefeiert wird. Im Zentrum steht die Freundschaft von Joska Pintschovius zu Heino Jaeger, der von vielen geradezu als „Meister“ verehrt wird.

Im Cinestar wird am Donnerstag, 19. Mai, um 18 Uhr der Film „Heino Jaeger – look before you kuck“ in Anwesenheit von Regisseur Gerd Kroske und mit anschließender Podiumsdiskussion gezeigt. In den 1970er Jahren war die Radiosendung „Fragen Sie Dr. Jaeger“ absoluter Kult. Später sorgte Jaeger als Maler und Kabarettist für Aufsehen. Da es wenige Filmaufnahmen von Jaeger selbst gibt, nähert sich der Regisseur Gerd Kroske dem Helden über Erzählungen von Freunden und Wegbegleitern.

Teil des Programms ist auch ein Konzert mit „Team Scheisse“ am Sonnabend, 21. Mai, ab 20 Uhr im Alten Schlachthof. Die minimalistische Punkband mit ihrem Debütalbum „Ich hab dir Blumen von der Tanke mitgebracht“ passt zu Jaegers anarchischer, unangepasster und kritischer Kunst.

Ausstellung

Die Ausstellung „ Heino Jaeger – Retroperspektive, oder wie man das nennt“ läuft noch bis zum 6. Juni. Tickets gibt es im Kunsthaus, unter buchung@museen-stade.de oder unter Telefon 0 41 41/ 7 97 73 50. Tickets für das Punk-Konzert sind erhältlich unter www.tickettoaster.de. Tickets für die Lesung können online über Stade Marketing und Tourismus gebucht werden. (fen)

www.museen-stade.de

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel