Seltene Erden: Grüne wollen Stader Rotschlamm recyceln statt deponieren
Ein rotes Viereck mitten in der grünen Landschaft: Die Rotschlammdeponie umfasst 146 Hektar . Luftfoto: Martin Elsen
Der Schlamm der Aluminium Oxid Stade enthält wertvolle Rohstoffe. Ginge es nach den Grünen, könnte in Stade ein bundesweites Vorzeigeprojekt entstehen.
Die Grünen in Stade setzen darauf, den Rotschlamm der AOS zu verwerten statt zu deponieren. Damit reagiert die Partei auf einen TAGEBLATT-Bericht über den AOS-Antrag, die Deiche der Deponie in Bützflethermoor auf bis zu 30 Meter erhöhen zu dürfen. Rotschlamm, so Thomas Rackow vom Grünen-Vorstand, sei mehr als ein Reststoff, nämlich ein „wertvolles Rohstoff-Agglomerat mit erheblichen Anteilen an Aluminium und vor allem Eisen“.
Darüber hinaus fänden sich darin – in geringen Anteilen – wertvolle seltene Stoffe wie Gallium, Scandium und Titanium. Aus diesem Grund sei in einem EU-Förderprojekt die Recycelbarkeit dieser seltenen Erden aus Bauxitrückständen untersucht worden – mit positiven Ergebnissen. In einem weiteren 30 Millionen Euro teuren Forschungsprojekt des Bundes sei untersucht worden, ob eine Verwertung aller Bestandteile des Rotschlamms realisierbar ist. Dies sei technisch durchaus möglich. Zur Wirtschaftlichkeit gaben die Forscher keine abschließende Bewertung.
Vorstoß: Rotschlamm der AOS könnte recyclt werden
Das scheint das Problem zu sein. Laut AOS habe sich trotz ständiger Suche kein Unternehmen gefunden, das diese Aufgabe übernehmen wolle. So bleibe dem Stader Betrieb nur die Deponierung. Den relevanten Investitions- und Betriebskosten ständen erhebliche Einnahmepotenziale gegenüber, die allerdings stark von den Marktpreisen der seltenen Erden abhingen, so die Grünen.
Sie begrüßen den Beschluss der AOS, ihren Produktionsstandort in Stade längerfristig zu erhalten. Das sei nicht selbstverständlich. Klar sei, dass der Verbleib der Reststoffmengen geregelt und gesichert sein muss. Insofern ist der Antrag auf Erweiterung der Kapazitäten der Rotschlammdeponie betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, so die Grünen.
Grüne Stade: Deponierung des Rotschlamms dauerhaft keine Lösung
Die Deponierung des Rotschlamms sei – selbst, wenn von ihm aktuell keine Gefahren für die Umwelt ausgehen sollten – keine dauerhafte Lösung. Das Recycling erscheint nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Wunsch der Partei: Aus der Deponie soll in absehbarer Zeit ein bundesweites Vorzeigeprojekt in Sachen Rohstoffrecycling werden.