Stadt Stade: Ab nächstem Jahr soll nur Ökostrom fließen
Grüner Strom für alle Gebäude der Stadt Stade – das schlägt die Stadtverwaltung vor.
Nur noch Ökostrom – das soll für alle Gebäude, Straßenlaternen und Ampeln der Stadt Stade gelten. Der Liefervertrag mit den Stadtwerken läuft Ende des Jahres aus. Der richtige Zeitpunkt also, um für den Kampf gegen den Klimawandel den Schalter auf Ökostrom umzulegen.
So schlägt es die Stadtverwaltung vor. Am heutigen Mittwoch hat der städtische Bauausschuss den Vorschlag zur Beratung auf dem Tisch. Die neuen Lieferverträge für Strom sollen ab 2023 reinen Ökostrom zur Stadt liefern. Außen vor bleiben sollen künftig auch konventionelle Stromprodukte, die Zertifikate für die CO2-Kompensation vorweisen können.
Denn die Klimabilanz für den bisher gelieferten Strommix sieht nicht gut aus: Die Stadt verbraucht für ihre Liegenschaften, die Straßenbeleuchtung und Ampeln durchschnittlich 6750 MWh pro Jahr – das sind 6 750 000 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Für ein Wohnhaus mit vier Personen werden bis zu 4300 Kilowattstunden jährlich gerechnet.
56 Prozent der Emissionen gehen auf Strom zurück
Rund 35 Prozent des gesamten Energie-Einsatzes der Stadt entfallen auf den Strom. Der Blick auf die CO2-Emissionen zeigt aber, dass davon 56 Prozent auf den Strom zurückgehen. Zwischen 3522 und 3744 Tonnen sind das pro Jahr. Grund sind die hohen Emissionen des konventionellen Stroms. Um diese massiv zu mindern, „ist die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien erforderlich“, so die Verwaltung. Der Aufbau eigener Stromerzeuger über Photovoltaik- oder Windkraftanlagen sei nicht schnell genug umzusetzen.
Würde die Stadt nur noch reinen Ökostrom aus erneuerbaren Energien beziehen, kostet sie das nach derzeitigem Stand 15 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich. Bei einem Verbrauch von 6750 Megawattstunden kommen so jährlich höhere Kosten von rund 10 000 Euro pro Jahr zusammen. Aber: Konventionell erzeugter Strom mit CO2-Ausgleich ist laut Verwaltung keine Alternative. Es stehe genügend Ökostrom zur Verfügung, und die vom Bund beschlossene CO2-Bepreisung wird langfristig dazu führen, dass konventioneller Strom immer teurer wird. „Sind heute noch Mehrkosten beim Bezug erneuerbarer Energien hinzunehmen, so wird sich das in den kommenden Jahren möglicherweise umkehren.“
Verträge suchen neuen Lieferanten
Ausgeschrieben werden die Lieferverträge von der Gebäudewirtschaft Stade (GWS). Es geht um den Strom für alle städtischen Gebäude in der Verwaltung der GWS, die Straßenbeleuchtung, den Baubetriebshof der KBS sowie für die Gesellschaften der Wirtschaftsförderung und das Stadeum. Nicht zuletzt fordert der Gesetzgeber von Trägern öffentlicher Aufgaben, nationale und europäische Vorgaben für Klimaschutzziele bei Planungen und Entscheidungen zu beachten.
„Wenn wir wirklich substanziell CO2 sparen wollen, müssen wir auf Strom aus erneuerbaren Energien setzen“, sagt Stadtbaurat Lars Kolk. Damit die Verwaltung den Rückhalt der Politik hat, steht die stadtinterne Energiewende zur Diskussion, bevor die entsprechende Ausschreibung erarbeitet wird. Der Bauausschuss tagt heute ab 17.30 Uhr im Königsmarcksaal im Stader Rathaus.