Wofür das Geld der Weihnachtspäckchen des Inner Wheel Clubs verwendet wird
Gleich vier soziale Einrichtungen aus der Region können mit den Spenden jetzt neue Projekte umsetzen oder laufende weiterführen. Foto: Ahrens
Die Frauen des Inner Wheel Clubs Stade hatten nach ihrer Weihnachtsaktion 14 000 Euro zu vergeben. Beschenkt wurden vier soziale Organisationen aus der Region – die schon konkrete Pläne mit ihren Spenden haben.
Die nachträgliche Bescherung machten die 39 Frauen aus dem Inner Wheel Club Niederelbe möglich. In Nachmittagen voller „Fleißarbeit“, wie Präsidentin Andrea Kruse erzählt, falteten die Mitglieder 1500 Weihnachtspäckchen. Sie wurden im Dezember in Jork, Dollern und Stade verkauft. Wer ein glückliches Päckchen gewählt hatte, fand in seinem Inneren ein Gewinnerlos für Preise aus der Region. Zusammen mit zusätzlichen Spenden kamen so 14 000 Euro zusammen – über die sich nun gemeinnützige Einrichtungen aus der Region freuen.
Das Jugendhaus in Stade kümmert sich jährlich um bis zu 80 Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer eigenen Familie leben können oder dürfen. Viele Kinder profitieren von den sozialpädagogischen Angeboten und Betreuungen, über 20 von ihnen wohnen für kurze Zeit oder sogar dauerhaft in den Zimmern der Vorwerkstraße. „Diese Kinder sind zwar von staatlicher Seite finanziert, aber das deckt nur das Existenzminimum“, sagt Leiter Sascha Weiß.
Während der Homeschooling-Zeit stand nur ein Computer für zehn Kinder zur Verfügung, berichtet er. Für kulturelle Angebote fehle meist das Geld. Mit den 4200 Euro des Inner Wheel Clubs soll die Technik verbessert und den Kindern Zugang zu Kultur ermöglicht werden. Aber Leiter Weiß sagt klar: Es könne sein, dass durch den Ukraine-Krieg in Stade Hilfe für ukrainische Kinder nötig werde. Dann wird mit dem Geld flexibel geplant. „Denn diese Kinder sind auch Stades Kinder.“
Mit der gleichen Spendensumme kann auch das Frauenhaus in Stade planen. Auf fünf Plätzen finden hier Frauen Obhut, die von körperlicher oder seelischer Gewalt bedroht sind. „Viele Frauen haben multiple Probleme, sie sind traumatisiert und waren großem Stress ausgesetzt“, sagt Leiterin Hanne Rathjens. Um den Frauen zu helfen, bietet das Haus Gespräche und Therapien an. Gute Erfahrungen wurden in der Vergangenheit mit einer Kunsttherapeutin gemacht. Dabei gehe es nicht darum, etwas besonders Anspruchsvolles zu kreieren. „Die Frauen können etwas aktiv machen und nicht nur reden, und darüber entwickeln sich ganz andere Gespräche“, so Hanne Rathjens. Mit dem Geld können weitere Termine angeboten werden, für die Frauen sogar Arbeitsschichten umlegen würden.
Das Hospiz in Bremervörde erhält ebenfalls 4200 Euro. Seit 2014 werden dort Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet. Neben medizinischer Linderung der Schmerzen leisten die Mitarbeiter vor Ort auch seelsorgerische Arbeit und unterstützen bei praktischen Fragen, die kurz vor dem Tod auf die Gäste zukommen. „Wir erleben oft, dass es unseren Gästen noch einmal besser geht“, sagt Geschäftsführer Volker Rosenfeld. Weil die Krankenkassen nur 95 Prozent der Kosten übernehmen, muss die Einrichtung das restliche Geld über Spenden auftreiben. „Aber die Patienten kostet ihr Aufenthalt hier dann keinen Cent“, so Rosenfeld. Bis zu 30 Prozent der Bewohner kommen aus dem Landkreis Stade.
Die Seemannsmission in Bützfleth begrüßt Seeleute aus aller Welt. Um dem stressigen und lauten Bordalltag zumindest für einen Moment zu entfliehen, wurde auf dem Gelände ein kleines Häuschen errichtet, das Rückzugsort werden soll. „Dort können Seeleute ihrem Glauben nachgehen, meditieren oder einfach nur Ruhe finden“, sagt Leiterin und Diakonin Kerstin Schefe. Der Inner Wheel Club sponsert mit 1200 Euro aus der Weihnachtsaktion die Inneneinrichtung für den Ruheraum.