Rund 800 registrierte Wildunfälle gibt es nach Angaben von Kreisjägermeister Günther Bube im Landkreis Stade pro Jahr. Wer am Straßenrand oder in Fahrbahnnähe Tiere erkennt, sollte seine Geschwindigkeit ohne scharfes Bremsen reduzieren. Erscheint ein Wildtier im Scheinwerferkegel, heißt es: Fernlicht aus! Das Abblenden und ein kurzes Hupen reicht laut ACE in der Regel aus, um das Tier zu verscheuchen. Bei plötzlich auftauchendem Wild helfe es nur, das Lenkrad festzuhalten, möglichst kein Ausweichmanöver zu riskieren und stark zu bremsen. Achtung Rudel: Es muss immer mit mehreren Tieren gerechnet werden.

Autofahrer sollten Reflektoren als Hinweis verstehen

CDs und Plastikflaschen in Bäumen, Stanniolpapier oder Reflektoren an den Leitpfosten sollten Autofahrer ebenso als Information für möglichen Wildwechsel betrachten wie Hinweisschilder. Dann gilt es, besonders achtsam zu fahren, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Nachfolgeverkehr im Blick zu halten. Selbst Zäune am Straßenrand sind laut ACE kein Garant dafür, dass sich nicht doch mal ein Tier auf die Fahrbahn verirrt.

Kommt es trotz aller Vorsicht zum Zusammenstoß, sollten Fahrer zunächst die Warnblinkanlage einschalten, die Warnweste anziehen und dann die Unfallstelle mit dem Warndreieck absichern. Erst dann sollte die Polizei verständigt werden.

Wichtig: Viele Versicherer fordern zur Schadenregulierung eine Wildunfallbescheinigung. Diese sollte die Polizei bei der Unfallaufnahme ausstellen. Schäden nach einem Unfall mit Haarwild - wie zum Beispiel Wildschwein, Reh, Hirsch, Fuchs oder Hase - können über die Teil- oder Vollkaskoversicherung reguliert werden.

Die Checkliste bei Wildunfällen

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Steht ein Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen.
  • Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.
  • Was ist nach einem Wildunfall zu tun?
  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
  • Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.
(Mit Material der dpa)