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Handball-Bundesliga

Niederlage gegen Blomberg: BSV verspielt hohe Führung

Ernüchterung: Liv Süchting und der BSV waren in der ersten Halbzeit klar überlegen – und verloren dennoch. Foto: Jan Iso Jürgens

Ernüchterung: Liv Süchting und der BSV waren in der ersten Halbzeit klar überlegen – und verloren dennoch. Foto: Jan Iso Jürgens

Die Handballerinnen des Buxtehuder SV haben ihre erste Niederlage in diesem Jahr erlitten – und zwar eine ganz bittere. Am Sonntagnachmittag hatte der BSV schon deutlich gegen die HSG Blomberg-Lippe geführt. Nach der Pause jedoch brach das Team ein.

Von Tim Scholz Sonntag, 20.02.2022, 16:38 Uhr

(Letztes Update am 20. Februar um 20.23 Uhr: Statistik ergänzt.)

Die Bälle fliegen unplatziert aufs Tor oder ins Aus oder in die Hände der Gegnerin. Fehler, die die HSG Blomberg-Lippe am Sonntagnachmittag in der Halle Nord konsequent bestraft. Und so schrumpft die Acht-Tore-Führung des BSV. Blomberg trifft acht Mal in Folge, Buxtehude kein einziges Mal. Ausgleich, 22:22. Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle Nord sind ratlos. Der Hallensprecher: „Jetzt muss wieder ein Ruck durch die Halle gehen.“ Aber Blomberg dreht das Spiel, und der Buxtehuder SV erholt sich nicht mehr von diesem krassen Einbruch.

Somit kassierte der BSV nach dem deutlichen Heimsieg gegen Bad Wildungen am Mittwoch eine bittere Niederlage zum Abschluss der englischen Woche. Trainer Dirk Leun nahm seine Mannschaft danach ausdrücklich in Schutz. Er lobte die hervorragende Leistung in der ersten Halbzeit. Begründete den Einbruch mit der Unerfahrenheit seiner jungen Spielerinnen und dem Kraftverlust durch die englische Woche. Und dann waren da die Schiedsrichter: „Zu diesem Thema möchte ich mich nicht äußern. Das macht mich wütend.“ Die Fans klatschten.

Starke Leistung von Charlotte Kähr

Der BSV verpasste somit erneut einen Sieg gegen Blomberg, jetzt Tabellenneunter. Dabei war die Mannschaft auf einem sehr guten Weg. In der ersten Halbzeit investierte der BSV viel Energie in sein Spiel, führte den Gegner stellenweise vor. Torhüterin Katharina Filter konnte die schwachen Würfe mit wenig Mühe parieren. In der zehnten Minute hatte sie bereits neun Bälle gehalten.

Und vorne ließ der BSV so gut wie keine Chance ungenutzt. Vor allem Rückraumshooterin Charlotte Kähr zeigte erneut eine starke Leistung. Bei ihrem Tor zum 10:5 (14.) reckte sie die Faust beim Jubeln und freute sich über ihren fünften Treffer – bis zu diesem Zeitpunkt. Fehlwürfe: Fehlanzeige. Bei Blomberg landete nur jeder dritte Wurf im Tor.

Nach einer Viertelstunde wechselte der BSV-Trainer Nachwuchsspielerin Maja Schönefeld ein. Am Vortag hatte die 17-jährige Jugend-Nationalspielerin für den BSV II noch dreizehn Tore in der dritten Liga geworfen, am Sonntag übernahm sie kurzzeitig Verantwortung auf der Königsposition im linken Rückraum und hinten im Innenblock. In der 23. Minute lag der BSV mit acht Toren vorne, 15:8.

HSG-Trainer Steffen Birkner hatte Torhüterin Melanie Veith da bereits ausgewechselt – für Marie Andresen. Die 27-Jährige wechselt im Sommer nach Buxtehude und nimmt den Platz von Katharina Filter ein. Kurz vor der Pause musste sich Andresen lang machen, hatte letztlich aber keine Chance gegen den abgefälschten Wurf von Johanna Heldmann. In der Schlussminute ließ sie sich von Liv Süchting tunneln, 19:12.

Verzichten musste der BSV am Sonntag weiterhin auf Nationalspielerin Annika Lott (Muskelfaserriss) und die langzeitverletzten Mieke Düvel und Mia Lakenmacher. Teresa von Prittwitz stand nach überstandener Nierenbeckenentzündung wieder auf dem Feld. Aus dem Juniorenteam rückten Schönefeld und Madita Probst ins Team. Bis zur Pause gab es dann auch wenig zu kritisieren. „Wir sind mit sehr viel Überzeugung gestartet. Das war richtig, richtig gut“, sagte die verletzte Mia Lakenmacher.

Blomberg verteidigte deutlich aggressiver

Und so ging es zunächst weiter. Der BSV führte kurz nach der Pause mit acht Toren (21:13) und sah fast wie der sichere Sieger aus. Doch Blomberg verteidigte deutlich aggressiver und konterte den BSV nach Ballgewinnen aus. Auch die künftige BSV-Torhüterin Marie Andresen steigerte sich. Was war passiert? „In der ersten Halbzeit haben wir unterirdisch Handball gespielt. Da hat es auch in der Kabine gerappelt“, sagte HSG-Trainer Birkner, einst Jugendkoordinator beim BSV. Er habe wenig Sachliches gesagt, sei laut geworden. „Ich habe an den Charakter der Mannschaft appelliert.“ Offenbar mit Erfolg.

Eine Viertelstunde vor dem Ende lag der BSV zum ersten Mal hinten, 24:25. Die Blombergerinnen kämpften, schienen den BSV mit ihrer harten Gangart in der Abwehr zu verunsichern. Das Schiedsrichtergespann ließ auf beiden Seiten einiges durchgehen, für Leun offenbar zu viel. Der BSV-Trainer Leun diskutierte immer wieder mit den Schiedsrichtern. Und dennoch, am Ende zog er das Positive aus dem Spiel.

Die Statistik des Spiels

  • Spielverlauf aus BSV-Sicht: 3:2 (5.), 8:4 (12.), 13:8 (20.), 15:10 (25.), 19:13 (Halbzeit), 22:19 (38.), 24:23 (45.), 26:28 (51.), 29:31 (56.), 30:33 (Endstand)
  • Buxtehuder SV: Rühter, Filter; Süchting 2, Heldmann 3, Probst, Antl 2, Mühlner 2, Dölle 5/2, Winterberg 3, Schönefeld, Ossenkopp 2, Kähr 9/2, Kollmer 2, von Prittwitz
  • HSG Blomberg-Lippe: Andresen, Veith; Rüffieux, Kynast 2, Quist 4, Rajes 7, Wenzel, Kordovská 2, Hertha, Agwunedu, Reiche, Pettersson 4, Hartstock 1, Michalczik 13/4
  • Siebenmeter: BSV
  • Zeitstrafen: BSV 2 (Süchting, Kähr) – HSG 3 (Pettersson 2, Kordovská)
  • Zuschauer: 371
  • Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper
  • Nächstes Spiel: Halle-Neustadt – BSV (Sbd., 26. Februar, 19 Uhr)

Bildergalerie

Foto: Jürgens

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