Fahrkartenautomat in Dollern gesprengt
In der Nacht zu Dienstag haben Unbekannte versucht, einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn in Dollern an der Strecke Cuxhaven-Hamburg zu sprengen.
Die Detonation war am Dienstag um 1.56 Uhr gemeldet worden, zusätzlich zur Polizei rückte auch die Ortsfeuerwehr Dollern aus. Diese konnte schnell wieder abrücken, der Automat brannte nicht.
Äußerlich war wenig zu sehen, es qualmte, die Öffnung für Fahrkarte und Rückgeld wurde offenbar erheblich beschädigt. Die Polizei sperrte den Bahnsteig in Fahrtrichtung Hamburg. In der Nacht rückten Delaborierer aus Bremen an, die Sprenstoffexperten unterstützten die Kollegen vor Ort.
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Der Zugverkehr wurde nachts lediglich kurz eingestellt, schließlich lagen keine Metallteile auf den Gleisen oder auf dem Bahnsteig. Von den Tätern/vom Täter fehlt noch jede Spur. Sie mussten sich ohne Beute aus dem Staub machen. Die Ermittler in Stade bitten Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu der Sprengung geben können, sich unter 0 41 41/ 10 22 15 zu melden.
Die Hintergründe sind noch offen. Kriminelle haben es nicht nur auf das Geld in den Automaten abgesehen, sondern um die Fahrkartenrollen. Die Rohlinge seien begehrt, um sie zu bedrucken und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Fälscher würden sie zudem benötigen, um auf deren Basis illegal eigene Fahrkartenvordrucke herzustellen.
Die Sprengungen sind hochgefährlich. Es gab bei solchen Aktionen in Deutschland bislang einen Toten – auf dem Bahnhof Scharnhorst in Dortmund. Der Deutsche (31), vermutlich einer der Täter, stand bei der Explosion zu nahe am Automaten. In Dollern waren gestern laut Polizei keine Fahrgäste am Bahnhof.
2017 gab es eine Serie von Sprengungen im Landkreis Stade, unter anderem wurde ein Automat in Agathenburg in die Luf gesprengt. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) sank die Zahl der Fahrkartenautomaten-Sprengungen, von 35 (2017) auf elf (2018). Im laufenden Jahr sei jedoch ein leichter Anstieg zuverzeichnen.
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Im März 2018 hatte das Landgericht Stade Mitglieder einer Bande zu Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Sie setzten auch Polenböller ein, andere Banden nutzen Gas. Auf knapp 400.000 Euro belief sich der Schaden allein durch die Reparatur oder den kompletten Austausch der mehr als ein Dutzend zerstörten Automaten. Dagegen war die Beute der Bande relativ gering; sie soll bei etwa 25.000 Euro gelegen haben. Rund 30.000 Euro kostet ein DB-Automat. Unter den Tätern war ein Ex-Polizist aus Moskau.