Massenschlägerei an BBS in Stade – Schwerverletzte blutüberströmt
Der Streit soll bei einem Fußballtraining in der Sporthalle des Schulkomplexes an der Glückstädter Straße in Stade entbrannt sein. (Archivbild) Foto: Landkreis Stade/Daniel Beneke
Bis zu 50 Männer sollen am Freitagabend aufeinander losgegangen sein. Polizei und Rettungskräfte sind im Großeinsatz. Der Auslöser scheint nichtig, die Folgen gravierend.
Stade. Dieses Blaulicht-Aufgebot blieb am Freitagabend nicht lange verborgen. Im Internet berichteten Augenzeugen von Rettungswagen, die im Akkord über die A26 in Richtung Stade fuhren und sich auf dem Parkplatz der Berufsbildende Schulen an der Glückstädter Straße sammelten.
Am Sonnabendmorgen folgte die Auflösung der Polizei: An der BBS 3 hat es eine Massenauseinandersetzung mit Schwerverletzten gegeben, informierte Stades Polizeisprecher Daniel Kraus. Um kurz vor 22 Uhr seien mehrere Notrufe eingegangen. Zwischen 40 und 50 Personen seien in zwei Gruppen aneinandergeraten. Es sollen Messer und Schlagstöcke zum Einsatz gekommen sein, so Augenzeugen.
Es habe auch Meldungen über Schussgeräusche gegeben. Auch von Fahrzeugen auf der Flucht sei berichtet worden, sagte Kraus.
Verletzte in Stade sind „blutüberströmt“
Die Polizei löste einen Großeinsatz aus, der vielen nicht verborgen blieb. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 16 Streifenwagen aus Stade und den umliegenden Landkreisen alarmiert. Dazu kam ein Mannschaftstrupp von 30 Polizisten der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg. Die Polizeikräfte hatten sich laut Kraus „robust aufgerüstet“.
T Sicherheit in Stade: Weiter viele Polizeikräfte in der Stadt
Vor dem Schulkomplex seien mehreren Menschen angetroffen worden. „Einige von ihnen hatten blutüberströmte Bekleidung“, so Kraus. Ein weiteres Auto habe den BBS-Parkplatz verlassen wollen, es sei von der Polizei gestoppt worden. „Die Personen darin deuteten auf weitere Verletzte hinter der Sporthalle“, berichtete Kraus. In der Tat: Dort seien weitere, stark blutende Verletzte gestellt worden.
Mindestens sechs zum Teil schwer Verletzte
Die Rettungsleitstelle löste einen „MANV“-Fall („Massenanfall an Verletzten“) aus. Es wurden sechs Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst alarmiert.
Kraus: „Im gesicherten Bereich konnten die Verletzten behandelt werden und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert werden.“ Mindestens sechs Männer seien nach ersten Erkenntnissen zum Teil schwer verletzt worden.

Polizeikräfte sicherten auch die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude ab. (Archivbild) Foto: Battmer/Archiv
Zudem suchten noch am Abend weitere beteiligte Männer laut Polizei auch selbstständig die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude auf und begaben sich in Behandlung. „Um hier jegliche Auseinandersetzungen zu verhindern, wurden mehrere Streifenwagen an den Krankenhäusern postiert“, sagte der Polizeisprecher.
Suche nach Waffen und versteckten Personen
Die Polizei habe am Abend zudem Schulgebäude und Sporthalle nach weiteren Verletzten und möglichen Tatbeteiligten, die sich verstecken könnten, abgesucht. Dabei sei niemand mehr gefunden worden.
Ebenfalls erfolglos blieb die Suche nach Tatwaffen. „Bei der Absuche wurden lediglich Schlaggegenstände gefunden“, bilanzierte Kraus: Messer oder andere Waffen waren nicht darunter. Auch Patronenhülsen einer Schusswaffe seien nicht gefunden worden.
Pfefferspray beim Fußball löst Tumult aus
Und warum das Ganze? Hier blieb die Polizei den Angaben zufolge nicht ratlos zurück - allerdings hätte der Anlass offenbar nicht nichtiger sein können. „Als Ursache konnte ein vorheriger Streit in der Sporthalle ermittelt werden“, so Kraus. Es habe zwischen den Gruppen in der Halle zuvor ein Wortgefecht im Streit gegeben. Daraufhin habe ein Mann Pfefferspray versprüht. „Anschließend verlagerte sich die Situation nach draußen und führte zu den körperlichen Angriffen“, berichtete die Polizei.
Bei allen bislang ermittelten Tatbeteiligten handele es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 36 Jahren. Allesamt stammten direkt aus Stade. Die Ermittlungen dauerten an. (pm/tip)
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.