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Verdächtiger nach Brandstiftungen in Cuxhaven festgenommen

Von dem Corona-Testmobil auf dem Parkplatz des Kreishauses Cuxhaven war nach dem Brand nicht viel übrig. Archivfoto: Mangels

Von dem Corona-Testmobil auf dem Parkplatz des Kreishauses Cuxhaven war nach dem Brand nicht viel übrig. Archivfoto: Mangels

Ein 41 Jahre alter Mann ist in den Fokus der Polizeiinspektion Cuxhaven geraten. Er soll für mehrere Brandstiftungen verantwortlich sein – und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Donnerstag, 02.06.2022, 18:39 Uhr

Drei Mal brannte es innerhalb weniger Wochen am Kreishaus in der Vincent-Lübeck-Straße in Cuxhaven. Zunächst stand in einer Nacht Anfang Januar eine Nebeneingangstür in Flammen. Ein damals noch unbekannter Täter hatte dort Brandsätze platziert und angezündet.

Ähnliches Bild Mitte Februar: Wieder ging der unbekannte Täter nach dem gleichen Prinzip vor. Erneut brannte es mithilfe von Brandbeschleuniger an der Nebeneingangstür.

Corona-Testmobil in Cuxhaven in Brand

In der Nacht zum 22. März geriet dann noch ein als Corona-Testzentrum umgebautes Wohnmobil in Brand. Das von der Tourismuswirtschaftsgemeinschaft (TWG) Cuxhaven genutzte Testmobil brannte völlig aus. Schnell waren sich die Ermittler sicher, dass es sich auch hier um Brandstiftung gehandelt hatte.

Mutmaßlicher Brandstifter sitzt in Untersuchungshaft

Jetzt könnten die Taten aufgeklärt worden sein. Zumindest hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 41-jährigen Mann aus Lingen (Landkreises Emsland), der nach Informationen der „Cuxhavener Nachrichten“ seinen Zweitwohnsitz im Landkreis Cuxhaven haben soll.

Der Mann war im Rahmen der Ermittlungen, an denen auch ein Brandsachverständiger beteiligt gewesen war, in den Fokus der Polizei geraten. Offenbar hatten die Ermittler mehrere Indizien dafür gesammelt, dass der Mann für die Taten verantwortlich sein könnte. Auf Grundlage dessen erließ das zuständige Amtsgericht Stade einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 41-Jährigen. Was dafür spricht, dass der Mann die Taten begangen haben könnte, und wie die Ermittler auf den 41-Jährigen aufmerksam geworden sind, wollte Stephan Hertz, Sprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, auf Nachfrage aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Verdächtiger Mann gerät in Polizeikontrolle 

Am Mittwoch geriet der Mann dann in eine Verkehrskontrolle im Landkreis Wesermarsch. Nach Abgleich der Personalien klickten die Handschellen. Durch den Landkreis Wesermarsch fahren Verkehrsteilnehmer auf dem Weg zwischen Lingen und Beverstedt. Der Mann wurde einem Haftrichter vorgeführt und im Anschluss für die Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Auch Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnräume des Mannes hatte das Amtsgericht Stade zuvor auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade erlassen. Bei den Durchsuchungen habe die Polizei "weiteres, umfangreiches Beweismaterial sichergestellt", teilt Sprecher Stephan Hertz mit. Zur Art und zum Umfang des Beweismaterials wollte der Polizeisprecher nichts sagen - nur so viel: "Es war nicht nur eine Plastiktüte voll."

41-Jähriger ist polizeibekannt

Der Mann "war als Tierhalter bereits mit dem Veterinäramt des Landkreises Cuxhaven in Konflikt geraten", erklärt Stephan Hertz. Ob dieser "Konflikt" das Motiv für die Taten war oder vielleicht eine ablehnende Haltung gegenüber der Corona-Politik oder sonstige Gründe - auch dazu machte der Polizeisprecher keine Angaben.

Der 41-Jährige sei aber bereits mehrfach wegen verschiedener Delikte polizeilich in Erscheinung getreten - unter anderem wegen Nötigung. Zu möglichen Mittätern wollte sich der Polizeisprecher ebenfalls nicht äußern. Seinen Angaben zufolge soll der Gesamtschaden durch die drei Brandstiftungen im sechsstelligen Bereich liegen. (red)

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