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Berlin

Alt, «optisch nicht sehr schön», aber fahrtüchtig: der Opel Olympia Caravan von 1956 von Hanns-Lüdecke Rodewald.

Alt, «optisch nicht sehr schön», aber fahrtüchtig: der Opel Olympia Caravan von 1956 von Hanns-Lüdecke Rodewald.

Seit 46 Jahren will ein Berliner Professor seinen Opel Olympia Caravan nicht mehr gewaschen haben. Der Oldie ist zur Sehenswürdigkeit geworden und hat eine besondere Geschichte.

04.10.2023, 09:25 Uhr
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Der Opel Olympia Caravan von 1956 ist seit Jahrzehnten ein kurioser Blickfang in Berlin-Kreuzberg. Auf seiner Karosserie wachsen Moose und Flechten. Und manchmal verstecken sich Mäuse im Wagen. Das Auto gehört Hanns-Lüdecke Rodewald. Der pensionierte Professor und Experte für Fahrzeugsicherheit beteuert, den Wagen seit 1977 nicht mehr gewaschen und ein Langzeitexperiment daraus gemacht zu haben. „Ich will erforschen, was passiert, wenn man ein Auto jahrzehntelang stehen lässt und nur ganz wenig macht”, so Rodewald.

Ordnungshütern und Behörden ist der Wagen schon lange ein Dorn im Auge. „Die Polizei hat ihn 1995 zwangsstillgelegt, hat aber verloren, musste ihn wieder anmelden und mir Schadenersatz zahlen”, erinnert sich Rodewald. „Das Ordnungsamt hat das Auto als „Abfall” angesehen und mir dreimal einen Verstoß gegen das Abfallbeseitigungsgesetz vorgeworfen, aber immer ohne Erfolg.”

Auch wenn der Opel schrottig wirkt: Er ist angemeldet, bekommt seinen TÜV und ist fahrbereit. Weil er nur selten bewegt wird, braucht er beim Start etwas Nachhilfe: Rodewald gießt etwas Benzin in den Vergaser und schon schnurrt der Motor wie eine alte Nähmaschine.

Der TÜV sei allerdings immer eine Herausforderung: „Der Wagen ist halt optisch nicht sehr schön und hat auch technisch immer kleinere Mängel, wo man Ermessensspielräume walten lassen muss”, sagt Rodewald. „Gurtsysteme, Airbag, Rückfahrscheinwerfer und Nebelleuchten hat er nicht. Aber heutige Prüfingenieure suchen oft danach und wundern sich, dass der Wagen das nicht braucht.”

© dpa-infocom, dpa:231004-99-433144/2

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