Auf diesen Strecken stehen Sie über Ostern im Stau
Stau auf der A7 (Archivbild). Foto: Bodo Marks/dpa
Wer zu Ostern unterwegs ist, braucht auf den Autobahnen um und in Hamburg sowie in Richtung Süden Geduld: Wo und wann werden Hin- und Rückreisewellen zu echten Geduldsproben? Und wann kommen Reisende doch noch halbwegs entspannt durch?
Trotz hoher Spritpreise wird nach Einschätzung des ADAC die große Mehrheit der Nord- und Ostseeurlauber zu Ostern mit dem Auto anreisen. Vor allem rund um Hamburg erwartet der Automobilclub viele Staus. Besonders belastet könnten demnach die Autobahnen A1 (Bremen – Hamburg – Lübeck) und die A7 (Hannover – Hamburg – Flensburg) sein. Voll werden könnte es auch auf der A23 (Hamburg – Heide), der A24 (Hamburg – Berlin) und der A20 (Lübeck – Rostock – Stettin).
Die Unterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind gut gebucht. Laut der Tourismusagentur Schleswig-Holstein ist die Buchungslage insgesamt solide. Besonders Orte wie die Insel Sylt und Heiligenhafen an der Ostsee meldeten eine hohe Auslastung.
Das wird laut ADAC der verkehrsreichste Tag
Verkehrsreichster Tag auf den Autobahnen dürfte laut ADAC der Gründonnerstag sein. Auch am Vormittag des Karfreitags sei mit starkem Reiseverkehr zu rechnen, sagte ADAC-Sprecher Menno Gebhardt. Am Ostermontag könnte es wegen vieler Rückfahrten zu Verzögerungen kommen.
Staus vor Elbquerungen möglich
Auf dem Weg zu den Ferienorten müssen Autofahrer mehrere Baustellen passieren. Auf der A7 sei der Elbtunnel ein ständiges Nadelöhr. Zwar ist der Tunnel selbst keine Baustelle, doch unmittelbar südlich und nördlich wird die Autobahn auf acht Spuren ausgebaut. Im Bereich Altona wird ein gut zwei Kilometer langer Lärmschutztunnel errichtet.
Weiter nördlich auf der A7 bei Rendsburg könnte es zu Stau vor der Rader Hochbrücke kommen. Die Brücke über den Nordostseekanal wird bis 2030 erneuert. Zwar sind in beiden Richtungen jeweils zwei Fahrspuren frei. Doch die Fahrbahn sei an mehreren Stellen verlegt, sagte Gebhardt. „Veränderungen an der Straßenführung sind immer Stauschwerpunkte.“
Auf der A1 ist ebenfalls die Elbquerung bei Hamburg ein für Störungen anfälliger Punkt. Die Norderelbbrücke ist so marode, dass dort Verkehrseinschränkungen vor allem für Lastwagen gelten. Dadurch kommt es zu Beeinträchtigungen für den gesamten Verkehr.
Fast überall Schulferien
Im weiteren Verlauf der A1 in Richtung Lübeck werden zwischen Bargteheide und Reinfeld drei kleinere Brücken erneuert. Die Autobahn ist dort von drei auf zwei Fahrstreifen je Richtung verengt. Wer in Lübeck der A1 in Richtung Fehmarn folgt, muss mit Verzögerungen zwischen Bad Schwartau und Pansdorf rechnen.
„Die Osterfeiertage gehören zu den staureichsten Zeiten im Jahr. Besonders rund um Hamburg treffen Pendler-, Urlaubs- und Ausflugsverkehr aufeinander“, erklärte der ADAC-Sprecher. Alle Bundesländer, bis auf Hamburg, haben um Ostern Schulferien. Die Autobahn GmbH werde zu den Feiertagen keine neuen Bauarbeiten beginnen, sagte ein Sprecher der Niederlassung Nord.
Da auch in vielen europäischen Regionen Osterferien sind, füllt das auch die Transitrouten und etliche Strecken in den Nachbarländern.
Und wie immer können auch rund um die Feiertage Teilstücksperrungen (allerdings nur wenige), Baustellen - der ADAC zählt aktuell deutschlandweit 779 - und Unfälle für noch mehr Zeitverluste beim Reisen sorgen.
Der ADAC rät, sich vor dem Losfahren ganz aktuell über das Verkehrsgeschehen auf der geplanten Route zu informieren - und speziell vor Reisen in die Alpen genügend Zeit einzuplanen
Der Überblick: An welchen Tagen es voll wird
Mittwoch: Die Reisewelle dürfte schon in der Wochenmitte starten. Der ADAC sagt eine deutliche Zunahme des Verkehrs voraus, „da viele Reisende bewusst einen früheren Start wählen, um den Hauptreisetag zu umgehen“.Die Hauptreisezeiten liegen am Mittwoch laut ACE zwischen 13 und 19 Uhr - günstig ist die Zeit dem ACE zufolge am Vormittag bis etwa 11 Uhr. Da sei nur mit einer niedrigen Staugefahr zu rechnen - Stauampel auf Grün. Ganz anders die Situation am Folgetag.
Gründonnerstag: Der ADAC sieht bereits am Donnerstag den Höhepunkt der Staugefahr erreicht und rechnet mit „erheblichen Verzögerungen“. Das gelte vor allem am Nachmittag und am Abend. Der Ferienverkehr trifft dann auch noch auf Berufspendler.Als Hauptreisezeiten nennt der ACE die Zeit zwischen 11 und 21 Uhr. Am ehesten sei man bis etwa 11 Uhr gut unterwegs - da sieht der ACE aber schon eine mittlere Staugefahr voraus.
Karfreitag: Am Freitag flaut das Reisegeschehen dagegen ab - ein wenig. Es kommt aber auf die Tageszeit an. Die Hauptreisezeit liegt laut ACE zwischen 9 und 15 Uhr. Das betrifft vor allem die Nord-Süd-Routen.Von Vormittag bis Mittag sei die Staugefahr demnach aber noch hoch - ab etwa 15 Uhr sinke sie „spürbar“ auf „mittel“, um dann am Abend ab 18 Uhr nur noch „niedrig“ zu sein.
Karsamstag: Am Samstag wird es wieder moderat bis turbulent. Die meisten Leute dürften zwischen 10 und 17 Uhr unterwegs sein. Gute Reisezeiten sind - das muss man aber stets individuell auch mit seinen Plänen in Einklang bringen können - am Vormittag bis etwa 11 Uhr und abends von 18 bis 21 Uhr. Dazwischen geht der ACE von einer mittleren Staugefahr aus.
Ostersonntag: Klar, am Sonntag wollen viele schon am Ziel angekommen sein. Wer das nicht will oder muss, hat Glück. Denn wenn viele schon da sind, wo sie wollen, fahren umso weniger auf den Autobahnen. Oder anders: „Statistisch gesehen ist dies der ruhigste Tag der Osterfeiertage mit einem geringen Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen“, so der ACE. So bietet sich der Sonntag als vermutlich bester Reisetag mit nur geringer Staugefahr an.
Ostermontag: Ganz anders die Lage am Montag, wo der ACE die Hauptreisezeiten zwischen 11 und 20 Uhr sieht. Und eigentlich stehen alle Zeichen dann den ganzen Tag auf „rot“ - hohe Staugefahr wegen der massiven Rückreisewelle.Allenfalls bis etwa 11 Uhr könnte es laut ACE nur eine mittlere Staufgefahr geben. Den Höhepunkt sieht der auch der ADAC vor allem am Nachmittag und Abend.
Dienstag: Auch am Dienstag und den Tagen danach dürfte noch Rückreiseverkehr zu spüren sein, denn in einigen Bundesländern enden die Osterferien. Als Hauptreisezeit für den Dienstag nennt der ACE den Zeitraum zwischen 8 und 13 Uhr - und rechnet mit einer hohen Staugefahr bis etwa 11 Uhr. Die Rückreisenden können dann vor allem rund um die Ballungsräume mit dem Berufsverkehr zusammentreffen. Im Laufe des Tages dürfte es ruhiger werden.
Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Stuttgart und München sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
- A1 Köln – Dortmund – Münster – Bremen – Hamburg – Lübeck
- A1/A3/ A4 Kölner Ring
- A2 Oberhausen – Dortmund und Braunschweig – Magdeburg
- A3 Oberhausen – Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – Passau
- A4 Köln – Aachen und Kirchheimer Dreieck – Erfurt – Dresden – Görlitz
- A5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt/Main – Karlsruhe – Basel
- A6 Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
- A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
- A8 Karlsruhe - Stuttgart – München – Salzburg
- A9 Berlin – Nürnberg – München
- A10 Berliner Ring
- A11 Berliner Ring – Stettin
- A24 Hamburg – Berlin
- A40 Essen – Duisburg – Venlo
- A44 Dortmund – Kassel
- A45 Aschaffenburg – Gießen – Dortmund
- A59 Düsseldorf – Köln – Bonn
- A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
- A81 Würzburg – Heilbronn – Stuttgart – Singen
- A93 Kiefersfelden – Rosenheim
- A95 München – Garmisch-Partenkirchen
- A96 München - Lindau
- A99 Autobahnring München
Auch in Österreich dürfte es rund um Ostern viel Betrieb geben. So rechnet der ACE auf den Anreiserouten in die österreichischen Skigebiete, den Transitachsen und weiter Richtung Südtirol „mit einem massiven Verkehrsaufkommen“. Den Clubs zufolge sind vor allem die Tauernautobahn (A 10), die Inntalautobahn (A 12) und die Brennerautobahn (A 13) zwischen Innsbruck und dem Brennerpass betroffen.
Großbaustellen auf wichtigen Routen in Österreich
Probleme drohen auf wichtigen Autobahnen in Österreich weiterhin durch Baustellen. Das gilt etwa für die Brennerautobahn aufgrund der Generalsanierung der Luegbrücke. Daher kann es gerade zu Stoßzeiten immer wieder zu Verzögerungen und Staus kommen - trotz temporärer zweistreifiger Verkehrsführung. Es bleibt laut ACE ein „kritisches Nadelöhr mit erheblichen Verzögerungszeiten“. Der ADAC stellt online weitere Informationen bereit. Auch auf dem nicht mehr grundsätzlich gesperrten Reschenpass (B 180) ist weiterhin mit Behinderungen zu rechnen.
Zudem sind noch Fahrverbote für den Ausweichverkehr am Wochenende in Kraft – so unter anderem im Bundesland Tirol bis zum 6. April. Die betroffenen Strecken und Zeiten lassen sich auf der Informationsseite des Bundeslands Tirol ansehen. Ähnliches gilt in Vorarlberg, wozu das Bundesland auch eine Seite im Netz hat.
Wartezeiten an den Grenzen sind weiter möglich
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Website der Asfinag einsehen.
Auch in der Schweiz dürften sich viele Straßen füllen
Auch in der Schweiz ist spätestens ab Gründonnerstag mit einer Zunahme des Verkehrs zu rechnen. Ein neuralgischer Punkt: der Tunnel auf der Gotthardroute (A 2). Vor dem Nordportal in Göschenen sollten Reisende wegen der zu erwartenden Blockabfertigung „ein erhebliches Zeitpolster einplanen“. Alternative ab einer Wartezeit von über einer Stunde vor dem Nordportal (Göschenen): die San-Bernardino-Route (A 13). Aber auch hier ist mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Auch am Freitagvormittag erreichen die Transitstrecken ihre Kapazitätsgrenzen. Neben der Gotthardroute sind laut ADAC vor allem die A 1 (zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen) sowie die A 3 (Basel nach Chur) stark belastet.
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