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Schuleingangsuntersuchung

TBereit für die Schule? Kreis-Gesundheitsamt untersucht 2800 Kinder

Ein Kind zeichnet ein auf einem Zettel abgebildetes Kreuz ab. Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen stellt das Kreis-Gesundheitsamt fest, ob ein Kind bereit für die Schule ist. Foto: picture alliance/dpa

Ein Kind zeichnet ein auf einem Zettel abgebildetes Kreuz ab. Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen stellt das Kreis-Gesundheitsamt fest, ob ein Kind bereit für die Schule ist. Foto: picture alliance/dpa

Für viele Kinder kommt in diesem Jahr ein großer Tag: Sie werden eingeschult. Bis zu den Sommerferien müssen knapp 2800 Schulanfänger im Kreis Stade zeigen, dass sie schulfähig sind. Warum die sogenannte Schuleingangsuntersuchung so wichtig ist.

Sonntag, 26.02.2023, 12:02 Uhr

Konzentriert sitzt Luise auf dem Kinderstuhl. Sie trägt große Kopfhörer, in der Hand hält sie einen Melder mit Taste. Immer wenn die Fünfjährige einen Ton hört, soll sie den Knopf drücken, so hat es Stephanie Witt ihr erklärt. Die Medizinische Fachangestellte übernimmt den ersten Teil der Untersuchung.

Neben dem Hören wird zum Beispiel auch das Sehvermögen überprüft. Jede einzelne Aufgabe erklärt Stephanie Witt geduldig und kindgerecht. In der Zwischenzeit füllt ihre Mutter einen Fragebogen aus.

„Wir möchten die Familie kennenlernen“, erläutert die erfahrene Fachkraft. „So können wir die Kinder und die Familiensituation besser einschätzen.“ Denn auch die Eltern und die familiären Gegebenheiten müssen mitbedacht werden - ohne dies zu beurteilen, wie der Landkreis betont.

Fähigkeiten und Verständnis der Kinder überprüfen

Für die Schuleingangsuntersuchung ist Luise mit ihrer Mutter ins Stader Gesundheitsamt gekommen - vorwiegend die Kinder aus der Hansestadt Stade machen hier die Untersuchung. In den weiteren Kommunen im Kreis Stade wird diese in den Schulen durchgeführt.

Der Ablauf ist wiederum immer gleich - ebenso wie das Ziel. Mit standardisierten Tests werden die sprachlichen, motorischen, sozial-emotionalen und kognitiven Fähigkeiten, das Zahlen- und Mengenverständnis sowie die Körpermaße und körperliche Gesundheit der Kinder überprüft. Fachkräfte stellen so den Entwicklungs- und Gesundheitszustand des Kindes ärztlich fest. Dafür haben knapp 30 niedersächsische Landkreise die Inhalte der Schuleingangsuntersuchung abgestimmt.

Eltern und Grundschulen entscheiden über Einschulung

Kinderärztin Dr. Christine Hartwig betont: „Eine Schuleingangsuntersuchung ist aber kein Test, keine Prüfung. Wir beraten die Familien, informieren die Schulen über schulrelevante Befunde, sprechen Empfehlungen über die Schulfähigkeit aus und beantworten Fragen.“ Ob ein Kind eingeschult wird, entscheiden die Grundschulen - oder die Eltern: Denn bei sogenannten Flexi-Kindern, die also im Einschulungsjahr im Juli, August oder September sechs Jahre alt werden, können die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob ihr Kind noch ein weiteres Jahr die Kita besucht.

Die Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes plädiert dafür, Flexi-Kinder eher ein Jahr in der Kita zu lassen – auch wenn ihr bewusst ist, dass mitunter noch viel zwischen der Untersuchung und Einschulung passieren kann: „Selbstverständlich ist das eine individuelle Entscheidung, jedes Kind ist anders. Aber in einem weiteren Kita-Jahr kann das Kind seine Fähigkeiten erweitern, noch mehr Selbstbewusstsein aufbauen und startet dann gestärkt in die Schule.“

Sollten sich bei Mädchen oder Jungen die Fähigkeiten für den Schulalltag noch nicht ausreichend entwickelt haben, dann informieren und beraten Ärzte die Familie: Sie geben Tipps, wie Kinder im häuslichen Alltag zusätzlich gefördert werden können oder verweisen gegebenenfalls an weitere Ärzte oder Therapeuten.

Wegen Corona brauchen Kinder mehr Betreuung

Außerdem weist das Gesundheitsamt auf schulrelevante Förderbedarfe des Kindes hin, damit diese in der Schule berücksichtigt werden können. „Schließlich möchte jedes Kind lernen, manchmal braucht es dafür nur etwas Unterstützung“, sagt Kreissprecherin Nina Dede.

Der Anteil der Untersuchungen, bei denen ärztliche Empfehlung notwendig ist, habe zugenommen - auch wegen der Corona-Pandemie, so Christine Hartwig: „Die Auswirkungen stellen wir durchaus fest.“ Genau deswegen sei es so wichtig gewesen, dass das Gesundheitsamt in den vergangenen Jahren trotz der teils strengen Corona-Regelungen alle Schuleingangsuntersuchungen durchgeführt habe.

Luise freut sich schon auf ihre Einschulung

Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst ist für die Beratung und sozialmedizinische Begutachtung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, für Impfungen etwa in Schulen und die Untersuchung der vierten Klassen zuständig . „Die fünf medizinischen Fachangestellten sowie sechs Ärztinnen und Ärzte haben wirklich tolle Arbeit geleistet“, lobt die Leiterin.

Toll hat derweil auch Luise die Schuleingangsuntersuchung gemeistert. „Ich kann sehen wie ein Adler und hören wie ein Luchs - das hat Frau Witt zu mir gesagt“, erzählt sie stolz. Die Fünfjährige freut sich schon jetzt auf ihre Einschulung im August. (st/bat)

Zur Schuleingangsuntersuchung beim Gesundheitsamt des Landkreises gehört auch ein Hörtest. Foto: Landkreis

Zur Schuleingangsuntersuchung beim Gesundheitsamt des Landkreises gehört auch ein Hörtest. Foto: Landkreis

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