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Jetzt sind die Mitglieder dran

CDU: Drei Kandidaten für Seefried-Nachfolge

Sie wollen in der CDU und im Landtag Verantwortung übernehmen: Gerhard Hoffmann, Sandra Lemmermann, Melanie Rost und Helmut Dammann-Tamke (von links). Silja Köpcke (Mitte) moderiert derzeit die Kandidatensuche. Foto: Wisser

Sie wollen in der CDU und im Landtag Verantwortung übernehmen: Gerhard Hoffmann, Sandra Lemmermann, Melanie Rost und Helmut Dammann-Tamke (von links). Silja Köpcke (Mitte) moderiert derzeit die Kandidatensuche. Foto: Wisser

Inhaltliche Auseinandersetzung und Wahlkampf ja, persönlicher Streit nein. Die vier Kandidaten für die CDU-Landtagskandidaturen in den Wahlkreisen Stade und Buxtehude wollen einen fairen Umgang miteinander pflegen.

Von Karsten Wisser Samstag, 30.10.2021, 08:00 Uhr

Das ist eine der Erkenntnisse aus der Vorstellung der Bewerber für die Landtagskandidaturen und den Vorsitz der christdemokratischen Kreispartei. Die Notwendigkeit der Neuordnung resultiert aus dem Sieg von Kai Seefried bei der Landratswahl am 12. September.

Die unumstrittene Führungsfigur der CDU hat ihr Landtagsmandat bereits niedergelegt und lässt auch schon den Parteivorsitz ruhen. Die Präsentation der vier Kandidaten im Hotel „Zur Einkehr“ in Stade leitete die stellvertretende Parteivorsitzende Silja Köpcke. Seefried, der am Montag ins Kreishaus einzieht, bemüht sich bereits jetzt um parteipolitische Neutralität.

Die verkündeten Personalien boten dabei für TAGEBLATT-Leser wenig Neues, neue Erkenntnisse gibt es trotzdem. Der amtierende Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke (60) aus Ohrensen wird wohl beim gemeinsamen Aufstellungsparteitag für beide Wahlkreise am 13. November in Stade im Stadeum der einzige Bewerber für den Wahlkreis Buxtehude sein.

„Ich habe die leichte Unzufriedenheit wahrgenommen und habe dafür volles Verständnis“, sagte er. Nach der desaströsen Bundestagswahl sei es nachvollziehbar, dass die Jüngeren vieles infrage stellten. „HDT“ wird trotzdem wieder antreten, weil mit Seefried und im Landkreis Harburg mit Heiner Schönecke gestandene Abgeordnete bei der Landtagswahl im Herbst 2022 nicht wieder antreten und er neue CDU-Abgeordnete aus der Region unterstützen wolle.

HDT, stellvertretender Fraktionsvorsitzende und agrarpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, will sich dafür einsetzen, dass der Kandidat für den Wahlkreis Stade einen guten Listenplatz bekommt. Er selbst verzichte darauf und wolle seinen Wahlkreis, wie seit 2002 viermal geschehen, direkt gewinnen.

Drei ganz unterschiedliche Bewerber am Start

Wen Helmut Dammann-Tamke in der nächsten Wahlperiode unterstützen könnte, ist aber völlig offen. Mit der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Melanie Rost (42) aus Stade, dem Vorsitzenden der Mittelstandsvereinigung Gerhard Hoffmann (57) – ebenfalls aus Stade – und der erfolgreichen Wahlkämpferin Sandra Lemmermann (52) aus Mulsum hat die CDU drei unterschiedliche Bewerber für die Landtagskandidatur am Start.

So setzt Hoffmann als Banker auf seine wirtschaftliche Kompetenz. Melanie Rost ist in der Stader CDU angesehen. Sie ist die jüngste Bewerberin und als jetzige Seefried-Stellvertreterin eine potenzielle Kandidatin. Rost vertritt den Kreisverband heute auch bei der Krisen-Sitzung der Kreisvorsitzenden in Berlin.

Sandra Lemmermann dürften außerhalb der Landfrauen und ihrer Heimatgemeinde Mulsum-Kutenholz wenige Menschen gekannt haben. Mit einem tollen Ergebnis von rund 2800 Stimmen bei der Wahl zum Kreistag hatte sich dies für Lemmermann aber schlagartig geändert. Sie holte aus dem Stand das viertbeste CDU-Ergebnis auf Kreisebene.

Bewerber für den Kreisvorsitz: Rost und Hoffmann

Melanie Rost und Gerhard Hoffmann bewerben sich auch für den Kreisvorsitz. Allerdings hat Hoffmann angekündigt, nur dann für den Vorsitz des Kreisverbands zu kandidieren, wenn er vorher zum Landtagskandidaten gewählt wird. „Der Job des Vorsitzenden ist so anspruchsvoll, dass ich ihn nicht neben meinem Beruf nebenher machen kann“, sagte Hoffmann auf Nachfrage.

Melanie Rost würde dagegen zur Verfügung stehen. „Das hängt von meinem Ergebnis bei der vorherigen Wahl ab“, sagte sie. Wenn sie im Dreikampf um die Landtagskandidatur unterliegen sollte, dürfte das Ergebnis also trotzdem nicht zu schlecht sein, damit ihre Ambitionen für den Kreisvorsitz am Leben bleiben.

Am 13. November werden in einem ersten Wahlgang alle drei gegeneinander antreten. Bekommt keiner der drei Bewerber ums Landtagsmandat dabei mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichwahl zwischen den beiden Besten des ersten Wahlgangs. Danach wird der oder die neue Kreisvorsitzende gewählt.

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