Corona-Pandemie: Niedersachsen steigt bei Luca-App aus
Für die einjährige Nutzung der Luca-App zahlte das Land Niedersachsen inklusive Nebenkosten rund drei Millionen Euro. Foto: Christoph Soeder/dpa/Illustration
Die Lizenz für die umstrittene App zur Kontaktverfolgung läuft Ende März aus. Obwohl millionenfach von Nutzern heruntergeladen hat die App für Gesundheitsämter keinen Nutzen.
Wie schon mehrere andere Bundesländer, darunter Hamburg und Schleswig-Holstein, verzichtet auch Niedersachsen künftig auf die Luca-App zur Corona-Kontaktverfolgung. Das kündigte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann am Donnerstag in Hannover an. „Wir verlassen uns im Wesentlichen auf die freiwillige Nutzung der Corona-Warn-App“, sagte der CDU-Politiker.
An der Luca-App hatte es immer wieder Kritik gegeben. Skeptiker störten sich vor allem an der zentralen Datenspeicherung. Zudem sorgte ein Fall in Mainz für Aufsehen, bei dem die Polizei die Daten von Gästen widerrechtlich über das Gesundheitsamt abfragen ließ.
Drei Millionen Euro investiert, fast nie genutzt
Niedersachsen hatte den Vertrag für die Luca-App Ende März 2021 abgeschlossen. Für die einjährige Nutzung wurden inklusive Nebenkosten rund drei Millionen Euro fällig. Die Gesundheitsämter hatten die App zuletzt nur noch vereinzelt genutzt.
Das Kreis-Gesundheitsamt in Stade hatte die Luca-App nach jüngstem Bekunden lediglich dreimal genutzt, in zwei Fällen konnten mit Hilfe der App Infektionsketten erfolgreich nachverfolgt werden. (dpa)