2400 Jahre alt – Vogelmumie aus Ägypten landet in Oldenburg
Das vom Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zur Verfügung gestellte Handout zeigt eine mikroskopische Analyse einer Vogelmumie. Foto: Anette Siegmüller/Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg/dpa
Ein Mann schenkt dem Oldenburger Museum eine unscheinbare Vogelmumie. Er glaubt dabei an einen Fund aus dem Moor. Die Analyse-Technik ist aber so weit, dass sie eine überraschende Herkunft belegt.
Oldenburg. Kein normaler Fund aus dem Moor nebenan, sondern ein spannendes Objekt aus dem Alten Ägypten: Mit mehreren Analyse-Techniken haben Wissenschaftler in Oldenburg die überraschende Herkunft einer Vogelmumie nach eigenen Angaben eindeutig geklärt. Sie gehen davon aus, dass es sich um einen rund 2.400 Jahre alten Falken handelt, wie das Landesmuseum Natur und Mensch mitteilte.
Der Ägyptologe Alexander Ullmann hat die Schenkung nach einem Bericht des Museums umfassend wissenschaftlich und kulturhistorisch analysiert. „Dass sich hinter der unscheinbaren Vogelmumie ein so spannendes Objekt aus dem Alten Ägypten verbirgt, hat mich sehr überrascht und zeigt, wie viel Forschungspotenzial auch in älteren Sammlungsstücken steckt“, wird Ullmann zu seinen Ergebnissen zitiert.
Technik erlaubt Blick ins Innere
Das Ergebnis habe eine Kombination aus Datierungsmethoden, Computertomographie (CT) und mikroskopischen Untersuchungen ermöglicht. Vor allem ein CT-Scan erlaubte den Forschern einen zerstörungsfreien Blick ins Innere der Mumie. Daneben interessierten die Kooperation Erkenntnisse zur Bestimmung der Vogelart sowie zur Mumifizierungstechnik.
Mit den Aufnahmen sind den Experten zufolge neue Hinweise auf den kulturhistorischen Kontext möglich. Dabei gehe es etwa um religiöse Praktiken, den Umgang mit Tieren im Alten Ägypten sowie um mögliche Formen kultischer (Massen-)Tierhaltung. Für die Wissenschaftler ist klar, dass die neue Einordnung der Vogelmumie größere Bedeutung verleihe.
Die Arbeit zeige für die Forscher auch, wie moderne Medizintechnik innovative Einblicke in historische Sammlungsstücke ermögliche. Ihre Ergebnisse sollen 2027 in der Museumszeitschrift veröffentlicht werden.