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Tüv Nord

Das Risiko mit dem Tagfahrlicht: Appell an Autofahrer im Kreis Stade

Tiefstehende Sonne, Nebel oder Regen: Bei schlechter Sicht auf Landstraßen lieber früh das Abblendlicht einschalten, mahnen Tüv und Polizei.

Tiefstehende Sonne, Nebel oder Regen: Bei schlechter Sicht auf Landstraßen lieber früh das Abblendlicht einschalten, mahnen Tüv und Polizei. Foto: Warnack/dpa

Moderne Lichtautomatik kann in kritischen Wetterlagen trügen. Auch der Tüv Nord warnt vor den Risiken, wenn Nebel und Schnee die Sicht verschlechtern.

Von Denice May Montag, 19.01.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Lieber früher als zu spät - so die Devise beim Abblendlicht. Auch wenn viele Autos inzwischen über eine automatische Lichtfunktion verfügen, sollten sich Autofahrerinnen und Autofahrer nicht ausschließlich darauf verlassen. Denn bei Nebel, trüber Sicht am Tag oder Schneefall reagiert diese Technik häufig nicht zuverlässig, mahnt der Tüv Nord. Die Prüforganisation appelliert daher - ebenso wie die Polizei -, das Abblendlicht in solchen Situationen bewusst manuell einzuschalten.

Nach Tüv-Einschätzung liegt die Ursache weniger im Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer als vielmehr in den technischen Grenzen der Lichtautomatik-Systeme selbst. Die arbeiten nämlich in der Regel mit Helligkeitssensoren, die ausschließlich die Umgebungslichtstärke messen. „Bei Nebel, Schneefall oder diesiger Sicht ist es tagsüber oft weiterhin relativ hell, obwohl die Sichtweite deutlich eingeschränkt ist“, erklärt Claas Alexander Stroh vom Tüv Nord. Der Sensor erkenne dann keinen Anlass, das Abblendlicht einzuschalten.

Bei vielen Fahrzeugen bleiben die Rückleuchten unbeleuchtet

Das daraus entstehende Risiko stuft der Tüv als erheblich ein. „Tagfahrlicht sorgt zwar dafür, dass Fahrzeuge von vorne besser gesehen werden, lässt aber bei vielen Fahrzeugen die Rückleuchten unbeleuchtet. Gerade bei Nebel, starkem Regen oder Schneefall werden Fahrzeuge von hinten dann deutlich später wahrgenommen. Das erhöht insbesondere auf Landstraßen und Autobahnen die Gefahr von Auffahrunfällen“, so Claas Alexander Stroh.

Bei Hauptuntersuchungen stellen Prüfer immer wieder fest, dass Fahrer nicht genau wissen, in welchem Lichtmodus ihr Fahrzeug unterwegs ist. Der Tüv beobachtet zudem einen generellen Trend: Autofahrer verlassen sich zunehmend auf Assistenzsysteme wie die Lichtautomatik und greifen seltener manuell ein. „Viele gehen davon aus, dass die Technik jede Verkehrssituation korrekt abdeckt“, heißt es. Dabei seien Assistenzsysteme als Unterstützung gedacht - nicht als Ersatz für die Verantwortung der Fahrenden.

Manuell einschalten, unabhängig von der Tageszeit

Die Empfehlung des Tüv Nord fällt daher eindeutig aus: Bei Nebel, Schneefall oder anderer schlechter Sicht sollten Autofahrer das Abblendlicht grundsätzlich manuell einschalten - unabhängig von Tageszeit oder Lichtautomatik. Nur so ist gewährleistet, dass auch die Rückleuchten aktiviert sind und das Fahrzeug von allen Seiten gut wahrgenommen wird. Bei sehr dichter Sicht unter 50 Metern ist zusätzlich das Einschalten der Nebelschlussleuchte vorgeschrieben. Gerade in der aktuellen winterlichen Wetterlage könne bewusstes Handeln hier einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

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