Durchschnittlicher Wert von Nachlässen steigt im Norden
Der Durchschnitt der Reinnachlässe im nördlichsten Bundesland lag 2025 bei rund 626.000 Euro. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Der Wert steuerpflichtiger Nachlässe in Schleswig-Holstein ist in zehn Jahren deutlich gestiegen. Bei Schenkungen zeigt sich laut der Statistiker der Trend noch deutlicher.
Kiel. Der Wert der Erbschaften in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen: Der Durchschnitt der Reinnachlässe im nördlichsten Bundesland lag 2025 bei rund 626.000 Euro, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Ein Reinnachlass ist das steuerpflichtige vererbte Vermögen, das nach Abzug von Schulden, Bestattungskosten und weiteren Nachlassverbindlichkeiten übrig bleibt. 2015 waren es noch etwa 484.000 Euro. Damit stieg der durchschnittliche Wert innerhalb von zehn Jahren um 29,3 Prozent.
Auch die Zahl der Reinnachlässe stieg den Statistikern zufolge auf rund 2.900 Fälle. Zudem wurden 5.091 steuerpflichtig Erbende gezählt.
In Schleswig-Holstein wurden 2025 außerdem 1.251 steuerpflichtige Schenkungen registriert. Ihr durchschnittlicher Wert lag bei rund 450.000 Euro, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Sowohl die Zahl der Schenkungen als auch ihr Durchschnittswert erreichten damit neue Höchststände. 2015 hatte der durchschnittliche Wert noch bei etwa 246.000 Euro gelegen.
In der Statistik werden nur steuerpflichtige Fälle erfasst. Das bedeutet, dass nur die Fälle mit hohen Vermögenswerten beziehungsweise die Fälle mit niedrigen Freibeträgen Eingang finden. Der Großteil der Erbschaften und Schenkungen bleibt unberücksichtigt. Die für Schleswig-Holstein tatsächlich festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer betrug im Jahr 2025 rund 361.460.000 Euro.