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Drei-Landkreis-Eck

Zweites Erdbeben im Stader Nachbarkreis – Anwohner melden sich

Der NED am LBEG überwacht als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. (Symbolbild)

Der NED am LBEG überwacht als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa

Am Mittwoch schlagen gleich zwei Mal die Messnadeln aus. Das Epizentrum des Bebens gibt Hinweise zur Ursache. Ein Grund zur Beunruhigung?

Von Redaktion Donnerstag, 12.02.2026, 08:05 Uhr

Visselhövede/Hannover. Ein zweites schwaches Erdbeben, diesmal mit der Magnitude 2,6, hat das Gebiet im Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg und Heidekreis erschüttert. Das Beben sei am Mittwochabend um 20.37 Uhr registriert worden - rund zehn Kilometer südwestlich von Visselhövede (Kreis Rotenburg), teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit. Schon am Mittwochmorgen um 4.57 Uhr war ein Erdbeben der Magnitude 2,1 an fast derselben Stelle registriert worden.

Eine räumliche und zeitliche Nähe solcher seismischen Ereignisse sei immer wieder zu beobachten, teilte das Landesamt mit.

Menschen spüren Erdbeben ab einer Magnitude von etwa 1,9

Im Gebiet der niedersächsischen Erdgasförderung können Menschen den Angaben nach solche Ereignisse erfahrungsgemäß ab einer Magnitude von etwa 1,9 spüren. Die Magnitude ist die Messgröße für die Stärke eines Erdbebens.

Bis zum späten Abend gab es rund 20 Meldungen von Anwohnern über wahrgenommene Erschütterungen, wie die Behörde mitteilte.

Derzeit gehen die Experten davon aus, dass das Erdbeben durch die Erdgasförderung ausgelöst wurde. Das Epizentrum liege im Bereich zwischen den Erdgasfeldern Hamwiede und Weissenmoor. Der Erdbebendienst erklärt: Die Förderung von Erdgas führt zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen durch sogenannte induzierte Erdbeben.

Die genaue Ursache des aktuellen Ereignisses werde zurzeit aber noch in detaillierten Untersuchungen analysiert.

Rund 5 Erdbeben pro Jahr

Anwohner, die das Ereignis verspürt haben, werden gebeten, ihre Beobachtungen über einen Fragebogen zu melden. Die Angaben würden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt, hieß es.

Eine Liste aller Erdbeben in Niedersachsen der vergangenen zwölf Jahre wird online bereitgestellt. Der Landkreis Stade war demnach in dem Zeitraum nicht betroffen.

Die letzten Beben sind nicht lange her: Im April 2025 hatte ein Erdbeben bei Oldenburg eine Stärke von 3,2. Bei Syke im Landkreis Diepholz gab es im März 2024 leichtere Schäden an Gebäuden. Dort wurde sogar eine Lokalmagnitude von 3,6 erreicht. Das bisher stärkste Beben in Niedersachsen wurde 2004 in Rotenburg mit einer Magnitude von 4,5 gemessen.

In den zurückliegenden drei Jahren hat der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) im Schnitt rund fünf seismische Ereignisse pro Jahr registriert. Ein Drittel lag oberhalb der Wahrnehmungsschwelle von 1,9. (dpa/tip)

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