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Ukraine-Konflikt

Ex-HSV-Trainer Gisdol beendet Job in Moskau – früherer Nationalspieler übernimmt

Markus Gisdol ist angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine von seinem Trainerposten bei Lokomotive Moskau zurückgetreten. Foto: dpa-Bildfunk

Markus Gisdol ist angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine von seinem Trainerposten bei Lokomotive Moskau zurückgetreten. Foto: dpa-Bildfunk

Markus Gisdol ist nicht mehr Trainer beim russischen Fußballclub Lokomotive Moskau. Wie der Hauptstadtclub mitteilte, trenne man sich von dem ehemaligen Coach des HSV. Sein Co-Trainer jedoch bleibt in Russland.

Dienstag, 01.03.2022, 12:30 Uhr

Die Begründung für seinen Rücktritt nach nur viereinhalb Monaten lieferte Gisdol selbst. „Fußballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet. Das geht mit meinen Werten nicht überein“, sagte er der „Bild“ und erklärte seine Situation: „Ich kann nicht in Moskau auf dem Trainingsplatz stehen, die Spieler trainieren, Professionalität einfordern und ein paar Kilometer weiter werden Befehle erteilt, die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen. Das ist meine persönliche Entscheidung und hiervon bin ich absolut überzeugt.“

Ex-Nationalspieler Marvin Compper soll als Interimstrainer übernehmen

Gisdol war in Köln im April 2021 freigestellt worden und hatte Mitte Oktober sein erstes Training in Moskau geleitet. Als Interimstrainer soll nun der frühere Bundesliga-Profi Marvin Compper das Team auf die Spiele in der russischen Premjer Liga und im Pokal betreuen, kündigte der Hauptstadtclub in einer dreizeiligen Mitteilung an.

Der frühere Mainzer Sandro Schwarz, jetzt Trainer von Dynamo Moskau, äußerte zuletzt: „Ich bin nicht einer, der sich ein Ticket kauft, ins Flugzeug springt und von Russland weg fliegt. Das ist nicht meine Art. Ich fühle meine Verantwortung und bleibe bei dem Club.“ (dpa)

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