Werder Bremen: Leipzig siegt bei Werner-Rückkehr ins Weserstadion
Leipzig oben, Werder am Boden: Antonio Nusa (l) jubelt über sein Tor zum 0:1. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Zum ersten Mal seit seinem Ende als Werder-Coach stattet Ole Werner seinem Ex-Club einen Besuch ab. Doch von sportlichen Gastgeschenken sieht er ab. Ein Bremer feiert ein trauriges Comeback.
Bremen. Nach der erstmaligen Rückkehr von Ole Werner ins Weserstadion bleiben seine Leipziger auf Champions-League-Kurs. Der frühere Aufstiegstrainer von Werder Bremen bejubelte ein letztendlich ungefährdetes 2:1 (1:0) von RB bei den abstiegsbedrohten Norddeutschen.
Dadurch behaupteten sich die Sachsen in der Fußball-Bundesliga vor Verfolger TSG Hoffenheim. Vor 40.000 Zuschauern im Weserstadion erzielten Antonio Nusa (15. Minute) und Romulo (52.) die Treffer. Der 20 Jahre alte Salim Musah (90.+4) erzielte nur noch den Anschlusstreffer.
Bitteres Pieper-Comeback
Die Bremer, die schon seit 2019 auf einen Sieg gegen Leipzig warten, verpassten im Abstiegskampf einen überraschenden Erfolg gegen ihren Angstgegner – und müssen weiter zittern. Bei einem Abstand in der Tabelle von vier Punkten auf den Relegationsrang, der aber noch schrumpfen kann. Am Sonntag spielt der FC St. Pauli bei Union Berlin.
Besonders bitter wurde es zu Beginn der zweiten Hälfte, als Bremen-Verteidiger Amos Pieper bei seinem Comeback unglücklich nach einem Kopfballduell auf dem Boden aufprallte und ausgewechselt werden musste.
Ex-Trainer Werner dreieinhalb Jahre in Bremen
Doch über der Partie schwebte die Rückkehr des Ex: Werner verbesserte die Bremer in knapp dreieinhalb Jahren von einem Zweitligisten zum Europapokalanwärter, ehe es den 37-Jährigen im Sommer nach Sachsen zog. „Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn du zum ersten Mal wieder an alter Wirkungsstätte spielst“, sagte der RB-Coach vor der Partie.

Werder-Trainer Daniel Thioune (l) im Gespräch mit dem Ex-Bremern-Coach Ole Werner, der nun RB Leipzig trainiert. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Zunächst sah Werner, wie sein Team dem Gegner den Ball überließ und auf Konter lauerte. Romano Schmid scheiterte mit einem zu zentralen Schuss an RB-Keeper Maarten Vandevoordt.
Sechs Österreicher auf dem Platz
Direkt im Gegenzug gingen die Sachsen allerdings mit ihrer ersten gefährlichen Aktion in Führung. Nusa zog flach von der Strafraumkante ab und sein Schuss krachte unten links ins Tor. Werders mutige Spielweise öffnete immer wieder große Räume für die Gäste.
Defensiv war die Situation ohnehin angespannt. Die Bremer musste ohne ihre Leistungsträger Jens Stage im Mittelfeld und Innenverteidiger Karim Coulibaly auskommen. Beide hatten sich im Training Blessuren zugezogen. Amos Pieper feierte nach Knie-Operation notgedrungen sein Comeback. Zuletzt stand er im Januar bei einem Spiel auf dem Rasen.
RB-Juwel Yan Diomande kehrte nach seiner überstandenen Schulterverletzung wieder zurück und stand in der Startelf. Gleich sechs Österreicher begannen insgesamt auf dem Platz. Das hatte es laut dem Datenanbieter Opta nie zuvor in der Liga-Historie gegeben.
Vandevoordt pariert mehrmals
Ein Österreicher fiel besonders auf in der ersten Halbzeit. Erst scheiterte der auffällige österreichische Nationalspieler Schmid am starken Vandevoordt, dann verpasste Justin Njinmah kurz vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich.
Nach dem Schock durch die Pieper-Verletzung folgte der nächste Dämpfer für die Bremer, als Romulo vom Chaos im Strafraum profitierte und unbedrängt die Führung ausbaute. Das Spiel flachte danach merklich ab. Und auch die eingewechselten Bremer um den teuren Sommer-Zugang Samuel Mbangula sorgten kaum für Gefahr.
Erst in der Nachspielzeit verpasste der eingewechselte Salim Musah zunächst den Anschluss - und machte es dann kurz darauf besser und verkürzte mit seinem ersten Ligator im dritten Spiel.
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