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Justiz im Norden

Flut neuer Ermittlungsverfahren lässt Berg wachsen

Der Aktenberg unerledigter Ermittlungsverfahren wird in Niedersachsen und Bremen immer größer. (Symbolbild)

Der Aktenberg unerledigter Ermittlungsverfahren wird in Niedersachsen und Bremen immer größer. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Mehr als 82.000 unerledigte Ermittlungsverfahren in Niedersachsen: Bei den Staatsanwaltschaften erreichen die offenen Verfahren einen neuen Höchststand. Was verursacht den Anstieg?

Von dpa 16.09.2026, 06:35 Uhr
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Hannover/Bremen. Der Berg unerledigter Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaften in Niedersachsen hat mit mehr als 82.000 einen neuen Höchststand der vergangenen Jahre erreicht. Zur Jahresmitte war die Schwelle mit 82.135 unerledigten Verfahren überschritten, wie eine Recherche der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizverwaltungen ergab. Ein Jahr zuvor waren es noch 73.741 offene Verfahren.

Dieser Anstieg - trotz aller Bemühungen, den Berg abzubauen - dürfte zu einem erheblichen Teil der Flut neuer Verfahren geschuldet sein. In der ersten Jahreshälfte dieses Jahres kamen 289.092 Verfahren neu hinzu. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 272.289 neue Verfahren.

Auch in Bremen stieg die Zahl der unerledigten Verfahren: von 16.589 im Vorjahr auf 17.480. In der ersten Jahreshälfte wurden 34.598 Eingänge gezählt, 2025 waren es sogar 38.257. 

Bundesweit meldeten die Strafverfolger zur Jahresmitte 2026 erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle. „Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern“, so Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB). „Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.“ Der Eindruck einer „Strafverfolgung nach Kassenlage“ dürfe sich nicht verfestigen.

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