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Freiburgs historischer Hafen soll saniert und attraktiver werden

Der Freiburger Hafen punktet mit seiner historischen Kulisse.

Der Freiburger Hafen punktet mit seiner historischen Kulisse. Foto: Helfferich

Der Flecken Freiburg hat große Pläne und möchte in die Dorfentwicklung aufgenommen werden. Deswegen hatte der Ort kürzlich wichtigen Besuch.

Von Redaktion Mittwoch, 08.04.2026, 12:50 Uhr

Freiburg. Karin Beckmann, Landesbeauftragte und Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg, sowie Lienhard Varoga als Chef der ArL-Geschäftsstelle in Bremerhaven trafen sich in Freiburg mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Rates und der Dorfmoderatoren.

Denn der Flecken Freiburg möchte in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen werden. Nach einstündiger Besichtigungstour durch den historischen Ort überreichten die Freiburger der Landesbeauftragten ihren Aufnahmeantrag, in dem sich auch einige Wünsche zur zukünftigen Gestaltung des Ortes wiederfanden - und damit große Herausforderungen.

Das sind die Probleme in Freiburg

Ein wenig attraktives Ortsbild, sinkende Einwohnerzahlen bei einer starken Überalterung, schließende Geschäfte, renovierungsbedürftige Gebäude, ein fehlender, öffentlicher Treffpunkt, wenig Aufenthaltsqualität am Hafen, keine einheitliche Kommunikation.

Doch die Hoffnung der Freiburger ist groß, dass sich durch die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm etwas an der Situation ändert. „Für uns als Gemeinde stehen zwei zentrale Baumaßnahmen im historischen Zentrum an erster Stelle“, erklärte Bauamtsleiter und Gemeindedirektor Ernst Hülsen. Der unter Ensembleschutz stehende Hafen mit seinen Liegeplätzen für Segel- und Motorboote müsse dringend saniert werden.

Den historischen Hafen als Treffpunkt gestalten

Der Freiburger Hafen sei einer der schönsten Häfen an der Unterelbe - mit der Holzbootwerft als Anlieger, den Börtebooten, dem Pfahlewer Oderick von Oederquart, den Segelbooten der Seglervereinigung Freiburg und vielen Gastliegern im Jahr.

Verschiedene Baumaßnahmen sollen die Aufenthaltsqualität des Hafens steigern, zum Beispiel mit Sitztreppen am Ufer und besonderen Sitzplätzen mit Tischen für Gäste wie die Radfahrer des Elberadwegs.

Platz schaffen für Bücherei und Schulklassen

Das zweite Projekt ist laut Pressemitteilung der Kauf des ehemaligen Amtsrichterhauses, in dem zurzeit die Bücherei, das Institut für angewandte Biologie (IfaB) und das NLWKN untergebracht sind. Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke regt an, weitere Räume für die Bücherei zu schaffen, so dass Platz für Schulklassen, Kindergartengruppen und öffentliche Lesungen ist. Außerdem werde über einen gemeinsamen Mittagstisch gegen Einsamkeit nachgedacht. Im Obergeschoss könnten zudem Mietwohnungen entstehen.

Der Flecken möchte seine Bücherei im ehemaligen Amtsrichterhaus erweitern.

Der Flecken möchte seine Bücherei im ehemaligen Amtsrichterhaus erweitern. Foto: Helfferich

Dass auch ohne viel Geld etwas für das äußere Erscheinungsbild gemacht werden kann, zeigten Vereine und die Dorfmoderatorinnen. Sie haben zum Müllsammeltag am 11. April eingeladen. Auch böten die Dorfmoderatorinnen neue Formate an und sorgten für lockere Treffen, zu denen jeder kommen kann.

Landesbeauftragte: Die Freiburger können anpacken

Landesbeauftragte Karin Beckmann, die erstmals die Region besuchte, hob, mit Blick auf den Elbdeich, die Nähe zur Elbe und den maritimen Charakter hervor. Ihr Eindruck von den Freiburgern: Sie könnten anpacken und bei Herausforderungen schnell und unbürokratisch Lösungen finden. Und so komme sie auch gerne wieder, „am besten mit einer guten Nachricht in den Händen“.

Vor dem Historischen Kornspeicher übergab Gemeindedirektor Ernst Hülsen den Aufnahmeantrag an Karin Beckmann (Mitte).

Vor dem Historischen Kornspeicher übergab Gemeindedirektor Ernst Hülsen den Aufnahmeantrag an Karin Beckmann (Mitte). Foto: Flecken Freiburg

Mit einer Entscheidung, ob Freiburg ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wird, wird im Spätsommer gerechnet. Bei einer Zusage muss noch im Herbst ein Planungsbüro gefunden werden, das die Erstellung des Dorfentwicklungsplans betreut. Dann liegt ein etwa einjähriger Prozess vor den Freiburgern, an dem sie tatkräftig mitwirken können. (sh)

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