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Neuer Linken-Chef

Gastarbeiterkind, Architekt, Sozialist: Luigi Pantisano

Luigi Pantisano steht gemeinsam mit Ines Schwerdtner an der Spitze der Linken.

Luigi Pantisano steht gemeinsam mit Ines Schwerdtner an der Spitze der Linken. Foto: Michael Bahlo/dpa

Der 46-jährige Vizechef der Linken-Bundestagsfraktion ist zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt worden. Wer ist dieser Mann?

Von dpa 20.06.2026, 16:00 Uhr
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Potsdam. Luigi Pantisano ist neuer Co-Vorsitzender der Linken - er führt die Partei künftig gemeinsam mit Ines Schwerdtner. „Ich bin Sozialist“, betonte der 46-Jährige auf dem Parteitag in seiner Bewerbungsrede. „Ich will mit euch gemeinsam die arbeitende Klasse für die Linke zurückgewinnen.“ 

Geboren wurde Pantisano 1979 in Waiblingen in Baden-Württemberg, wo er mit seiner Frau und den beiden Kindern auch noch lebt. Seine Eltern kamen 1966 aus Italien nach Deutschland und bekamen vier Söhne. Sein Bruder Alfonso Pantisano ist Queerbeauftragter in Berlin. „Meine Eltern haben ihr Leben lang hart gearbeitet, damit ihre Kinder es einmal besser haben“, sagte Pantisano. „Von ihnen habe ich das Kämpfen gelernt.“

Kindheit in Italien

Teile seiner Kindheit verbrachte Luigi Pantisano in Kalabrien, während seine Eltern in Deutschland arbeiteten. Seine Eltern hätten „die Bücher hergestellt, die sie selbst nie lesen durften“, schreibt Pantisano auf seiner Webseite. So hätten sie ihm ein Studium ermöglicht. „Ich bin stolz darauf, als Kind aus einem Arbeiterhaushalt mit Migrationsgeschichte studiert zu haben.“ 

Pantisano machte zunächst einen Hauptschulabschluss und eine Ausbildung zum Bauzeichner. Später holte er die Fachhochschulreife nach und studierte Architektur in Stuttgart und Tokio. Ein Studium der Stadtplanung folgte. Er arbeitete als Quartiersmanager und als Lehrender an Hochschulen.

Oberbürgermeisterkandidat in Konstanz

Von 2017 bis 2025 war Pantisano wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen Bundestagsabgeordneten und Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger. 2020 bewarb er sich als Oberbürgermeister von Konstanz und unterlag dem CDU-Kandidaten vergleichsweise knapp mit gut 45 Prozent der Stimmen. Seit 2025 sitzt Pantisano selbst im Bundestag und ist dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken.

Mit Blick auf die eigene Biografie sagt Pantisano, er erinnere sich an ein Gefühl der Verachtung - man habe auf Menschen wie ihn herabgeblickt. Diese Verachtung sehe er auch in der Politik der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Das Problem sind (...) nicht diejenigen, die mit dem Schlauchboot nach Europa fliehen müssen, sondern es sind diejenigen, die mit dem Privatjet über unsere Köpfe fliegen.“

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