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Großprojekt

Nach tagelanger Fahrt: Hamburgs neue Sternbrücke ist eingebaut

Blick auf Hamburgs neue Sternbrücke.

Blick auf Hamburgs neue Sternbrücke. Foto: Christian Charisius/dpa

Was für ein Projekt: Tagelang fährt eine mehr als 100 Meter lange Eisenbahnbrücke in Altona durch eine enge Straßenschlucht. Nun ist sie da, wo sie hingehört. Bis Züge rollen, dauert es noch.

Von dpa 31.07.2026, 09:15 Uhr
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Hamburg. Es ist ein Meilenstein eines spektakulären Bahn-Bauprojektes mitten in Hamburg-Altona: Der Rohbau der neuen Sternbrücke ist nach stundenlanger, nächtlicher Vorarbeit komplett eingebaut worden. „Seit 7 Uhr liegt sie wirklich auf und ist damit abgestapelt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Der 3700-Tonnen-Koloss wurde damit erfolgreich eingeparkt. In der Nacht zu Freitag hatte die 108 Meter lange und 21 Meter breite Eisenbahnbrücke die letzten etwa 500 Meter entlang der Max-Brauer-Allee hinter sich gebracht und wurde gegen 3 Uhr in ihre Endlage zum Absenken gedreht.

86 Bäume entlang des Transportwegs gefällt

Bewegt wurde der Stahlkoloss auf 48 sogenannten SPMT – die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Auf insgesamt 1088 Rädern, die um 360 Grad drehbar sind, ging es durch das Herz Hamburgs. Der Abstand des rollenden Bauwerks zu den Hauswänden betrug teils nur etwa 20 Zentimeter.

Die Max-Brauer-Allee wurde dafür durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang des Weges wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die maximale Geschwindigkeit des Transports betrug einen Kilometer pro Stunde.

Ursprünglich hätten die Arbeiten schon am Donnerstagabend beendet sein sollen. Probleme auf dem Transportweg hatten den Zeitplan dann aber durcheinander gebracht.

Noch fehlen Schotter, Gleise, Oberleitungen und Signale

Zu den Restarbeiten bis zur vorgesehenen Freigabe der neuen Brücke am 31. August gehören nun die Aufbringung des Schotters sowie die Montage der Schienen, der Oberleitungen und der Signale. Dann sollen pro Tag wieder etwa 1000 Züge auf der sogenannten Verbindungsbahn unterwegs sein. Laut Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sind täglich etwa 90.000 Menschen in den Zügen unterwegs. Dazu kämen etwa 23.000 Pkw und gut 5000 Radfahrer, die unter der Brücke fahren.

Der Rohbau der neuen Sternbrücke. Hier noch kurz vor dem Ziel.

Der Rohbau der neuen Sternbrücke. Hier noch kurz vor dem Ziel. Foto: Christian Charisius/dpa

Tjarks bezeichnete die neue Bahnüberführung im Bezirk Altona als „einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt“ und nannte die Projektarbeit der Bahntochter InfraGo sowie der beteiligten Firmen eine „Koordinierungsleistung der Extraklasse“.

Die neue Sternbrücke sei eine „Landmarke für das Schanzenviertel für die nächsten 100 Jahre“. Das Bauwerk habe die Chance, ein Wahrzeichen für die Hansestadt zu werden.

Auch die neue Sternbrücke soll ein Kulturraum werden

An dem Ersatzbau der etwa 100 Jahre alten Vorgängerbrücke, die laut Tjarks als nicht mehr reparabel galt, hatte es immer wieder Kritik gegeben. So verloren unter anderem Musikclubs, die unter dem alten Bauwerk untergebracht waren, ihre Heimat.

Die neue Sternbrücke könne nach Ansicht des Verkehrssenators nach der Wiederherstellung der Max-Brauer-Allee wieder zu einem Kulturraum werden. Dafür solle auch eine besondere Beleuchtung sorgen. Tjarks sagte: „Bis dahin ist es noch ein Weg, aber wir sind dabei.“

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde um 12.54 Uhr aktualisiert.

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Der Rohbau der neuen Sternbrücke. Hier noch kurz vor dem Ziel.

Der Rohbau der neuen Sternbrücke. Hier noch kurz vor dem Ziel. Foto: Christian Charisius/dpa

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