Harsefelder Omas gegen Rechts übergeben das „Kreuz ohne Haken“
Bei der Übergabe des Kreuzes ohne Haken: Die Harsefelder Omas gegen Rechts gemeinsam mit Schülern des AGG und den Bürgermeisterinnen Ute Kück (rechts) und Susanne de Bruijn (Fünfte von links). Foto: Omas gegen Rechts
Fortan ist es ganz präsent im Fenster des Harsefelder Rathauses zu sehen: das pink-gelbe Kreuz ohne Haken. Es steht für mehr als Demokratie, Vielfalt und Toleranz.
Harsefeld. In Harsefeld hat Rechtsextremismus keinen Platz: Das machten jetzt die Omas gegen Rechts mit einer Aktion deutlich und nutzten den Anlass, um sich der Gemeinde offiziell vorzustellen. Die erst Anfang des Jahres gegründete Ortsgruppe überreichte Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück und Fleckenbürgermeisterin Susanne de Brujin das Kreuz ohne Haken, das ein Zeichen gegen nationalistisches Gedankengut und für Demokratie und Toleranz ist.
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„Gemeinsam sind wir hier, weil wir wollen, dass die Welt unseren Enkeln noch gefällt, wenn sie selber Omas und Opas sind“, sagte Else Zager von den Omas gegen Rechts. Zur Unterstützung kam auch eine Delegation von Schülerinnen und Schülern des Aue-Geest-Gymnasiums Harsefeld, mit dem die Omas gegen Rechts im Januar eine Patenschaft eingegangen sind.
Mit ihrem Engagement wolle die Gruppe Brücken bauen und Haltung zeigen, erklärt Else Zager. „Zwischen Jung und Alt. Gegen Hass und Hetze - für ein tolerantes, vielfältiges Harsefeld, für Demokratie und Menschenrechte in unserem Land.“ Das auffällige pink-gelbe Kreuz ohne Haken dient als Symbol dafür.
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Das Kreuz ohne Haken wurde von der Uelzener „Gruppe beherzt - fUEr Demokratie und Vielfalt“ erschaffen. Diese setzt sich seit 2018 gegen die Verbreitung völkischer und demokratieverachtender Einflüsse ein. Mittlerweile stehen Tausende dieser rund ein Meter großen Kreuze in ganz Deutschland. Nun auch in Harsefeld, gut sichtbar im Fenster des Rathauses.
Ein historisches Datum und eine langanhaltende Freundschaft
Dass die Omas gegen Rechts die Übergabe ausgerechnet am 12. Mai machen konnten, habe dem Anlass historisch gesehen noch Nachdruck verliehen: „Der 12. Mai 1949 war ein Meilenstein in unserer deutschen Demokratiegeschichte“, erklärt Else Zager. An diesem Tag vor 77 Jahren endete die Berlin-Blockade durch die Sowjetunion, durch die Westberlin rund elf Monate lang abgeschnitten war. In der Folge genehmigten die drei Westmächte - USA, Großbritannien und Frankreich - das Grundgesetz, das am 8. Mai 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossen wurde.
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Ganz besonders erfreulich sei auch, dass die Übergabe noch kurz vor dem Besuch der Partnergemeinde Asfeld stattfand, so Zager. An diesem Wochenende feiern Harsefeld und Asfeld 60 Jahre Deutsch-Französische Freundschaft. „Möge das Kreuz ohne Haken als sichtbares Zeichen gesehen werden, dass es in Harsefeld Menschen gibt, die ‚Nie wieder ist jetzt‘ verstanden haben und sich für unsere Demokratie, Vielfalt, Toleranz, Menschenrechte, Völkerverständigung und für ein friedliches Miteinander einsetzen“, fasst Else Zager zusammen.
Gegen das Vergessen
Seitdem sich die Omas gegen Rechts in Harsefeld gegründet haben, hat die Gruppe bereits an mehreren Aktionen teilgenommen. Darunter die Internationalen Wochen gegen Rassismus oder die Erlebnismesse Harsefeld. „Wir konnten interessante Gespräche führen, haben aber auch eine unangenehme Erfahrung mit rechten Einstellungen machen müssen“, erzählt Else Zager. Auch das sei Realität in Harsefeld. „Eines unserer Ziele ist es daher, aufzuklären und in Harsefeld eine Erinnerungskultur mit aufzubauen“, sagt sie.
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Hoffnung machten ihr besonders die jungen, interessierten Menschen sowie die engagierten Lehrkräfte. „Sie wollen den Austausch über aktuelle problematische Tendenzen suchen, mit uns ein Zeichen gegen rechtes Denken und Handeln, gegen Rassismus und Diskriminierung setzen“, sagt Else Zager. „Doch es gibt viel zu tun.“
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