Internationale Wochen gegen Rassismus in Buxtehude haben begonnen
Ehrenamtliche vom Bündnis Buxtehude empfangen im Modehaus Stackmann Kundinnen und Kunden mit Programmheften zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Foto: Sulzyc
An einem nicht selbstverständlichen Ort erhielt das Veranstaltungsprogramm viel Aufmerksamkeit. Diese Höhepunkte bringt es in dieser Woche.
Buxtehude. Zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Buxtehude haben Ehrenamtliche vom Bündnis Buxtehude am Sonnabend in der Innenstadt Programmhefte verteilt. Eine große Öffentlichkeit dazu fanden sie im Modehaus Stackmann.
Dass ein Unternehmen den Ehrenamtlichen einer politisch-gesellschaftlichen Initiative ein Forum gewährt, ist nicht selbstverständlich. Üblich sind Infostände auf öffentlichem Grund, zum Beispiel in der Fußgängerzone.
Das sagt Kaufhauschef Fabian Stackmann
„Es geht hierbei nicht um politisch links oder rechts. Es geht um Grundrechte und Demokratie“, erklärt Kaufhauschef Fabian Stackmann seine Unterstützung.
Beim Betreten des Kaufhauses sprachen Ehrenamtliche Kunden und Kundinnen an. Aufgeschlossen hätten die Leute reagiert. „Keiner hat uns abgewiesen“, sagte Bündnismitglied Kim Luhmann am Mittag, während die Aktion noch lief. Mancher sei möglicherweise enttäuscht gewesen, weil er keinen Rabattgutschein erhielt, fügte sie im Scherz hinzu.

Annette Gutsfeld (Mitte), Mitgründerin Bündnis Buxtehude, spricht im Modehaus Stackmann mit den Kaufhaus-Besucherinnen Britta Pietzonka (links) und Erika Lefevre. Foto: Sulzyc
Der Coup im Kaufhaus jedenfalls brachte den Internationalen Wochen gegen Rassismus und dem Bündnis Buxtehude viel Aufmerksamkeit. Nach nur zwei Stunden gegen 12 Uhr waren die meisten der insgesamt 500 mitgebrachten Programmhefte bereits vergriffen. Geplant war die Aktion bis 17 Uhr. Insgesamt 20 Ehrenamtliche beteiligten sich daran.

Zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassissmus in Buxtehude verteilen Ehrenamtliche vom Bündnis Buxtehude im Modehaus Stackmann Programmhefte. Hinten in Schwarz: Kaufhauschef Fabian Stackmann. Foto: Sulzyc
Nahe dem Hase-und-Igel-Brunnen in der Fußgängerzone betrieben Mitglieder der Initiative Omas gegen Rechts eine Sammelstelle. Sie sammelten gestrickte oder gehäkelte quadratische Lappen ein, 25 mal 25 Zentimeter groß. Zuvor hatten die Omas gegen Rechts dazu aufgerufen.
1000 Lappen seien bisher zusammengekommen. Daraus wird eine Girlande entstehen. Als Aktionskunst zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus wird das bunte Band aus Wolllappen am Sonnabend, 21. März, 13 Uhr, bei der Bitter-Brücke am Fleth gespannt.

Aus gestrickten und gehäkelten Quadraten will die Initiative Omas gegen Rechts bei den Internationen Wochen gegen Rassismus in Buxtehude eine bunte Girlande herstellen. Dieses Wollquadrat erinnert an das Krümelmonster aus der Sesamstraße. Foto: Sulzyc
Buxtehude beteiligt sich erneut an den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 14. bis 29. März stattfinden. Das Motto: „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.
Aktionswochen
T Buxtehude: Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus
Gemeinsam mit dem Bunten Block als Organisator sowie zahlreichen Initiativen, Vereinen, Kirchengemeinden, Bildungs- und Kultureinrichtungen lädt die Stadt zu Vorträgen, Workshops, Ausstellungen, Filmen und Mitmachaktionen ein.
Höhepunkte im Programm der nächsten Tage
Dienstag, 17. März, 18 Uhr, im Veranstaltungsraum Deck 1, Hafenbrücke 1: Der ehemalige Neonazi Philip Schlaffer berichtet von seinem persönlichen Weg aus der rechten Szene und gibt Einblicke in deren Denkweisen und Strukturen.
Philip Schlaffer ist heute als Präventionsberater tätig. Er wird erklären, wie man erkennt, dass sich jemand im eigenen Umfeld radikalisiert. Was hilft im Gespräch – und was eher nicht?
Sonnabend, 21. März, 11 bis 17 Uhr, Fußgängerzone in der Altstadt: Social-Media-Star und Filmemacherin Mo Asumang ist bekannt dafür, mit denjenigen zu sprechen, mit denen andere nicht mehr sprechen wollen: mit Frauenhassern, Homophoben, Linksextremisten und Rassisten. In Buxtehude regt sie dazu an, kräftig zu motzen - und dabei gemeinsam zu mampfen.
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