Havarie vor Cuxhaven: Traditionssegler „Ethel von Brixham“ wartet auf Bergung
Noch immer befindet sich die havarierte „Ethel von Brixham“ am Leitdamm. Foto: Francke
Der über 130 Jahre alte Schoner „Ethel von Brixham“ liegt nach einer Havarie vor Cuxhaven. Während die Crew gerettet wurde, bleibt die Gefahr für den stolzen Traditionssegler bestehen.
Cuxhaven. Die Gefahr für die Menschen an Bord ist gebannt - für das Schiff jedoch nicht. Während die Crew des Traditionsseglers „Ethel von Brixham“ inzwischen in Sicherheit ist, liegt der über 130 Jahre alte Schoner weiterhin havariert vor Cuxhaven.
„Der Gaffelschoner liegt noch da“, bestätigt Philipp Kiss auf Nachfrage. Kiss ist Leiter der Verkehrszentrale des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Elbe-Nordsee mit Sitz in Cuxhaven.
Die "Ethel von Brixham" ist stark in Schräglage geraten. Foto: Francke
Er bezeichnet die stark in Schräglage geratene „Ethel von Brixham“ als „Störer“. Das können verlorene Anker sein, aber auch auf Grund gelaufene Schiffe, verdeutlicht Kiss. Für die Beseitigung sei der Eigentümer zuständig.
Eigentümer soll Schiff beseitigen
Dieser wurde vom WSA aufgefordert, den Havaristen zu beseitigen. „Das WSA steht dem Eigentümer in einem solchen Fall natürlich mit Rat zur Seite“, betont der Leiter der Verkehrszentrale gegenüber den „Cuxhavener Nachrichten“. „Gefahr im Vollzug“ bestehe in diesem Fall nicht - sonst würde das WSA gegebenenfalls selbst das Ruder in die Hand nehmen.
Besatzung und Hund haben den Segler verlassen
Am Wochenende war der Traditionssegler auf der Außenelbe vor Cuxhaven bei Tonne 29, etwa 1,4 Seemeilen (rund 2,6 Kilometer) vor der Kugelbake, auf den Leitdamm gelaufen.

An den Gaffelschoner "Ethel von Brixham" kann man bei Niedrigwasser nah heranlaufen. Foto: Larschow
Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sicherte den Einsatz ab und die Besatzung unternahm mit dem Tochterboot zunächst einen Freischleppversuch, der jedoch scheiterte. Später kam es zu Wassereinbruch, zudem wölbte sich laut Bootsführer der Kiel des hölzernen Schoners, sodass ein Auseinanderbrechen drohte. Aus Sicherheitsgründen wurden die Crew und ein Hund schließlich vom zurückbleibenden Schiff geholt.
Im vergangenen Jahr schon einmal Wassereinbruch
Die Ethel von Brixham lief 1890 in Brixham (England) als Brixham Trawler vom Stapel und wurde in England als Trawler eingesetzt. Anschließend wurde sie über 80 Jahre als Fischerei- und später als Frachtschiff ohne Segel in verschiedenen skandinavischen Ländern und unter verschiedenen Namen verwendet. 1981 wurde das Schiff umgebaut. Seit 1996 steuert das Schiff von Kiel oder Eckernförde aus Ziele im Ostseeraum an.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Traditionssegler eine Havarie. Im Brunsbüttler Hafen (Kreis Dithmarschen) drohte das Schiff zu sinken. Die Feuerwehr konnte damals eine Havarie mit Pumpen verhindern.
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