THier schlägt das TAGEBLATT-Herz
Bis Heiligabend öffnet das TAGEBLATT 24 Türen, die sonst verschlossen sind – und erzählt die spannenden Geschichten dahinter. Der Raum hinter dieser Tür ist klein, kühl und wird dominiert von endlos erscheinenden Kabeln.
Die Leitungen sind alle zugeordnet – sagt jedenfalls Sascha Catalano, der Herr in einem von zwei vier mal sechs Meter großen Serverräumen inmitten des Pressehauses in Stade. Hier schlägt das Herz der IT, die Abteilung für Informationstechnologie. Hier laufen die Fäden der elektronischen Datenverarbeitung zusammen, Netzwerkanwendungen, Datenbanken, Bürokommunikation, Internet und nicht zuletzt die elektronische Produktion der Zeitung. „Wir werden nur wahrgenommen, wenn etwas nicht läuft“, so Catalano, der seit sechs Jahren diesen Serverraum wie seinen eigenen Schatz hütet.
Der erste Blick täuscht: Es ist kein Kabelsalat. „Alles ist geordnet, wir kennen alle Strippen, können jederzeit alles zuordnen, obwohl es vielleicht anders aussieht“, sagt der IT-Systemelektroniker, der insgesamt ein Team mit elf Beschäftigten leitet und seinen gekühlten Systemraum ständig kontrolliert. Die konstante Temperatur von 23 Grad ist eines der besonderen Merkmale hier.
Zweimal ging gar nichts mehr
„Wenn es irgendwo piept, könnten wir ein Problem bekommen“, sagt Catalano, der bereits zweimal den Infarkt erlebt hat. Einmal bei einem Stromausfall in Stade und einmal bei einem Stromausfall durch einen Handwerkerschaden im Pressehaus. „Stromausfall ohne Ansage ist das Schlimmste, was uns passieren kann.“ Ein Notfallgenerator hilft nämlich nur für 45 Minuten. Normalerweise Zeit genug, um alle Systeme kontrolliert herunterzufahren, was notwendig ist, um Schäden an den sensiblen Datenbanken und Festplatten zu vermeiden.
Als IT-Chef hat Sascha Catalano den Überblick im Serverraum vom TAGEBLATT. Foto: Stephan
Wenn der Stromausfall allerdings nachts passiert, fehlt für das kontrollierte Abschalten die Zeit. „Dann besteht die Gefahr, dass Schäden an der Elektronik entstehen, die unser System in Gefahr bringen“, so Catalano. Wobei üblicherweise alles gut läuft, auch weil die Elektronik selbst Unregelmäßigkeiten dem Chef meldet: Dann gibt es eine automatisch generierte Mail, Absender: der fehlerhafte Server.
Wie oft das vorkommt? „Weil wir unser System pflegen, haben wir eigentlich alles im Griff“, sagt Catalano. Wenn es zu einem Infarkt kommt, gibt es den „Fliegeralarm, und alle im Raum sind hellwach.“ Dann steht das Team Catalano unter Strom – auch wenn gar kein Strom mehr da ist.
Adventsserie
Das TAGEBLATT blickt in der Adventszeit hinter verschlossene Türen. Bis einschließlich Heiligabend stellt die Redaktion im Dezember 24 Orte und ihre Geschichte vor.