Hochbahn will U-Bahn-Standorte in Echtzeit anzeigen
Künftig sollen Fahrgäste auch die Standorte der U-Bahnen in der Switch-App in Echtzeit sehen können. (Archivfoto) Foto: Daniel Reinhardt/dpa
In der Nahverkehrs-App der Hamburger Hochbahn ist erkennbar, wo genau die Busse gerade sind. Das hilft bei der Planung auf dem Weg von A nach B. Bald soll das auch für andere Fahrzeuge gehen.
Hamburg. Noch fix zur U-Bahn rennen oder kommt schon in wenigen Minuten ohnehin die nächste Bahn? Was im Hamburger Nahverkehr für Busse bereits seit Herbst angezeigt wird, soll bald auch für U-Bahnen funktionieren. In der Switch-App der Hamburger Hochbahn sollen dann auch die Standorte der U-Bahnen in Echtzeit auf einer Straßenkarte angezeigt werden, wie ein Hochbahnsprecher sagte. Dieser Service solle noch in diesem Jahr online gehen. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Zudem laufen den Angaben zufolge bereits Gespräche mit anderen Verkehrsunternehmen in der Hansestadt, die dieses Angebot ebenfalls einführen wollen. „Ziel ist, alle Fahrzeuge im Hamburger ÖPNV in der hvv-Switch-App in Echtzeit sichtbar zu machen.“ Damit bekommen Fahrgäste sehr genaue und tatsächliche Ankunftszeiten, die nicht wie sonst vom statischen Fahrplan abgeleitet werden.
Zusätzlich soll künftig in der App zu sehen sein, wie voll Busse und Bahnen bereits sind. Die Busse werden dafür demnächst ausgerüstet. Dabei werden die Fahrgäste mit einer Art Lichtschrankensystem automatisch gezählt. „Ziel ist, bis zum Jahresende rund 80 Prozent unserer Busse damit auszurüsten.“
Hamburger Hochbahn mit 495 Millionen Fahrgästen
Die Hochbahn hat in ihren U-Bahnen und Bussen im vergangenen Jahr voraussichtlich 495 Millionen Fahrgäste gezählt. Damit sei die Zahl um sechs Prozent auf einen neuen Rekord gestiegen, berichtete der Sender NDR 90,3. Die Angabe für 2024 sei eine Hochrechnung, sagte Unternehmenssprecher Christoph Kreienbaum der Deutschen Presse-Agentur. Die endgültigen Zahlen lägen noch nicht vor.
Hochbahn-Chef Robert Henrich geht davon aus, dass die Nutzung der Busse und U-Bahnen weiter zunehmen wird. „Wir denken schon, wenn man so zehn Jahre in die Zukunft schaut, dass dann 500 Millionen Fahrgäste pro Jahr nicht das Ende der Fahnenstange sind, sondern wir Richtung 2035 durchaus in Richtung 600 bis 700 Millionen denken können“, zitierte ihn der NDR.
Deutschlandticket lässt Zahl der Fahrgäste steigen
2023 waren nach Unternehmensangaben 468 Millionen Fahrten gezählt worden, 21 Prozent mehr als im Corona-Jahr 2022. Auf dem Weg zu alter Stärke sei die Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 eine große Unterstützung gewesen, stellte die Hochbahn in ihrem Unternehmens- und Nachhaltigkeitsbericht fest.
In Hamburg nutzen Hunderttausende Menschen täglich auch die S-Bahnen, die zur Deutschen Bahn gehören, und die Busse der ebenfalls städtischen Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).