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Mekong-Region

Hunderte Tier- und Pflanzenarten in Südostasien entdeckt

Der Kleine Rattenigel hat weiches Fell und scharfe Reißzähne.

Der Kleine Rattenigel hat weiches Fell und scharfe Reißzähne. Foto: Alexei V. Abramov/WWF/dpa

Ein Kleiner Rattenigel mit Vampir-Zügen und eine Otter, die Wimpern zu haben scheint: In der Mekong-Region wurden zahlreiche neue Arten gefunden - viele sind bedroht.

Von dpa 16.12.2024, 01:07 Uhr
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Berlin. In der südostasiatischen Mekong-Region haben Wissenschaftler im vergangenen Jahr über 230 zuvor nicht beschriebene Wirbeltier- und Pflanzenarten registriert. Die Umweltstiftung WWF präsentiert in einem neuen Bericht die Arbeit von Hunderten von Experten, die in rund zwölf Monaten 173 Gefäßpflanzen, 26 Reptilien, 17 Amphibien, 15 Fische und 3 Säugetiere entdeckt haben. Damit sei die Gesamtzahl der seit 1997 in der Region um den mächtigen Fluss Mekong neu beschriebenen Arten auf 3.623 gestiegen, schreibt die Umweltstiftung. Sie umfasst die Länder Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam. 

Zu den skurrilsten Entdeckungen aus dem Jahr 2023 zähle eine oft gut getarnte Eidechse (Laodracon carsticola), die angesichts ihres steinernen Aussehens „bei „Game of Thrones“ mitspielen könnte“, wie der WWF schreibt. Das zu den Kleinen Rattenigeln zählende Tier Hylomys macarong mit weichem Fell und scharfen Reißzähnen wurde nach dem vietnamesischen Wort Ma ca rong für Vampir benannt. Gefunden wurde auch eine grün-schwarze Grubenotter (Trimeresurus ciliaris), deren Marmorierung wirke, als habe sie lange Wimpern. Auf einem Markt entdeckten die Wissenschaftler eine blattlose Orchidee (Chiloschista quangdangii), die wahrscheinlich bereits durch Raubbau bedroht ist.

„Obwohl diese Arten erst im vergangenen Jahr von der Wissenschaft beschrieben wurden, leben sie schon seit vielen Jahrtausenden in den einzigartigen Lebensräumen der Mekong-Region“, erklärte der Asien-Experte Stefan Ziegler vom WWF Deutschland. Da viele dieser Arten bereits durch menschliche Aktivitäten vom Aussterben bedroht sind, forderte der WWF die Regierungen der Region auf, den Schutz dieser seltenen Lebewesen und ihrer Lebensräume zu verstärken. 

Die Tier- und Pflanzenwelt der Greater Mekong Region stehe unter starkem Druck durch Lebensraumverlust und -verschlechterung, illegalen Wildtierhandel, Klimawandel, Verschmutzung und invasive Arten. Trotz der intensiven forst- und landwirtschaftlichen Nutzung in den vergangenen 50 Jahren gelte Südostasien, insbesondere die Region rund um den Mekong, aufgrund der biologischen Vielfalt als eine „Schatzkammer der Biodiversität“.

Die Eidechse Laodracon carsticola ist auf einem Stein hervorragend getarnt.

Die Eidechse Laodracon carsticola ist auf einem Stein hervorragend getarnt. Foto: Santi Xayyasith/WWF/dpa

Eine grün-schwarze Grubenotter (Trimeresurus ciliaris) scheint Wimpern zu haben.

Eine grün-schwarze Grubenotter (Trimeresurus ciliaris) scheint Wimpern zu haben. Foto: Parinya Pawangkhanant/WWF/dpa

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