Städtebau

IHK: Über Fünf Millionen Euro Förderung fließen in den Kreis Stade

Der Blick von oben auf die Stader Altstadt. (Archivbild)

Der Blick von oben auf die Stader Altstadt. (Archivbild) Foto: Martin Elsen

Millionen aus der Städtebauförderung 2026 fließen nach Berechnungen der IHK Elbe-Weser auch in den Landkreis Stade.

Von Redaktion 26.06.2026, 04:50 Uhr

Landkreis. Besonders begrüßt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Elbe-Weser, dass ein Großteil der Mittel in Maßnahmen des Programms „Lebendige Zentren“ fließt. Aus Sicht der Wirtschaft setzt das Programm genau dort an, wo viele Kommunen derzeit vor großen Herausforderungen stehen. Landesweit stellen Bund und Land ungefähr 185 Millionen Euro bereit.

„Lebendige Innenstädte und Ortskerne sind längst kein Selbstzweck mehr. Sie sind Schaufenster des Wirtschaftsstandorts, Begegnungsorte für die Menschen und ein entscheidender Standortfaktor für Unternehmen und Fachkräfte. Deshalb freuen wir uns, dass Bund und Land hier einen klaren Schwerpunkt setzen“, teilt IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt mit.

So werden die Fördermittel aufgeteilt

Den größten Anteil der Fördermittel im Elbe-Weser-Raum erhält der Landkreis Rotenburg (Wümme) mit fast 7,15 Millionen Euro. Es folgen die Landkreise Stade (5,24 Millionen Euro), Osterholz (4,8 Millionen Euro), Verden (3,55 Millionen Euro) und Cuxhaven (0,91 Millionen Euro).

Aus Sicht der IHK kommt die Förderung genau zur richtigen Zeit, da die Zentren im Elbe-Weser-Dreieck seit Jahren unter Druck durch verändertes Konsumverhalten, Onlinehandel, demografischen Wandel und den Wettbewerb mit den Metropolregionen Hamburg und Bremen stehen.

Vor dem Hintergrund stark belasteter kommunaler Haushalte und weitgehend erschöpfter Förderspielräume nach den Corona-Förderungen gewinnen Programme der Städtebauförderung wieder stärker an Bedeutung. Für viele Kommunen sind sie inzwischen eines der wenigen verlässlichen Instrumente, um Investitionen in Ortskernen überhaupt noch zu ermöglichen und gleichzeitig private Folgeinvestitionen anzustoßen.

IHK betont die Bedeutung lebendiger Innenstädte

„Der Elbe-Weser-Raum lebt nicht von einer großen Metropole, sondern von vielen starken Klein- und Mittelstädten. Noch keine Kommune in unserem IHK-Bezirk überschreitet die Marke von 50.000 Einwohnern. Gerade deshalb sind lebendige Zentren von besonderer Bedeutung. Sie sichern Nahversorgung, Arbeitsplätze und gesellschaftliches Leben in der Fläche“, betont Kathrin Wiellowicz, IHK-Expertin für Handel und Stadtentwicklung. „Wenn die Zentren an Attraktivität verlieren, verliert die gesamte Region. Investitionen in Ortskerne sind deshalb Investitionen in die Zukunft des ländlichen Raums und damit in gleichwertige Lebensverhältnisse.“

Die IHK setzt sich seit Jahren dafür ein, Innenstädte und Ortskerne als multifunktionale Zentren weiterzuentwickeln. Neben dem klassischen Einzelhandel gewinnen Wohnen, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur, Freizeitangebote und öffentliche Räume zunehmend an Bedeutung. Städtebauförderung schafft hierfür laut IHK wichtige Rahmenbedingungen.

Auch Harsefeld profitiert von der Förderung

Ergänzend zur Innenstadtentwicklung umfasst die Förderung in diesem Jahr auch Quartiere, Wohnumfelder sowie Maßnahmen zur Klimaanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung, etwa in Achim, Harsefeld, Stade und Zeven. Davon profitieren auch das regionale Baugewerbe und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen.

„Die Städtebauförderung ist weit mehr als ein Bauprogramm. Sie löst private Investitionen aus, stärkt die regionale Wirtschaft und macht unsere Kommunen attraktiver für Unternehmen, Beschäftigte und Besucher. Entscheidend ist nun, dass die Projekte effizient umgesetzt werden und die Fördermittel schnell Wirkung entfalten können“, so Hauptgeschäftsführer von Speßhardt. (sal)

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