Internorga 2026 in Hamburg: Das sind die Food-Trends in diesem Jahr
Ein nachhaltiger Gedanke: Die Kakaofrucht zu retten und das schmackhafte Fruchtfleisch zu nutzen, ist die Mission von Einer Firma aus Düsseldorf. Seit einem halben Jahr vertreibt sie laut Vertriebsmitarbeiter Michael Wasikowski Shots mit Fruchtsaft aus der Kakaofrucht. Foto: Hahn
Auf der großen Gastro-Branchenmesse Internorga in Hamburg haben wir uns nach neuen Food-Trends umgesehen. Dabei haben wir von multifunktionalen Hightech-Geräten bis zu TikTok-Hypes einiges entdeckt.
Hamburg. Jedes Jahr trifft sich in den Hamburger Messehallen die Hotellerie- und Gastro-Branche, sowie zahlreiche Hersteller von Küchenausstattung, Geschirr und Spezialsoftware, um nur einen Ausschnitt zu nennen. Viel Getümmel herrscht dabei immer in den Hallen, in denen die Nahrungsmittelriesen, Getränkeabfüller oder auch kleine Food-Startups ihre Neuheiten präsentieren.
Seit in jedem zweiten Privathaushalt Kaffeevollautomaten jederzeit Café Crema oder Cappuccino aufbrühen, müssen für die Gastronomie neue Extras her. Seit einigen Jahren trendet das Kaltgetränk Espresso Martini.
Ein neuer Kaffeevollautomat kredenzt warme und kalte Kaffeegetränke, wie auch den angesagten Espresso Martini, in dem gar kein Martini enthalten ist. Foto: Hahn
Ein neuer Vollautomat kommt mit Kühlschrank und kann warme wie kalte Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck zubereiten. „Da ist gar kein Martini drin, sondern Wodka, Kaluha und Espresso“, verrät Vertriebsmitarbeiter Mirko Dölling.
Süßes mit Trendfaktor: Variantenreiches Tiramisú und Eis-Hits
Ein großes Thema auf der Messe sind Tiefkühlprodukte, insbesondere Konditoreiwaren und Eis. Ein norditalienischer Nahrungsmittelproduzent exportiert unter anderem Tiramisù in großer Vielfalt und Gebäckspezialitäten nach Deutschland. „Wir möchten ein Stück Italien nach Deutschland bringen“, erklärt Geschäftsführer Marco Perini seine Mission.

Marco Perini ist Geschäftsführer eines Nahrungsmittelproduzenten aus Italien. Tiefgekühlt bringt die Firma Desserts und Gebäckspezialitäten in deutsche Gastronomiebetriebe. Foto: Hahn
Das vegane Croissant mit Guave und Passionsfrucht ist eine Neuheit und schmeckt vorzüglich: In dem zart-knusprigen Teig wartet eine fruchtig-süße Füllung, ohne das Gebäck matschig werden zu lassen.
Ein ebenfalls in Italien ansässiges Franchise-Unternehmen stellt innovative Eissorten vor. Darunter Aperol Sprizz, Spezie, Matcha Erdbeere, Zimtschnecke oder Kokos-Hibiskus mit Himbeeren. Bei dem Rundgang fällt auf: Die durch den Trend der Dubai-Schokolade ausgelöste Pistazien-Liebe scheint ungebrochen. Auch sind fruchtige Tiramisù-Kreationen häufig vertreten. Insbesondere junges Publikum zieht alles an, was „Matcha“ im Namen trägt. Matcha ist Grüntee-Pulver aus Asien.
Junge Marken setzen auf Nachhaltigkeit
Auf großes Interesse bei dem jüngeren Publikum stoßen die Firmen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Auch die Ansprechpersonen an deren Ständen sind auffallend jung. Unter ihnen ist Michael Wasikowski am Stand des Unternehmens Koa. Die Firma gibt es seit 2017, aber erst seit einem halben Jahr vertreibt sie trendige Shots. Darin enthalten: Saft aus der Kakaofrucht. „Wir arbeiten mit 500 Farmerfamilien in Ghana zusammen und erhöhen die Wertschöpfung der Kakaopflanze.“ Die Frucht ist reich an Vitamin C und Ballaststoffen, und der Geschmack des Shots erinnert an Litschi mit Zitrusfruchtnote und ist dabei weniger süß, aber sehr erfrischend.
Lokale Wirtschaft
T Vom Garagen-Startup zum Messer-Imperium Oleio in Buxtehude
Norddeutschland
T Servier-Roboter: Darum hat Udo Venema eine moderne Fachkraft eingestellt
Neben den vielen Messeständen informieren sich die Besucher auch gerne über aktuelles aus der Branche bei einem der vielen Bühnenprogramme. Im Vorbeigehen schnappen wir auf: Es muss instagramable sein. Koreanische Küche trendet und alles aus dem Airfryer. Für Instagram braucht es dann auch ein gutes Storytelling, wenn man sich abheben möchte.
Seit rund einem Jahr vertreiben Neff und Jana aus Hamburg ihre Varianten einer zucker- und palmölfreien Erdnussbutter auf dem Markt.

Neff und Jana aus Hamburg bringen zucker- und palmölfreie und mit herzhaften Kräutern und Chili abgeschmeckte Erdnussbutter auf den Markt. Foto: Monika Hahn Foto: Monika Hahn
Aromatische Nüsse mit einer natürlichen Süße beziehen sie aus Argentinien. Abgeschmeckt werden ihre Produkte mit Meersalz, Chili oder Kräutern. In Hamburg bekommt man sie auf Wochenmärkten oder im Rewe im Westfield Center. „Die Gastro interessiert sich für unsere pure Erdnussbutter, weil sich damit zum Beispiel gut Soßen abschmecken lasse“, verrät Neff, der aus Neuseeland stammt, wo derartiges Erdnussmus gerne gegessen werden.
Exotische Pflanzen aus Südamerika und Asien mischen Mixgetränke auf
Während Limonaden mit dem Samenextrakt der südamerikanischen Guaraná-Frucht seit einigen Jahren auf dem deutschen Markt in vielen Supermärkten erhältlich sind, hat ein in Berlin ansässiges Unternehmen mit seiner Getränkemarke Waysa ein Teemixgetränk kreiert, dessen natürliches Koffein aus den Blättern Guayusa stammt. Den Sud aus dem Ilexgewächs gibt es pur, als Cola, mit Pfirsich- oder Apfel-Geschmack.

Jannes Gehann berät über die Obstsaftschorlen und Limonaden mit dem Extrakt der Guayusa, einem ecuadorianischen Ilex-Gewächs. Foto: Hahn
Ebenfalls aus Asien wird zum Aromatisieren von Limonaden die Yuzu-Frucht herangezogen, wie an einem anderen Getränkestand deutlich wird. Die Mitarbeiterin verrät, Yuzu werde immer beliebter.
Toppings für Salate und Brot sind Trendthema
Eine aktuell auf TikTok beliebte Lebensmittel-Kategorie nennt sich Chili Crisp. Sebastian Koch bringt seine Version der herzhaften Toppings für Salate, belegte Brote, zu Kartoffeln und zum Aufpeppen von Gerichten auf den deutschen Markt.

Neu auf der Messe und absoluter Trend auf Social Media: Chili Crisp. Die Mischung frittierter Gewürze stammt ursprünglich aus China. Foto: Hahn
„Ursprünglich stammen diese in Öl frittierten Gewürzmischungen aus China“, erklärt der Mann aus Darmstadt. Sie lassen sich vielseitig einsetzen. Seit zwei Jahren arbeitet er an der Produktentwicklung. „Ich liebe Lebensmittel, und es erfüllt mich, auch 60 Stunden meiner Zeit pro Woche in ein leckeres und wertiges Produkt zu investieren“, erklärt der studierte Betriebswirt seine Leidenschaft.
Sellerie, Steckrübe oder Rote Bete. Was viele aus Großmutters Gemüsegarten kennen, schafft es heute eher selten auf die Teller. In hauchdünne Scheiben gehobelt kommt es in den Räucherschrank, der für das Räuchern von Fleisch entwickelt wurde.

Dünn geschnitten und geräuchert schmecken Rote Bete, Sellerie und Steckrübe hervorragend würzig. Foto: Hahn
Der gelernte Koch Maximilian Bubenheim veredelt im hessischen Frankfurt das Bio-Gemüse und präsentiert es den Messebesuchern als Brotbelag. „Durch unseren Veredelungsprozess verliert das Gemüse viel Wasser, was zu einem intensiven Geschmack führt“, erklärt er. Bisher ist das Produkt vorwiegend in der Gastro-Branche verankert, aber zunehmend auch im Bio-Fachhandel.
Internorga 2026
Alljährlich präsentieren sich bei der Internorga in Hamburg große und kleine Firmen, um die aktuellen Trends der Hotellerie und Gastronomie zu präsentieren.

Kuchen mit Spekulatius: Ein Foodtrend, der auf der Internorga vorgestellt wurde. Foto: Hahn
Die fünftägige Veranstaltung ist vom Verband der Deutschen Messewirtschaft als internationale Fachmesse für Gastronomie, Hotellerie, Catering, Bäckerei und Konditorei, sowie für den gesamten Außer-Haus-Markt, für Küchentechnik und digitale Lösungen klassifiziert. Die Internorga richtet sich ausschließlich an Fachpublikum. Etwa 80.000 Besucher wurden dieses Jahr erwartet.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.