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KI und China

KI-Chip-Schmuggelvorwurf torpediert Aktie von Serverfirma

Supermicro betont, dass sich die Vorwürfe nur gegen einzelne Mitarbeiter, aber nicht gegen die Firma richten. (Archivbild)

Supermicro betont, dass sich die Vorwürfe nur gegen einzelne Mitarbeiter, aber nicht gegen die Firma richten. (Archivbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Chinesische Firmen konnten keine KI-Chips von Nvidia kaufen - deswegen wurden sie zum Teil über Umwege geschmuggelt. Bei einer solchen Aktion kamen auch Haartrockner und Attrappen zum Einsatz.

Von dpa 20.03.2026, 18:05 Uhr
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San Jose. Aktien des Computer-Herstellers Supermicro haben an einem Tag rund ein Drittel ihres Werts verloren - zuvor hatten US-Ermittler mehrere Mitarbeiter beschuldigt, KI-Chipsysteme von Nvidia nach China geschmuggelt zu haben. Den Vorwürfen zufolge wurden Server von Supermicro im Milliardenwert zunächst in ein Land in Südostasien geliefert und von da heimlich nach China. Dabei seien Unterlagen gefälscht worden, um das nicht namentlich genannte Unternehmen in Südostasien als Empfänger der Technik darzustellen.

Die US-Regierung hatte die Lieferung der KI-Chips von Nvidia nach China stark eingeschränkt, um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in dem Land zu bremsen. Es war bereits bekannt, dass die Systeme teilweise auf Umwegen trotzdem nach China gelangten.

Umkleben mit Haartrockner

Die Aktion der Supermicro-Mitarbeiter war den Ermittlern zufolge mit einigem Aufwand verbunden: Für den Fall von Kontrollen wurden in Südostasien in der Originalverpackung täuschend ähnliche, aber nicht funktionierende Server-Attrappen gelagert. Dabei seien Sticker mit Seriennummern mit Hilfe von Haartrocknern von den echten Supermicro-Servern entfernt und auf die Attrappen aufgeklebt worden. Das alles wurde von Überwachungskameras in einer Lagerhalle aufgenommen, die New Yorker Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos.

Den Vorwürfen zufolge wurden dabei in den Jahren 2024 und 2025 Server im Wert von 2,5 Milliarden Dollar nach China gebracht. Allein binnen weniger Wochen zwischen Ende April und Mitte Mai 2025 sei Technik für 510 Millionen Dollar geschmuggelt worden.

Supermicro: Nur einzelne Mitarbeiter

Supermicro betonte in einer Stellungnahme, dass es keine Vorwürfe gegen das Unternehmen gebe, sondern nur gegen einzelne Mitarbeiter. Einer der Beschuldigten ist ein 71-jähriger Mitgründer von Supermicro, der auch im Verwaltungsrat der Firma saß. Er gab den Posten inzwischen auf, wie das Unternehmen mitteilte.

Nach Einschätzung von Branchenanalysten könnten Konkurrenten wie Dell von den Ermittlungen gegen die Supermicro-Mitarbeiter profitieren. Die Supermicro-Aktie ging aus dem US-Handel am Freitag mit einem Minus von 33,3 Prozent.

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