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Berlin

Kanzleramt verschickt geheime Dokumente weiter per Rohrpost

Pro Monat werden im Kanzleramt etwa 1000 Sendungen mit der Rohrpost verschickt (Symbolbild).

Pro Monat werden im Kanzleramt etwa 1000 Sendungen mit der Rohrpost verschickt (Symbolbild). Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert: Das Kanzleramt hält weiterhin an der Rohrpost fest. Was altmodisch klingen mag, hat vor allem im Bereich Geheimhaltung Vorteile.

Von dpa Donnerstag, 11.01.2024, 13:20 Uhr

Berlin. Das Kanzleramt will bestimmte geheime Dokumente weiter innerhalb des Hauses per Rohrpost verschicken. „Dabei handelt es sich in der Regel um eilige Vorgänge, die nicht elektronisch oder per Hausbotendienst weitergeleitet werden können, zum Beispiel weil sie der Geheimhaltung unterliegen oder im Original unterschrieben werden müssen“, teilte ein Regierungssprecher auf eine Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ mit. „Eine Ablösung des Systems ist wegen der beschriebenen Vorteile derzeit nicht vorgesehen.“

Die Rohrpost wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Dabei werden zylinderförmige Behälter mit Dokumenten oder anderen Gegenständen per Druckluft durch ein Rohrsystem zum Empfänger katapultiert. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Großstädten teils Hunderte Kilometer lange Netze.

Das Transportmittel hält sich aber auch im Internetzeitalter noch. 2001 wurde ein Rohrpostsystem mit zwei Linien, 1300 Metern Länge und 36 Stationen in das neue Berliner Kanzleramt integriert. Seitdem sei es „uneingeschränkt in Nutzung“, teilte der Regierungssprecher mit. Pro Monat würden damit etwa 1000 Sendungen bewegt. Die Kosten für den Betrieb gibt das Kanzleramt mit 15.000 Euro jährlich an.

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