Zähl Pixel
Milliardeninvestitionen

Klingbeil: Menschen sollen in diesem Jahr Ergebnisse sehen

„Jetzt ist es Zeit zu investieren“, appellierte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil an die deutsche Wirtschaft.

„Jetzt ist es Zeit zu investieren“, appellierte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil an die deutsche Wirtschaft. Foto: David Hammersen/dpa

Vizekanzler Klingbeil ist überzeugt, die Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur helfen auch gegen Rechtspopulismus. Die Menschen sollen deshalb noch in diesem Jahr sehen, „dass sich etwas tut“.

Von dpa Dienstag, 03.06.2025, 12:35 Uhr

Hamburg. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will noch in diesem Jahr Ergebnisse bei den geplanten Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur sehen. „Ich halte das auch im Kampf gegen Rechtspopulismus für sehr wichtig, um den Menschen zu zeigen, dass sich das Land modernisiert, dass sich etwas tut und dass das Leben durch Investitionen in die Infrastruktur einfacher wird“, sagte der Vizekanzler bei der Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz „Hamburg Sustainability Conference (HSC)“. In Deutschland dauere es manchmal bis zu 20 Jahre, bis der erste Euro investiert werde. „Mein Ziel ist es, dass die Menschen in diesem Jahr sehen, dass sich etwas tut.“ Zudem appellierte er an die deutsche Wirtschaft: „Jetzt ist es Zeit zu investieren.“

Klingbeil: „Europa ist zu langsam.“ 

Gleichzeitig forderte er Europa zur Eile bei politischen Entscheidungen auf. „Europa ist zu langsam.“ Es gebe zu viel Bürokratie und zu wenig Politik. Er wolle jedoch rasch politische Entscheidungen zur Zukunft Europas. Schon 2027 stehe in Frankreich die Präsidentschaftswahl an. „Niemand weiß, was dann passieren wird.“ Und die Präsidentschaftswahl in Polen sei schon nicht gut ausgegangen für Europa.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) mahnt Europa zur Eile bei politischen Entscheidungen: „Europa ist zu langsam.“

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) mahnt Europa zur Eile bei politischen Entscheidungen: „Europa ist zu langsam.“ Foto: David Hammersen/dpa

Zuversichtlich zeigte er sich im Zollstreit mit den USA. „Wir werden letztendlich Lösungen finden.“ Die klare Botschaft Deutschlands und Europas an die Vereinigten Staaten sei: „Wir wollen einen gemeinsamen Weg und suchen nach einer gemeinsamen Lösung in der Zollfrage.“ Für ihn als Vizekanzler und Finanzminister sei jedoch das Wichtigste, „dass wir unsere Hausaufgaben in Deutschland und in Europa erledigen“. Mit Blick auf China sagte der Minister, die Bundesrepublik sollte unbedingt mit China kooperieren. Gleichzeitig gelte aber die klare Botschaft: Werde Taiwan angegriffen, ändere sich alles. 

Deutschland bei Entwicklungsfinanzierung verlässlicher Partner 

Klingbeil kündigte an, dass Deutschland bei der Entwicklungsfinanzierung ein verlässlicher Partner bleiben werde - „gerade jetzt, da andere wichtige Geberländer ihre Unterstützung reduzieren“. Deutschland sei sogar auf dem Weg, der weltweit größte Geber von öffentlicher Entwicklungshilfe zu werden, sagte Klingbeil. Gleichzeitig forderte er alte und neue Geberländer auf, ihre öffentliche Entwicklungshilfe zu erhöhen. 

Stolz zeigte sich der Minister über den Plan der Bundesregierung, die unabhängige Kommission für internationale Entwicklungsfragen von 1977, auch bekannt als Nord-Süd-Kommission, wieder ins Leben zu rufen. Denn er sei überzeugt, dass in diesen Zeiten keine Krise ohne die Zusammenarbeit der Länder des Globalen Südens und des Globalen Nordens gelöst werden könne, sagte Klingbeil. „Deshalb wollen wir einen neuen, partnerschaftlichen Dialog etablieren.“

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Junge Frau erstochen - Urteil verzögert sich

Ein 31-Jähriger soll seine Nachbarin erstochen haben, die junge Frau verblutete. Vor Gericht sagt der Angeklagte, die Kontrolle über sich verloren zu haben. Wann fällt das Urteil?

Fliegerbombe in Wedel entschärft

6.000 Haushalte mussten bei eisigen Temperaturen ihre Wohnungen verlassen: In Wedel wurde eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft.

Schlafende Frau angezündet - Lebenslange Haft

Mitten in der Nacht zündet ein Mann seine Frau an. Für das Gericht ein grausamer Mord aus Heimtücke. Die Chance auf vorzeitige Haftentlassung soll es für den Angeklagten nicht geben.