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Weihnachtsbotschaft

Landrat Seefried: Ukraine-Krieg hat Leben der Menschen verändert

Landrat Kai Seefried in der Weihnachtsmannstube im Christkindpostamt in Himmelpforten. Foto: Landkreis Stade/Beneke

Landrat Kai Seefried in der Weihnachtsmannstube im Christkindpostamt in Himmelpforten. Foto: Landkreis Stade/Beneke

In seiner Weihnachtsansprache blickt Kai Seefried auf ein Jahr geprägt von Krieg und Krisen zurück. Der Landrat dankt aber auch für viel Unterstützung und verspricht: „Wir haben viel vor.“ Die Botschaft im Video.

Samstag, 24.12.2022, 17:00 Uhr

In seiner diesjährigen Weihnachtsansprache blickt Stades Landrat Kai Seefried auf aufreibende Monate, geprägt von Krieg und Krisen. „Ich bin aber gleichsam außerordentlich dankbar für die Solidarität und Unterstützung – zum Beispiel bei der Unterbringung der Vertriebenen aus der Ukraine“, sagt der Chef der Kreisverwaltung in einer Videobotschaft.

Die Anzahl der Menschen, die in diesem Jahr als Geflüchtete und Vertriebene in den Landkreis kamen, ist historisch hoch. Mehr als 3500 Menschen waren es bis zum Beginn des Winters. Größtes Problem: Die Unterbringung der Schutzsuchenden. 

In Stade-Ottenbeck sorgt die Landkreis-Verwaltung dafür, dass es für die geflüchteten Menschen eine geregelte Aufnahme gibt. Dort können bis zu 500 untergebracht werden. In Absprache mit den beiden Hansestädten und den Gemeinden werden die Geflüchteten anschließend auf verfügbaren Wohnraum aufgeteilt. Längst sind Notfallpläne erstellt, nach denen weitere Containerbauten errichtet werden müssen, Sporthallen als Notunterkünfte in Betracht gezogen werden.

Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine habe das Leben der Menschen im Landkreis Stade mittelbar und unmittelbar verändert. Da sei die vorweihnachtliche Sehnsucht nach einem Fest der Freude und des Friedens nur allzu verständlich. Beeindruckt zeigt sich der Landrat von der Welle der Solidarität mit den Opfern des Krieges – bei Mahnwachen, bei der Bereitstellung von Wohnraum, beim Aufbau der Notunterkunft und bei den Hilfstransporten, die im Landkreis Stade gestartet sind.

„Die Einsatzkräfte, die Fahrzeuge und Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht und sich direkt nach der Tour bereits für weitere Hilfsmissionen bereiterklärt haben, sind für mich wahre Helden und ein Beispiel für das starke Ehrenamt in unserem Landkreis“, sagt Seefried. „Ich danke allen, die unser Leben mit ihrem Engagement bereichern und die auch in Zeiten der Energiekrise kreative Lösungen gefunden haben.“

Drittes Corona-Jahr führt im Kreis Stade zu Rekord-Inzidenzen

Eine harte Bewährungsprobe sei laut Seefried auch das dritte Jahr der Corona-Pandemie gewesen – mit Inzidenzen von über 1800 und damit täglich mehr als 600 Neuinfizierten in der ersten Jahreshälfte. Die Bundeswehr unterstützte das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung. Die mobilen Impfteams des Deutschen Roten Kreuzes verabreichten mehr als 30.000 Impfungen.

Die Impfkampagne sei ein wichtiger Erfolg gewesen, der Gemeinschaft erst wieder möglich gemacht habe, sagt Seefried.

Elbe Kliniken, A26, LNG: Was im Landkreis Stade 2023 ansteht

Der Landrat blickt trotz aller Krisen zuversichtlich ins neue Jahr. Im Januar gehen die Elbe Kliniken in die Trägerschaft des Landkreises über. In puncto Ärztemangel und Praxissterben hofft Seefried für 2023: „Wir können vielleicht die ersten Medizinstudentinnen und -studenten an unserem Gesundheitscampus begrüßen.“

Außerdem soll offiziell der Bau für das LNG-Terminal in Stade starten. Im Februar wird der nächste Autobahnabschnitt der A26 in Richtung Hamburg freigegeben. Breitbandausbau und Digitalisierung von Schulen und Verwaltung gehen weiter. Neue Schulen und Kindergärten werden eröffnet. 

Erwartungsvoll blickt Seefried ins neue Jahr: „Wir haben viel vor und es gibt viel zu tun.“

Zeit, Frieden und Meistertitel - die Weihnachtswünsche der Politik

Zumindest materiell gesehen sind die Weihnachtswünsche deutscher Politikerinnen und Politiker in diesem Jahr bescheiden: Viele wünschen sich Zeit mit der Familie und Frieden für die Ukraine und den Iran - oder gleich die ganze Welt. Das hat eine Umfrage des Nachrichtenportals watson unter Abgeordneten des Bundestags und des Europaparlaments ergeben.

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil etwa wünscht sich nichts mehr als Zeit für entspannte Festtage mit seiner Familie. "Dieses Jahr war so krass. Es war mein erstes Jahr als Parteivorsitzender, alles hat sich überschlagen", sagte Klingbeil. Neben Zeit steht auf der Wunschliste von Amtskollegin Saskia Esken vor allem eins: "Mein sehnlichster Wunsch wäre Frieden. Frieden für die Ukraine, Frieden für die mutigen Frauen in Iran."

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) ist der Umfrage zufolge immer mit einem Buch zu beglücken - auch wenn er beruflich lieber auf Papier verzichte und digitale Texte bevorzuge. Grünen-Politikerin Tessa Ganserer, eine der ersten offen transgeschlechtlichen Frauen im Bundestag, wünscht sich einen neuen Personalausweis mit ihrem richtigen Vornamen. Bisher ist dort noch ihr abgelegter Vorname vermerkt.

Gleich zwei Wünsche hat der Grünen-Bundesvorsitzende und bekennende Fußball-Fan von Eintracht Frankfurt, Omid Nouripour: "Frieden auf Erden und die Meisterschaftsperspektive der Eintracht." (dpa/tip)

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