Über 800 Neuinfektionen – Inzidenz im Kreis Stade erreicht weiteren Höchstwert
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Der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Stade hat am Freitag erneut ein neues Allzeithoch erreicht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht von einer „schweren Welle“. So ist die Lage.
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet für den Landkreis Stade einen neuen Rekordwert seit Beginn der Pandemie. Die Inzidenz lag am Freitag (Stand: 25. März, 3.18 Uhr) bei 1.782,7 Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 1633,7 gelegen. Zum Vergleich: Vor einer Woche war ein Sieben-Tage-Wert von 1249 erreicht worden.
Im Vergleich zum Vortag meldete das Kreis-Gesundheitsamt dem RKI 854 Neuinfektionen. Insgesamt wurden seit Pandemie-Beginn damit 33.224 Menschen nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet.
Der Landkreis verzichtet seit dieser Woche auf eine Veröffentlichung weiterer Kennzahlen der Corona-Lage. „Aufgrund der Vielzahl von Neuinfektionen und dadurch, dass sich Infizierte nach sieben Tagen selbstständig aus der Isolation freitesten und dies teilweise dem Kreis-Gesundheitsamt nicht mitteilen, bilden die Zahlen nicht die tatsächliche Situation ab“, hatte Kreissprecherin Nina Dede erklärt. Schon zuvor waren Experten von einer Vielzahl nicht gemeldeter Infektionen ausgegangen.
16 Corona-Patienten in den Elbe Kliniken
Die Zahl der Verstorbenen an oder mit dem Coronavirus liegt im Landkreis unverändert bei 182. In den Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude werden mit Stand vom Freitag 16 Covid-19-Patienten stationär behandelt, das ist eine weniger als in der Vormeldung. Weiterhin liegt eine Person auf der Intensivstation (Quelle: IVENA).
Inzidenzen in den Nachbarkreisen
- Cuxhaven: 2.587,7 (Vortag: 2440,8)
- Rotenburg: 2.220,2 (Vortag: 2141,2)
- Harburg: 1.553,8 (Vortag: 1710)
Stand: RKI, 25. März, 3.18 Uhr
Lauterbach ruft Länder zu weiterer Corona-Eindämmung auf
Die ersten Alltagsbeschränkungen sind passé. Aber noch hat sich das Infektionsgeschehen nicht beruhigt - im Gegenteil. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf einen Höchstwert von 1756,4. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach von einer „schweren Welle“. Er forderte die Länder auf, den umstrittenen neuen bundesweiten Rechtsrahmen für eine stärkere Corona-Eindämmung in Regionen mit kritischer Lage zu nutzen. „Es gibt keinen Freedom Day, es gibt keinen Grund, hier nachzulassen“
Es gebe zahlreiche Regionen, in denen Krankenhäuser überlastet seien, planbare Eingriffe abgesagt und Patienten verlegt werden müssten. „Dort kann und soll das Infektionsschutzgesetz eingesetzt werden“, appellierte er an die Länder. Der eine oder andere hätte sich gewünscht, dass der Bund Regeln für ganz Deutschland mache. Dies gehe aber nicht, da nicht in ganz Deutschland eine Überlastung des Gesundheitssystems bestehe.
Hintergrund ist eine neue bundesweite Rechtsgrundlage, die seit Sonntag gilt. Nach einer Übergangsfrist bis zum 2. April können die Länder demnach für regionale „Hotspots“ weitergehende Beschränkungen etwa mit mehr Maskenpflichten und Zugangsregeln verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine kritische Lage feststellt. Generell sind den Ländern aber nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben im Alltag etwa zu Masken und Tests in Einrichtungen für gefährdete Gruppen wie Pflegeheimen und Kliniken möglich. Alle Länder hatten gegen diesen gesetzlichen Alleingang der Ampel-Koalition protestiert.
Deutschlandweit wieder fast 300.000 Neuinfektionen
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist gestiegen und hat erneut einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 1756,4 an. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 296 498 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 288 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 19 893 028 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 7,28 an (Mittwoch: 7,23). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 15 518 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 128 110. (fe/mit dpa).
Niedersachsenweit nähert sich die Sieben-Tage-Inzidenz der 2000er-Marke.
Derzeit sind im Landkreis Stade den offiziellen Angaben zufolge wieder deutlich unter 3000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild
Die Corona-Pandemie hat Deutschland seit März 2020 erreicht.
Das Coronavirus : Ärosole spielen bei der Übertragung eine zentrale Rolle.
Ein Corona-Tester führt einen Schnelltest durch. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Ein Mann führt einen Corona-Schnelltest durch. (Archivbild). Foto: Matthias Balk/dpa
Die Intensivstationen der Elbe Kliniken sind voll – aber nicht wegen der Corona-Fälle. Gleichwohl müssen Kapazitäten wegen Corona freigehalten werden. Foto: Hajduk
Die Corona-Zahlen im Landkreis sind nach den Feiertagen sprunghaft angestiegen. Foto: Pixabay
Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich testen lassen, um Zutritt zu bestimmten Bereichen wie Restaurants oder Frisörsalon zu bekommen. Foto: dpa