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Bankensterben

Bargeld abheben im Supermarkt: Diese neuen Regeln kommen

Warum extra zur Bank, wenn man sich auch beim Einkaufen ganz bequem Bargeld auszahlen lassen kann? In vielen Handelsunternehmen ist der Service inzwischen verbreitet.

Warum extra zur Bank, wenn man sich auch beim Einkaufen ganz bequem Bargeld auszahlen lassen kann? In vielen Handelsunternehmen ist der Service inzwischen verbreitet. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn/dpa

Ob Rewe, Edeka oder Rossmann: Die EU will den Bargeldservice ausbauen. Das sind die Pläne.

Von Moritz Camin und Jörn Bender Montag, 16.02.2026, 13:35 Uhr

Bankfilialen und Geldautomaten werden auch im Landkreis Stade immer weniger. Bundesweit sank die Zahl der Automaten von über 59.000 im Jahr 2018 auf rund 51.000. Viele Menschen müssen inzwischen mehrere Kilometer fahren, um Bargeld zu bekommen.

Gleichzeitig bieten immer mehr Supermärkte, Drogerien und Baumärkte eine praktische Alternative: Bargeld abheben direkt an der Kasse. Die EU möchte dieses Modell laut Berichten von Techbook.de nun stärken – und damit den Zugang zu Bargeld langfristig sichern.

Welche Händler Bargeldabheben im Supermarkt anbieten

Der Service hat sich in Deutschland breit etabliert. Laut Untersuchungen können Kunden inzwischen bei 23 großen Handelsketten Bargeld abheben. Dazu gehören unter anderem Lidl, Rewe, Kaufland, Rossmann, dm, Penny, Netto und Edeka. Bei vielen Filialen funktioniert die Auszahlung über das sogenannte Cashback‑Verfahren: Beim Bezahlen wird der gewünschte Betrag einfach zusätzlich vom Konto abgebucht.

Je nach Händler gelten unterschiedliche Regeln zum Mindesteinkaufswert oder zur Kartenart.

Warum Bargeld abheben an der Supermarktkasse Händler belastet

Für Verbraucher ist die Bargeldausgabe an der Kasse kostenlos – für die Händler laut Techbook.de jedoch nicht. Sie zahlen pro Auszahlung kleine Gebühren an die Banken. Noch teurer ist jedoch die Logistik. Sie müssen hohe Bargeldbestände vorhalten und regelmäßig Geldtransporter bestellen. Das sorgt seit Jahren für Unmut im Handel, denn die Banken profitieren vom Service, ohne ihn selbst anzubieten.

Trotzdem bleiben viele Händler dabei, weil Kunden den Service erwarten und ihn als Standard ansehen.

Welche Neuerungen die EU für Bargeldabheben plant

Die EU will den Zugang zu Bargeld für alle Menschen in Europa verbessern. Künftig sollen Kunden bei vielen Händlern Bargeld abheben können – auch ohne vorher etwas zu kaufen. Geplant sind Beträge zwischen 100 und 150 Euro. Das soll besonders Regionen helfen, in denen immer mehr Geldautomaten verschwinden.

Gleichzeitig bleiben Händler rechtlich keine Bankfilialen, sondern bieten lediglich einen zusätzlichen Service an. Wann genau die neuen Regeln starten, hängt von der finalen Zustimmung der EU‑Institutionen ab.

Girocard so oft im Einsatz wie nie - kontaktlos boomt

Beim bargeldlosen Bezahlen an der Ladenkasse dominiert die Girocard. Rund 8,3 Milliarden Bezahlvorgänge mit der Plastikkarte zählte Euro Kartensysteme im vergangenen Jahr und damit 4,8 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024. „Damit behauptet die Girocard ihre Marktführerschaft und unterstreicht zugleich die Bedeutung eines eigenständigen deutschen Zahlungssystems“, bilanzierte die Frankfurter Einrichtung.

Außerdem kann mit einem Smartphone oder einer Smartwatch mit Diensten wie Apple Pay und Google Pay kontaktlos Geld übertragen werden.

Ob in der Bäckerei, am Kiosk oder am Automaten: Zunehmend kommt die Girocard, die landläufig oft noch „EC-Karte“ genannt wird, auch bei kleineren Beträgen zum Einsatz. Daher sinkt seit Jahren der Durchschnittsbetrag, der mit der Girocard beglichen wird. 2024 lag der Betrag mit 38,85 Euro erstmals unter der 40-Euro-Marke, 2025 wurde mit 37,25 Euro ein neuer Tiefstand erreicht. (mca/dpa)

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