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Debatte um Krankschreibungen

Lang: „Schnapsidee“ bei Krankschreibung nicht beschließen

Ex-Grünen-Chefin Lang kritisiert die geplanten strengeren Regeln für Krankschreibungen im Job. (Archivbild)

Ex-Grünen-Chefin Lang kritisiert die geplanten strengeren Regeln für Krankschreibungen im Job. (Archivbild) Foto: Christoph Soeder/dpa

Angesichts hoher Fehlzeiten in Betrieben soll es schwieriger werden, an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu kommen. Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang hat eine klare Meinung.

Von dpa 09.07.2026, 01:05 Uhr
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Berlin. Grünen-Politikerin Ricarda Lang warnt die schwarz-rote Koalition davor, die geplanten strengeren Regeln für Krankschreibungen im Job umzusetzen. „Wenn die Regierung nicht komplett den Kontakt zur Realität verloren hat, dann wird sie das nicht beschließen, nur um davon abzulenken, dass die Regierung auf die eigentlichen Probleme der Wirtschaft keine Antwort hat“, sagte die Ex-Grünen-Chefin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Lang kenne die Situation, dass man im Koalitionsausschuss bei vielen zu verhandelnden Maßnahmen irgendwann „im Tunnel“ sei. „Wenn danach aber alle Betroffenen aus der Praxis sagen, das führt zu mehr Krankheitstagen, nicht weniger - dann dürfen Partei- und Koalitionslogik nicht dazu führen, dass so eine Schnapsidee trotz allem im Bundestag beschlossen wird.“ 

Die schwarz-rote Koalition hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. An den Plänen gibt es auch Kritik aus den Reihen der Regierungsparteien. 

Lang: Merz sollte zehn Minuten mit einem Hausarzt telefonieren 

Sowohl für Patienten, „die sich nicht angeschlagen in Arztpraxen quälen müssten“, als auch für ohnehin überlastete Ärzte wäre der Verzicht auf die Pläne besser, so Lang. „Ich würde Friedrich Merz wirklich empfehlen, mal zehn Minuten mit einem Hausarzt zu telefonieren, bestenfalls einem, der nicht nur Privatpatienten betreut. Es wäre ein gewinnbringendes Gespräch“, sagte Lang.

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