AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Dem Zirkus verbunden

Mit 95: Schlagerlegende Freddy Quinn zurück im Rampenlicht

Freddy Quinn erfüllt die Autogrammwünsche zahlreicher Besucherinnen und Besucher.

Freddy Quinn erfüllt die Autogrammwünsche zahlreicher Besucherinnen und Besucher. Foto: Markus Scholz/dpa

Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt zeigt sich der Künstler wieder öffentlich – und zieht Hunderte in Schleswig-Holstein in ein Zirkuszelt.

Von dpa 17.10.2026, 17:21 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Leezen. Seine Hits hatte er in den 50er und 60er Jahren - aber ein Publikumsmagnet ist Schlagerlegende Freddy Quinn („Heimweh“) noch immer. Der 95-Jährige, der mit seiner Frau als Rentner auf einem Bauernhof lebt, trat erstmals nach mehr als einem Jahrzehnt wieder in der Öffentlichkeit auf: im Circus Traber im schleswig-holsteinischen Leezen. Mit der Zirkus-Familie ist er befreundet.

Dort standen am Samstagnachmittag hunderte Menschen für Tickets an. Während im Inneren des Zirkuszeltes schon vor Beginn der Show zahlreiche Fans den berühmten Gast um ein Autogramm baten, wunderten sich vor allem Jüngere, wem sie den Menschenauflauf zu verdanken hatten.

„Ihr Euer Freddy Quinn“ 

Mit abgesetzter St. Pauli-Kappe, Mikrofon in der Hand und kräftiger Stimme sagte er zu Beginn der Show: „Ich war auf eine Rede gar nicht vorbereitet, aber ich habe so viele nette, freundliche Gesichter gesehen, dass ich nicht umhinkonnte, um zu sagen, ich bin stolz, dass ich heute als Gast und Zuschauer in dieser kleinen Arena von den Trabers mitwirken darf.“

Das Hochseillaufen überlasse er nun lieber den Artisten, sagte Freddy Quinn.

Das Hochseillaufen überlasse er nun lieber den Artisten, sagte Freddy Quinn. Foto: Markus Scholz/dpa

„Mitwirken“ sei allerdings übertrieben, sonst hätte er selbst ein Seil spannen müssen im Zirkuszelt und dieses als Hochseilartist überqueren müssen, erklärte er. Dies überlasse er in seinem Alter lieber den Artisten des Zirkus. Er betonte: „Den Trabers und allen Artisten, die hier mitwirken, alles Gute und die besten Wünsche.“ Dann sagte der Gast die erste Zirkusnummer an - eine Ponydressur. Die kleine Rede endete mit den Worten: „In dem Sinne verbleibe ich, ihr euer Freddy Quinn.“ 

Sänger mit tiefer Baritonstimme

Entdeckt wurde Quinn in der „Washington Bar“ auf St. Pauli in Hamburg – der Startpunkt seiner außergewöhnlichen Karriere. In den 50er und 60er Jahren verbuchte der Sänger mit der tiefen Baritonstimme zahlreiche Nummer-eins-Hits: „Heimweh“, „Die Gitarre und das Meer“ oder „Junge, komm bald wieder“ wurden zu Klassikern, es folgten zahlreiche Musikfilme. 

In den 50er und 60er Jahren hatte der Sänger mit der tiefen Baritonstimme zahlreiche Nummer-eins-Hits. (Archivbild)

In den 50er und 60er Jahren hatte der Sänger mit der tiefen Baritonstimme zahlreiche Nummer-eins-Hits. (Archivbild) Foto: Nestor Bachmann/Zentralbild/dpa

Im vergangenen Jahr hatte er seine Biografie „Wie es wirklich war“ veröffentlicht.

Ein großes Herz für den Zirkus

Niklas Traber von der Zirkusfamilie Traber sagte zum Besuch der Schlagerlegende: „Das ist ein großer Einsatz und es kostet eine Überwindung, dass er zu uns herzukommt; auch bei so viel Presse und Menschen sich hinzusetzen und das Zelt noch einmal richtig voll zu machen.“ Quinn habe ein großes Herz für den Zirkus - dank ihm kämen rund 200 bis 300 Menschen nach Leezen. „Wenn nicht mehr.“ 

Der Schlagerstar ist dem Zirkus seit längerem verbunden. Laut Niklas Traber hat er dort das Hochseillaufen gelernt. Er sei auch Taufpate eines Familienmitglieds. Dass dank Quinn wieder zahlreiche Menschen in den Zirkus kämen, sei zudem eine erfreuliche Ausnahme in einem derzeit sonst schwierigen Geschäft. 

„Die Leute haben momentan alle selber kein Geld. Sie müssen überall Einsparungen treffen, und dann trifft es manchmal auch den Zirkus“, erklärte Traber. Das sei schade. Alle Mitarbeitenden gäben sich viel Mühe und wollten den Zuschauern, den Eltern und den Kindern eine schöne Zeit ermöglichen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel