Neu Wulmstorfer haben viele Klimaschutz-Ideen
Ein Klimateam aus verschiedenen Akteuren gab mit dem ersten Klimaforum den Startschuss zur Entwicklung der Klima-Kommune Neu Wulmstorf (von links): Kerstin Münnich-Krüger, Renate Martens-Hoppe, Initiator Peter Boser, Joachim Franke, Stephan
Es gibt noch reichlich zu tun, aber den ersten Schritt in Richtung Klima-Kommune hat Neu Wulmstorf getan. Das Klimaforum als Auftaktveranstaltung für eine breit angelegte Bürgerbewegung in Sachen Natur- und Klimaschutz war ein voller Erfolg.
Rund 50 engagierte Bürger hatten sich am Wochenende zum ersten Klimaforum im Rathaus zusammengefunden, um das Projekt Klima-Kommune in vielfältigen Arbeitsgruppen voranzutreiben. Teils waren diese schon im Vorfeld aktiv, so wie beispielsweise der Arbeitskreis Solargenossenschaft oder das Team „Neu Wulmstorf blüht auf“. Der Thementisch war reich gedeckt, vom Schottergarten-Problem über Müllvermeidung bis hin zu einem Flächenplan mit Fokus auf Natur- und Klimaschutz.
„Klimawende von unten“
Initiator Peter Boser, der in Neu Wulmstorf vielfältig engagiert und über viele Organisationen hinweg vernetzt ist, freut sich über den positiven Start für die Idee einer „Klimawende von unten“. Es sei die Chance, das für die künftigen Generationen überlebenswichtige Thema in Bürgerhand zu nehmen statt irgendwann nur noch vom Klimawandel getrieben zu werden.
„Ein nächster großer Schritt muss es jetzt sein, Neu Wulmstorf per Ratsbeschluss zur Klima-Kommune zu erklären – als institutionelle und politische Grundlage“, so der 67-jährige Diplompsychologe. Mit im Boot für die Entwicklung einer Klima-Kommune sind hier mit der SPD, den Grünen, den Linken und der UWG gleich mehrere Parteifraktionen. Außerdem gelte es, die Vernetzung unter den einzelnen Initiativen und Gruppen zu stärken, damit die Initiative als gesamtkommunales Projekt greifen könne, sagt Boser. Auch in dieser Hinsicht hat das Klimaforum mit einem regen Austausch der Beteiligten im Schlussplenum Wirkung gezeigt.
Zu den engagierten Mitstreitern zählt auch Neu Wulmstorfs frisch gewählter Bürgermeister Tobias Handtke. Der SPD-Mann freut sich über die gute Resonanz und die wertvollen Impulse beim ersten Klimaforum als Auftaktveranstaltung für die Entwicklung der Gemeinde zur Klima-Kommune. Initiator Peter Boser sei es damit gelungen, viele verschiedene Menschen und Gruppen zusammenzubringen, lobt Handtke. Ihm sei es grundsätzlich ein großes Anliegen, Engagement von Bürgern und Verwaltungswesen zu verbinden, wie er sagt. „Wir können nur gemeinsam nach vorne kommen, wenn Bürger, Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen.“ Nun komme es darauf an, möglichst viele mitzunehmen und – ohne erhobenen Zeigefinger – ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was jeder Einzelne beitragen kann. Und beim Feststecken von Zielen seien kleine Projekte genauso wichtig. Handtke ist sich sicher, wenn sich die einzelnen Projektideen zur Klima-Kommune konkretisierten, würden weitere Aktive dazustoßen.
Zu den bereits bestehenden Arbeitskreisen in Sachen Klima-Kommune gehört auch das Team „Neu Wulmstorf blüht auf“.
Jugendliche Akteure fehlten beim Klimaforum. Bei einer 2-G-Veranstaltung am ersten Ferientag war das aber auch nicht die Erwartung der Organisatoren. Handtke ist aber sicher, dass diese Gruppe im weiteren Verlauf aktiviert werden kann. Im Wahlkampf habe er gesehen, dass es bei Jugendlichen eine hohe Bereitschaft gebe, sich politisch zu engagieren, so der Bürgermeister. Diese Gruppe müsse man verstärkt da ansprechen, wo sie unterwegs sei. Installieren möchte er dazu außerdem ein Jugendparlament.
Arbeitsgruppen gebildet
Allen ist klar: Wenn das Projekt fruchten soll, muss es weiter wachsen und größere Kreise ziehen. Dafür ist eine gemeinsame Kommunikation über verschiedene Kanäle entscheidend und zu transportieren: „So seid ihr dabei.“ So hat sich aus dem Klimaforum heraus dann auch eine neue Arbeitsgruppe um Karin Schröder und Hannelore Buls gegründet, die sich um die strategische Ausrichtung und die Fragen der Öffentlichkeitsarbeit kümmern wird. Und auch Klimareferentin Gabriele Max ist mit von der Partie, wenn es darum geht, Informationen zu bündeln und zentraler Knotenpunkt für den Austausch unter den Gruppen zu sein.
Aus dem Klimaforum sind nicht nur konkrete Projekt-Ideen hervorgegangen. Über die Auftaktveranstaltung haben auch Know-how-Träger in Arbeitsgruppen gefunden. Das gilt auch für Peter Bosers eigene Arbeitsgruppe zur Solargenossenschaft, die jetzt durch das Fachwissen eines Experten für erneuerbare Energien bereichert wird.
Wertvolle Anregungen für das weitere Vorgehen brachte der Austausch im Abschlussplenum. So wurde beispielsweise aufgenommen, dass die Ortschaften künftig verstärkt mit einbezogen werden sollen.
Abschlussplenum mit Ergebnissen aus den einzelnen Arbeitsgruppen.