Öl, Gas, Pellets: Mit diesen 5 Tipps senken Sie die Heizkosten
Das Thermostat einer Heizung steht auf Stufe drei. (Symbolbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Steigende Energiepreise belasten viele Haushalte, auch im Kreis Stade. Aber: Hunderte Euro lassen sich laut Experten bei Wohnungen sparen, in Einfamilienhäusern noch mehr. Wie das klappt.
Heizen dürfte für viele Haushalte teurer werden. Das legen neue Berechnungen der Beratungsgesellschaft co2online nahe.
- Bei Heizöl liegt der prognostizierte Preisanstieg für das laufende Jahr im Vergleich zu 2025 bei 24 Prozent für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.
- Bei Holzpellets liegt die Prognose bei 17 Prozent mehr.
- Fernwärme und Wärmepumpen legen im unteren einstelligen Bereich zu
- Nur bei Erdgas als Heizart gehen die Kosten den Berechnungen zufolge leicht zurück. Bei Einfamilienhäusern sieht es ähnlich aus.
Zugleich erkennt co2online bei neun von zehn Haushalten Sparpotenzial. In einer Wohnung ließen sich im Schnitt etwa 465 Euro pro Jahr einsparen, in einem Einfamilienhaus 1000 Euro. So kann man anfangen:
1. Die richtige Temperatur
Ein Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Verbrauch spürbar - nach Angaben der Verbraucherzentralen um sechs Prozent. Deshalb gilt für preisbewusstes Heizen: wohl temperieren, aber nicht zu warm.
Für das Wohnzimmer lautet die Empfehlung der Fachleute 20 Grad, das entspricht etwa der Stufe 3 auf dem Thermostat. Im Schlafzimmer sind 18 Grad ratsam, das entspricht etwa Stufe 2,5. (Jeder Strich auf dem Heiz-Drehrädchen markiert ein Grad.) In weniger genutzten Räumen genügen 16 Grad, also Stufe 2. Kälter sollte es wegen drohender Schimmelgefahr nicht sein.
2. Heizen automatisieren
Wer den ganzen Tag unterwegs ist, braucht nicht durchgehend ein warmes Wohnzimmer - statt die Heizungen händisch hoch- und runterzudrehen, kann man programmierbare oder vernetzte Thermostate nutzen und voreinstellen, zu welchen Tageszeiten mehr oder weniger geheizt werden soll.

Wer die Heiztemperatur nur um ein Grad senkt, kann rund sechs Prozent Energiekosten sparen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
In einer „zugeschnittenen Zeitsteuerung“ mit Absenkzeiten sehen die Verbraucherschützer das größte Sparpotenzial. Wärmepumpen sind demnach eine Ausnahme. Diese arbeiteten ohne Absenkungen „in der Regel effizienter“
3. Freiraum für die warme Luft
Sofas und Schränke Minimum 30 Zentimeter von der Heizung entfernt aufstellen, Vorhänge nicht davorhängen und auf Verkleidungen für Heizkörper verzichten - das raten die Verbraucherzentralen. Warum? Die Wärme sollte ungehindert in den Raum gelangen können.
T Wärmepumpe? „Es rechnet sich auf Sicht“
Schotten dicht gilt dafür an den Wänden dahinter: Über nicht gedämmte, dünne Außenwände könne viel Wärme verloren gehen, gerade in Heizkörpernischen. Konkret: bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Nischenfläche.
4. Dämmen und Dichten
Ungedämmte Rohre in unbeheizten Kellern sind Energieverschwendung. Das Dämmen sei nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern spare pro Meter Rohr bis zu zehn Euro im Jahr, rechnen die Verbraucherzentralen vor.
Fenster und Türen sollten dicht sein, damit die Wärme nicht nach außen entweicht. Ein einfacher Test: Lässt sich ein eingeklemmtes Stück Papier bei geschlossenem Fenster nicht herausziehen, ist es dicht. Anderenfalls kann man durch zusätzliche Dichtung nachbessern, oder in dem man Fensterflügel oder Türblatt neu justiert.
5. Richtig lüften
Frische Luft ist wichtig für Wohlbefinden und Raumklima - doch sie kostet Energie. Damit wenig Wärme entweicht, gilt: Fenster nicht stundenlang kippen, sondern mehrmals am Tag kurz stoßlüften, am besten auf Durchzug. So werde die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände innen auskühlen, erklären die Verbraucherschützer.
Der Rat: mindestens drei bis vier Mal täglich lüften. Ist man tagsüber nicht im Haus, reicht es, morgens und abends für Durchzug zu sorgen. Ist es windig oder sehr kalt, reichen drei bis fünf Minuten aus. Sonst etwas länger.
Stichwort Lüften: Das hat auch die Heizung manchmal nötig. Wird sie nicht richtig warm oder gluckert, kann das auf Luft im System hindeuten. Dadurch geht unnötig Energie verloren. In so einem Fall entlüftet man die Heizkörper, sodass die überschüssige Luft entweichen kann.
Heizöltank vorausschauend auffüllen: Wer plant, spart Geld
Die Preise für Heizöl sind derzeit sehr hoch. Lohnt es sich da, die Bestellung hinauszuzögern? Verbraucher sollten auf jeden Fall nicht warten, bis die Reserven aufgebraucht sind.
Denn wer seinen Heizöltank kurzfristig auffüllen will, muss in der Regel für die Heizöl-Lieferung deutlich mehr bezahlen. Expresslieferungen innerhalb von 48 Stunden kosteten zuletzt im Schnitt fast 300 Euro extra, wie eine Analyse des Verbraucherportals Finanztip ergab. Der höchste Aufpreis für eine Expresslieferung innerhalb von 48 Stunden lag bei 857 Euro.

Experten raten, mit der Bestellung des Heizöls nicht zu warten, bis der Tank fast leer ist. Foto: Christian Charisius/dpa/dpa-tmn
Bei einer Lieferung innerhalb von zehn Tagen lag der Aufpreis im Vergleich zu einer flexiblen Lieferung im Schnitt immer noch bei 3,1 Prozent. Daher raten die Experten, mit der Bestellung nicht zu warten, bis der Tank fast leer ist.
Bei einer flexiblen Lieferung hingegen kann der Händler die Route und das Lieferdatum innerhalb eines Zeitfensters entsprechend seiner logistischen Bedürfnisse planen und verlangt deshalb keinen Aufschlag.
Das Verbraucherportal hat im September für zehn Orte in Deutschland auf zwei großen Vergleichsportalen die Preise für Öl-Bestellmengen von 1.500 und 3.000 Liter bei flexibler Lieferung, Lieferung bis zehn Tage und Express-Lieferung innerhalb von 48 Stunden abgefragt und analysiert.
Auswahl hat Vorteile - Sparpotenzial von fast 500 Euro im Schnitt
Wenn es schnell gehen muss, kostet es nicht nur mehr, es gibt auch weniger Auswahl: Bei den Express-Angeboten sank die Zahl der vor Ort verfügbaren Angebote im Vergleich zur flexiblen Lieferung von im Schnitt 9 auf rund 3.
Wer hingegen Zeit und keine Eile hat, kann die Preise der Anbieter in Ruhe vergleichen: So kann man unter Umständen mehrere hundert Euro sparen. Denn zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot lagen bei einer flexiblen Lieferung laut Finanztip im Schnitt der zehn Orte fast 500 Euro. In einem Fall waren es gut 1.150 Euro.
Auch größere Bestellungen sind fast immer günstiger. Allerdings spart man, wenn man viel Heizöl auf einmal bestellt, meist nur gering. Wenn man 3.000 Liter statt 1.500 Liter bestellte, betrug der Rabatt laut Finanztip im Schnitt 1,3 Prozent. So einen Rabatt sollten sich Verbraucher also nicht mit einer teuren Ratenzahlung erkaufen, so die Experten. Wer nicht alles auf einmal bezahlen kann, fährt mit einer geringeren Menge Heizöl in der Regel günstiger.
Preise auf hohem Niveau
Nachdem sie zuletzt die höchsten Stände seit gut vier Jahren erreicht hatten, sind die Heizölpreise in den vergangenen Tagen wieder leicht gesunken.
Bei den Vergleichsportalen esyoil und heizoel24.de lag der Durchschnittspreis für 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern zwischen knapp 167 und gut 168 Euro (Stand: 22. September).
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