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Wie Sie die passende Heizung für Ihr Haus finden

Wie Sie die passende Heizung für Ihr Haus finden

Wenn die Heizung in die Jahre kommt, lautet die Frage aller Fragen: Alte Technik reparieren oder in neue Technologie investieren? Welches Heizsystem sich für welches Eigenheim eignet, wissen die unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale.

Donnerstag, 12.02.2026, 13:55 Uhr

Rund 20 Jahre lang hält eine Heizung, je nach Typ und Pflege. Neigt sich die Lebensdauer dem Ende zu, sollten sich Hausbesitzer mit dem Thema Heizungstauch auseinandersetzen. „Je früher man sich mit einem Heizungstausch beschäftigt, desto mehr Spielraum bleibt für die Auswahl und die Vorbereitung“, sagt Wilhelm von Elling, unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale.

Um die beste Entscheidung für ihre Immobilie zu treffen, können Privatpersonen im Landkreis Stade auf die kostenlose und neutrale Beratung der Verbraucherzentrale zählen. Ein unabhängiger Energieberater analysiert auf Wunsch die Situation vor Ort und empfiehlt die geeignete Heiztechnik. Weil nicht nur das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie diese Beratungsleistung für Privatpersonen fördert, sondern die Klimawerkstatt im Landkreis Stade e. V. überdies den verbleibenden Eigenanteil übernimmt, ist dieser Heizungscheck im Landkreis Stade kostenlos.

„Wir erklären, wann eine Reparatur nicht mehr lohnt und welche neue Heizung geeignet wäre“, sagt Wilhelm von Elling. Der Klassiker in der Heizungsberatung sind teilsanierte Häuser, die vor 1990 gebaut wurden und alte Öl- oder Gaskessel haben. Anderthalb bis zwei Stunden nimmt sich der Energieberater Zeit, um alle Fragen zu beantworten und mit falschen Mythen aufzuräumen. „Wir beleuchten alles sehr ausführlich“, sagt er, „es geht um viel Geld und ums Klima.“

Top-Option Wärmepumpe

Für einen Tausch kommen verschiedene Heizsysteme infrage, darunter Biomasseheizungen, die organische Materialien wie Holzpellets oder Hackschnitzel nutzen, und zur Unterstützung Solaranlagen – oder eben Fernwärme, die aber nicht flächendeckend verfügbar ist. Auch eine Gas- oder Ölheizung kann eingebaut werden, allerdings muss diese ab 2029 einen stufenweise steigenden Anteil an erneuerbaren Energien - wie Biomethan oder Wasserstoff - nutzen. 2029 sind es 15 Prozent, 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent. Ab 2045 dürfen keine Öl- oder Erdgasheizungen mehr betrieben werden.

In der Regel sei eine Wärmepumpe die einzige und beste Wahl – auch für alte Häuser ohne Fußbodenheizung, sagt Wilhelm von Elling. „Die Wärmepumpentechnik ist ein halbes Jahrhundert alt und hat sich enorm entwickelt.“ So lohnt sich eine Wärmepumpe auch in sehr alten Häusern. Ein hoher Dämmstandard ist zwar förderlich für einen effizienten Betrieb, doch moderne Wärmepumpen können auch unsanierte Altbauten beheizen. „Hinzu kommt, dass extreme Wintertage seltener geworden sind. Um Spitzenlasten in Ausnahmefällen abzudecken, unterstützt ein integrierter Heizstab und sichert die Leistung.“

Im Rahmen des kostenlosen Heizungschecks informiert Wilhelm von Elling über Gesetze und Richtlinien und nennt Fördermöglichkeiten für erneuerbare Heizsysteme. Die Beratung beinhaltet immer auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Es könne bis zu 15 Jahre dauern, ehe sich die Umrüstung auf eine Wärmepumpe rechnet, sagt der Experte. „Aktuell sind die Strompreise im Vergleich zu Gas noch sehr hoch.“ Eine Prognose sei ein wenig Kaffeesatzleserei, „aber Fakt ist: Moderne Heizsysteme benötigen bezahlbaren Strom. Insofern ist da eine Trendwende zu erwarten“.

Am Ende eines Beratungsgesprächs werden alle infrage kommenden Heiztechniken miteinander verglichen und bewertet. CO2-Emissionen werden ebenso berücksichtigt wie Investitions- und Betriebskosten sowie Fördermöglichkeiten. Spätestens vier Wochen nach dem Besuch halten die Hausbesitzer einen Abschlussbericht mit einer Übersicht aller geprüften Techniken sowie eine Empfehlung der am besten geeignetsten Systeme in der Hand.

Terminvereinbarung

Einen Termin für einen kostenlosen Heizungscheck vor Ort können Sie ganz einfach über das Onlineformular der Klimawerkstatt im Landkreis Stade e. V. anfragen: https://klimawerkstatt-stade.de/private-haushalte/beratung-rund-ums-thema-heizung

Alternativ können Sie direkt bei der Verbraucherzentrale anrufen: 0800 809 802 400

Wilhelm von Elling, unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale

Wilhelm von Elling, unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale

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