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Gebäudecheck: Energiespar-Beratung für Hausbesitzer und Mieter

Gebäudecheck: Energiespar-Beratung für Hausbesitzer und Mieter

Ein alterndes Haus und steigende Energiepreise sind Grund genug, einmal die Energiesparpotenziale in den eigenen vier Wänden auszuloten. Wer im Landkreis Stade lebt, kann die Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale kostenfrei buchen.

Donnerstag, 12.02.2026, 13:55 Uhr

Wer Klarheit über die energetische Situation seines Hauses oder seiner Wohnung haben möchte, kann eine kostenlose Vor-Ort-Beratung mit einem unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen vereinbaren. In anderthalb bis zwei Stunden beleuchtet der Experte den energetischen Zustand des Gebäudes und gibt Tipps, wie Geldbeutel und Ressourcen zukünftig effizient geschont werden könnten. Das Gebäude steht gewissermaßen auf dem Energiespar-Prüfstand. Weil die Klimawerkstatt im Landkreis Stade e. V. diese aufsuchende Energieberatung fördert und den Eigenanteil übernimmt, ist er für Privathaushalte im Landkreis Stade kostenfrei. Und so läuft der Gebäudecheck ab:

1. Terminvereinbarung

Interessenten fragen die Gebäude-Energieeffizienz-Beratung bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen oder online über die Internetseite der Klimawerkstatt an. Kurz darauf meldet sich ein unabhängiger Energieberater und vereinbart einen Termin für die Vor-Ort-Beratung. „Es ist gut, wenn die Leute mir schon einmal so ungefähr sagen können, was sie sich erhoffen“, sagt Holger Glaus, einer der unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale. Geht es um die energetische Gesamtsituation, bereitet die Dachdämmung Sorge, soll eine neue Heizung her oder ist die Stromrechnung zu hoch? Für eine passgenaue Beratung sind zudem möglichst viele Daten zum Haus hilfreich.

2. Besuch vor Ort

Zwei bis vier Wochen später klingelt der Energieberater dann wie vereinbart an der Haustür. Ehe es losgeht, werden alle Vertragsdetails in Ruhe besprochen.

3. Verbrauchsanalyse

Vor dem Gang durchs Haus wirft der Energieberater einen Blick auf den Strom- und Wärmeverbrauch, um zu ermitteln, ob Einsparpotenziale eher im Bereich der Wärmedämmung oder der Elektro-Geräte liegen. Im Anschluss nimmt er den energetischen Zustand des Hauses unter die Lupe.

4. Gebäudedämmung

Der Energieberater arbeitet sich von unten nach oben durch das Haus. Er checkt, ob der Kellerabgang gedämmt und die Kellerdecke hoch genug ist für eine Dämmung, prüft, ob alle Rohrleitungen gedämmt sind und sucht nach Wärmebrücken in der Gebäudehülle. Haustür und Fenster betrachtet er ebenso wie den Fußboden, die Außenwände, die Dachschrägen und die oberste Geschossdecke. „Die Beurteilung der Dämmsituation fällt leichter, wenn Unterlagen vorhanden sind“, sagt Glaus. „1977 kamen mit der ersten Wärmeschutzverordnung Vorgaben für die Dämmung von Neubauten, vorher wurde in der Regel nicht gedämmt.“

5. Elektrogeräte

Dann sind die Elektrogeräte an der Reihe: Kühlschrank, Gefriertruhe, Waschmaschine, Trockner. „Der Trockner ist häufig einer der größten Stromfresser im Haus“, sagt Holger Glaus. Die Beleuchtung falle hingegen weniger ins Gewicht.

6. Heizung

Auf Wunsch schaut der Energieberater auch das Heizsystem an. Holger Glaus und seine Kollegen checken Rohrleitungen und Heizkörper sowie die Heizungseinstellungen und den Außentemperaturfühler. „Wer mit dem Gedanken an eine neue Heizung spielt, kann alternativ einen Termin für einen kostenlosen und umfassenden Heizungscheck vor Ort vereinbaren“, sagt Holger Glaus.

7. Beratung

Bereits während des Vor-Ort-Termins gibt der Energieberater wertvolle Tipps zur Optimierung des Heizverhaltens oder Stromverbrauchs. Er empfiehlt mögliche Sanierungsmaßnahmen und erklärt technische Zusammenhänge. „Es ist riskant, neue Fenster einbauen, wenn die Außenwand nicht gedämmt ist, da sich in dem Fall das Schimmelrisiko erhöht“, so Glaus. Für viele alte Bestandsgebäude sei eine Einblasdämmung in der Außenwand eine gute erste Maßnahme. Der Berater skizziert den Ablauf der Arbeiten, zeigt Möglichkeiten zum Einsatz erneuerbarer Energien und informiert über Förderprogramme. Natürlich spielt auch das Finanzielle eine große Rolle. Wer etwa vorerst nicht in eine neue Heizung investieren will, „kann sich aber vielleicht schon mal mit sinnvollen Dämmmaßnahmen beschäftigen“. Gerade Wärmepumpen arbeiten um so effektiver, je besser das Haus gedämmt ist.

8. Bericht

Innerhalb von vier Wochen nach dem Termin erhalten die Eigentümer oder Mieter einen Beratungsbericht, der alle Ergebnisse der Vor-Ort-Begehung und Handlungsempfehlungen enthält. „Diese Zusammenfassung ist kein Gutachten, gibt aber einen guten Rundum-Blick auf den aktuellen energetischen Gebäudezustand und enthält viele wertvolle Tipps.“

Terminvereinbarung

Einen Termin für eine Gebäude-Energieeffizienzberatung vor Ort können Sie ganz einfach über das Onlineformular der Klimawerkstatt im Landkreis Stade e. V. anfragen: https://klimawerkstatt-stade.de/private-haushalte/beratung-zur-gebaeude-energieeffizienz

Alternativ können Sie direkt bei der Verbraucherzentrale anrufen: 0800 809 802 400

Holger Glaus, unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale

Holger Glaus, unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale

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